Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Neun Dinge aus Pattons Leben: Pancho Villa, Marlene und Willie
Lokales 3 Min. 20.12.2015

Neun Dinge aus Pattons Leben: Pancho Villa, Marlene und Willie

Patton im Ersten Weltkrieg vor einem Renault Panzer.

Neun Dinge aus Pattons Leben: Pancho Villa, Marlene und Willie

Patton im Ersten Weltkrieg vor einem Renault Panzer.
Lokales 3 Min. 20.12.2015

Neun Dinge aus Pattons Leben: Pancho Villa, Marlene und Willie

Patton war ein sonderbarer Mensch. Neun Dinge aus seinem Leben.

Pancho Villa: Pattons erster kriegerischer Einsatz fand 1916 als Ordonnanzoffizier von General Pershing an der mexikanischen Grenze statt. Es war eine Strafexpedition gegen den Bandenführer Pancho Villa, der Teile des US-Bundesstaates New Mexico unsicher machte und die Kleinstadt Columbus überfallen hatte.

Eitelkeit: General George S. Patton schmückte seinen glänzenden Helm mit übergroßen Rangabzeichen, trug Reiterstiefel und steckte darin seine ungleichmäßigen Streifenreiterhosen. Er war ein eitler General. Er war zugleich religiös und gotteslästerlich, pompös und bescheiden. 1916 bestellte er beim Waffenhändler Shelton Payne die beiden Colt45 Peacemaker, die er mit Elfenbein beschlagen ließ und wie ein Cowboy an der Hüfte trug.

Hund Willie: Patton hatte einen weißen Bullterrier, den er im März 1944 in London als 15 Monate altes Tier gekauft hatte. Willie hatte einem Piloten der Royal Air Force gehört, der über Deutschland abgeschossen wurde. Patton nannte ihn Willie, da er  Wilhelm den Eroberer bewunderte, der ja schließlich auch in der Normandie Krieg geführt hatte. Willie wurde übrigens in der Normandie von einem Schwarm Hornissen gestochen.

Marlene Dietrich: es wurde gemunkelt, dass Patton ein Verhältnis mit der deutsch-amerikanischen Diva Marlene Dietrich hatte, als sie im Winter 1944/45 vor US-Truppen auftrat. Er vermerkte am 5. November 1944 sinngemäß in seinem Tagebuch: "Ich hatte Marlene Dietrich und ihre Truppe zu einem Frühstück eingeladen. Später gab sie in Nancy eine Vorstellung. Es war ein mittelmäßiges Stück, eine sehr gemeine Komödie, fast eine Beleidigung für die menschliche Intelligenz."

Seelenwanderung: Patton glaubte an die Seelenwanderung, an die Wiedergeburt, und war sich sicher, bereits in seinen vorherigen Leben als heldenhafter Heeresführer viele Kriege gewonnen zu haben. Auf dem Schoß seines Vaters war er tief hinein in die Mythologie und ins Heldenepos der Antike getaucht. In seinen Kinderträumen kämpfte er an der Seite von Alexander dem Großen, er führte Hannibals Elefanten, diente Wilhelm dem Eroberer und auch dem Duke von Wellington, war unter Napoleon ein Husar und unter Caesar ein römischer Legionär.

Pattons Ordonnanz: Seine Ordonnanz, Sergeant Meeks, Master Sergeant William George Meeks war verantwortlich u.a. für Pattons Uniformen und mit für dessen makelloses Outfit. Meeks war ein Schwarzamerikaner, er diente seinem General acht Jahre treu in Nordafrika auf Sizilien und auf dem europäischen Festland. Bei Pattons Beerdigung am 24. Dezember 1945 wurde Master Sergeant Meeks die Ehre zuteil, als „leading pallbearer“ (führender Sargträger) zu fungieren.

Luxemburg: Patton war einmal Ende 1919 in Luxemburg, und stellte fest: "Es ist das erste Land auf der Welt, das keine Armee besitzt. Ein schreckliches Beispiel, wie man es nicht machen soll." Im Zweiten Weltkrieg hielt sich Patton vom 21. Dezember 1944 bis zum 27. März 1945 in Luxemburg auf. Patton wurde inmitten seiner gefallenen GIs auf dem Soldatenfriedhof in Hamm beerdigt. Pattons Ehefrau Beatrice starb am 23. November 1953, ihre Asche wurde auf dem Grundstück der Pattons in Green Meadows gestreut. Einige Jahre nach dem Tod von Beatrice sollen jedoch Ruth Ellen und George Smith Patton – Tochter und Sohn von General Patton, noch Asche der Mutter auf dem Grab des Vaters in Hamm verstreut haben.

Panzer: Patton war Soldat der Kavallerie. Unter J. Pershing, dem Oberbefehlshaber der amerikanischen Truppen in Europa, kämpfte Patton ab 1917 in Europa. Er bekam den Auftrag, eine Panzereinheit aufzustellen. Anfangs konnte nur er einen Tank steuern, bildete jedoch 500 Panzerfahrer aus. Die Amerikaner nutzten die französischen Renault-Panzer. „Eine Armee ohne Panzer ist wie ein Hummer ohne Scheren“, sagte Patton später. Er studierte die Werke von Guderian, Rommel und Charles de Gaulle. Im Juni 1940 entschied sich General George Marshall, damals Generalstabschef der amerikanischen Streitkräfte, für den Aufbau einer Panzerstreitkraft, die Industrie der USA wurde radikal auf Kriegsproduktion umgestellt, und Patton übernahm als Generalmajor im April die 2. US-Panzerdivision, und aufgrund seines Führungsstils, seiner militärischen Disziplin und seines Muts wurde ihm Anfang 1942 das Kommando über einen größeren Panzerverband übertragen.

Pattons-Prayer: Während der Ardennenoffensive bittet Patton Oberst James O’Neill, den Feldgeistlichen der dritten Armee, um ein Gebet für besseres Wetter. Als die Sonne dann am 23. Dezember zum Vorschein kommt, lässt Patton den Feldgeistlichen zu sich rufen, und verleiht ihm die Verdienstmedaille in Bronze. Am Vorabend von Weihnachten, wird das Gebet des Feldgeistlichen, in einigen tausend Exemplaren gedruckt, an alle Angehörigen der dritten Armee verteilt: "Herr, hier Patton, der zu Ihnen spricht ... als Gegenleistung für vier Tage schönes Wetter, werde ich Ihnen genügend Deutsche liefern, um die Buchhalter des Himmels während Monaten zu beschäftigen, Amen!"


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Vor 70 Jahren starb George S. Patton: „Und seht: schon ist er unser“
Wie kein anderes Land verehrt Luxemburg den vor 70 Jahren verstorbenen amerikanischen General George S. Patton. Nicht nur in Ettelbrück, jener Stadt in Luxemburg, die stolz den Beinamen „Patton-Stadt“ trägt und wo das Patton-Denkmal steht. Auch anderswo sind viele Straßen nach ihm benannt. 70 Jahre nach seinem Tod sollten wir uns aber vielleicht die Frage stellen, ob dieser Patton auch wirklich noch zu dem Heldenbild passt, das wir während vielen Jahren von ihm gezeichnet haben.
Die US-Generäle im Zweiten Weltkrieg.
23. Dezember 1944: Ein Panzer wird gekalkt
Dieses Bild wurde in Düdelingen aufgenommen. Ein US-Soldat streicht einen M36-Panzer mit Kalk, damit er später in den Ardennen, wo meterhoher Schnee liegt, auf Distanz weniger sichtbar sein wird.
Ein Sherman-Panzer wird in Düdelingen gekalkt.