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Nicht jede Region erhält ihre Tram
Lokales 3 Min. 28.11.2020

Nicht jede Region erhält ihre Tram

Nicht in jeder Region wird eine Tram fahren.

Nicht jede Region erhält ihre Tram

Nicht in jeder Region wird eine Tram fahren.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 28.11.2020

Nicht jede Region erhält ihre Tram

Luc EWEN
Luc EWEN
Der Nationale Mobilitätsplan mit angepassten Lösungen für jede Region soll Ende 2021 vorgestellt werden.

Es gehe bei den aktuellen Mobilitätsprojekten nicht darum, ein Transportmittel das gerade im Trend liegt zu fördern. Vielmehr wolle man für jede Region die Mobilitätslösung finden, die mit Blick auf die zu erwartenden Bedürfnisse im Jahr 2035, angebracht ist. So in etwa lässt sich die Antwort des Mobilitätsministers, François Bausch, auf mehrere parlamentarische Fragen der LSAP-Abgeordneten Francine Closener und Cécile Hemmen zusammenfassen. 


Auch die Stadt Luxemburg wird sich beteiligen - das stellte Bürgermeisterin Lydie Polfer am Montagnachmittag klar.
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Wenn am 13. Dezember die Tram Fahrt aufnimmt, wird auch der Busverkehr in der Hauptstadt komplett neu organisiert.

Konkret nahmen sie Bezug auf rezente Medienberichte zum Mobilitätskorridor samt Tram zwischen der Hauptstadt und Esch/Alzette sowie zu der geplanten Straßenbahnantenne nach Strassen. Sie wollten wissen, ob die Wahl eines Transportmittels (aus der Hauptstadt kommend) auch Richtung Munsbach, Echternach über Junglinster, Tossebierg in Mamer sowie zwischen Düdelingen und Bettemburg getroffen worden sei. Auch erkundigten sie sich nach einem Zeitplan für die Umsetzung des Tram-Ausbaus bis hin nach Strassen.

In seiner Antwort, in der er nicht genauer auf die Wahl der Transportmittel eingeht, bestätigt der Minister, dass Analysen für die vier erstgenannten Strecken erstellt wurden. 

Nationaler Ansatz

Dies im Rahmen der Ausarbeitung des nationalen Mobilitätsplanes „Plan national de Mobilité 2035“ (PNM35). Den plant der Minister im Laufe des vierten Trimester 2021 vorzustellen. Dieser Plan werde aber nicht nur diese vier Strecken, sondern die Gesamtheit des nationalen Territoriums abdecken. Auch soll er einige grenzüberschreitende Vorschläge beinhalten. Der Minister unterstreicht, dass der nationale Mobilitätsplan PNM35 die Logik des Mobilitätskonzeptes Modu 2.0 übernehmen wird. 

Es gehe dabei auch um einen Paradigmenwechsel. So sollen die bisherigen Trichterengpässe nicht einfach nur aufgelöst oder verlagert werden. Vielmehr soll ein kohärentes, multimodales System für das gesamte Land geschaffen werden, das den Bedürfnissen von 2035 Rechnung trägt. Dies indem für jede Region die passende Mobilitätslösung gefunden werden soll. 


2028 fährt die Tram bis nach Esch
Minister François Bausch stellte am Mittwoch den geplanten Mobilitätskorridor vor.

Zu diesem Paradigmenwechsel gehöre auch, dass man akzeptieren müsse, dass der Staat alleine nicht alle aktuellen Mobilitätsprobleme lösen könne. Deshalb beinhalte der Plan auch Empfehlungen für Gemeinden, Arbeitgeber und die Bürger. In diesem Sinne sei das multimodale System für den Korridor zwischen der Hauptstadt und Esch/Alzette bereits festgelegt worden (das LW berichtete). 

Auch wenn dabei die Schnelltram die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen habe, so sei sie doch nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes. François Bausch erinnert an rund 20 Straßenbauprojekte, die Reorganisation des Busnetzes, die Umsteigeplattformen samt Park and Ride, den Superbus und den Fahrradexpressweg, die alle Bestandteil des Konzeptes rund um diesen Mobilitätskorridor sind. Es sei nicht nur sehr vereinfachend, wenn man den PNM35 nur auf die Frage reduziere, ob dieser oder jener Ort eine Tramhaltestelle erhalten wird, es sei zudem nicht zielführend. 

Dieses Ziel sei es, mit hohen aber nicht unbegrenzten finanziellen Mitteln, der Fahrgastzahl angepasste Lösungen zu finden, die innerhalb der Hauptstadt umsetzbar und für möglichst viele Bürger attraktiv sind. Aus dieser Optik heraus, werde für jeden Mobilitätskorridor und somit für jede Region eine angepasste multimodale Lösung erarbeitet.

François Bausch erinnert daran, dass nicht jeder dieser Korridore an zwei Städten mit dem Potenzial von Luxemburg-Stadt und Esch/Alzette ende. Deshalb werde auch nicht jeder Korridor automatisch eine Tramlinie beinhalten.

Zeitschiene zum Tramausbau 

Wichtig sei dabei vor allem, dass Bürger die in die Hauptstadt wollen, egal von woher sie kommen, ab einer Umsteigeplattform ein leistungsstarkes Tramnetz vorfinden werden. Ende 2022 plant der Minister in diesem Kontext Vorprojekte zur Finanzierung von vier Tramantennen vorzuschlagen. 


18.10. Esch / Alzette / Gare , Bahnhof , CFL / TICE  Foto:Guy Jallay
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Der Mobilitätskorridor zwischen der Hauptstadt und Esch wird bis nach Frankreich erweitert. Eine weitere Superbuslinie ist geplant.

Es handelt sich um die Strecke vom Stadtzentrum bis zur neuen Umsteigeplattform in Strassen beim Centre Hospitalier de Luxembourg, die Strecke in Kirchberg vom Boulevard Konrad Adenauer über die künftigen Wohnviertel Laangfur und Kuebebierg zur Luxexpo, die Strecke vom Hauptbahnhof zur Porte de Hollerich und die Strecke von der Umsteigeplattform Cloche d'Or hin Richtung Kockelscheuer bis hin zum neuen Viertel auf den jetzigen Industriebrachen von Esch-Schifflingen. 

Was diese Strecken angeht, so sei man derzeit dabei an den Machbarkeitsstudien zu arbeiten

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