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Neues Verkehrsmittel: Tram-Hersteller: Bereits ein Sieger in Aussicht?
Fahrzeuge des französischen Herstellers Alstom, die in Angers (F) auf einzelnen Streckenabschnitten ohne Oberleitung fahren.

Neues Verkehrsmittel: Tram-Hersteller: Bereits ein Sieger in Aussicht?

Foto: Alstom
Fahrzeuge des französischen Herstellers Alstom, die in Angers (F) auf einzelnen Streckenabschnitten ohne Oberleitung fahren.
Lokales 3 Min. 11.04.2015

Neues Verkehrsmittel: Tram-Hersteller: Bereits ein Sieger in Aussicht?

Luxtram gab gestern weitere Details zu der geplanten Trambahn bekannt. Zudem zeichnet sich ab, welches Unternehmen aus dem Ausschreibungsverfahren zur Lieferung des Fahrmaterials als Gewinner hervorgehen könnte. Zwei Bewerber liefern sich offenbar ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

(mth/DL) - Es geht voran mit der Tram: Luxtram gab am Freitag weitere Details zu der geplanten Trambahn, der Infrastruktur und der Ausstattung in den Waggons bekannt. Zudem zeichnet sich ab, welches Unternehmen aus dem Ausschreibungsverfahren zur Lieferung des Fahrmaterials als Gewinner hervorgehen könnte. Zwei Bewerber liefern sich offenbar ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Laut Luxtram soll die Entscheidung für einen Hersteller von Fahrmaterial noch vor dem Sommer – also in den nächsten Wochen – fallen. Am 29. Oktober vergangenen Jahres wurde deshalb ein öffentliches Ausschreibungsverfahren lanciert, das laut Luxtram nun in der letzten Phase sei. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen, hieß es.

Nur eine Handvoll Unternehmen kommen in Frage

Zwar war von offizieller Seite nicht zu erfahren, welche Unternehmen es bis in die Verhandlungsrunde schafften, aber aufgrund der vergleichsweise hohen Anforderungen des Pflichtenhefts kamen nur eine Handvoll von Unternehmen in Frage: Tatsächlich bieten nur die Marktführer Alstom, Bombardier, Siemens und CAF Fahrzeuge an, die wie im Lastenheft vorgesehen einen Teil der Strecke ohne Oberleitung bewältigen können. Die eingesetzten Technologien und die Leistungsfähigkeit der Systeme unterscheiden sich dabei allerdings.

Dem Vernehmen nach sollen es nur zwei Bewerber in die finale Verhandlungsrunde geschafft haben: der französische Hersteller Alstom und das spanische Unternehmen CAF. Bombardier aus Kanada soll unbestätigten Informationen nach bereits aus dem Rennen sein. Die beiden restlichen Konkurrenten bieten beide Fahrzeuge an, die mit Hilfe von ausgefeilten Energiespeichern eine gewisse Teilstrecke ohne externe Stromversorgung zurücklegen können und zudem den übrigen Spezifikationen entsprechen, was Passagierzahl und Raumbedarf betrifft.

Alstom dürfte mit seinen neuesten Fahrzeugen der „Citadis“-Baureihe dennoch einen technologischen Vorsprung genießen, was Modularität, Leistung und Effizienz angeht. Doch die Entscheidung wird nur zu 40 Prozent die technischen Kriterien berücksichtigen, der Preis wird bei der Entscheidungsfindung zu 60 Prozent gewichtet.

Lieferung bis Anfang 2017

Unabhängig davon, wer schließlich den Zuschlag bekommt, muss zudem eine fristgerechte Lieferung der Straßenbahnzüge bis Anfang 2017 garantieren. Der Liefervertrag beinhaltet in einer ersten Phase 21 Fahrzeuge sowie die spätere Wartung des Fuhrparks. Später sollen elf Fahrzeuge hinzukommen. Was die Passagierkapazität angeht, so wird die Tram pro Zug bis zu 450 Personen befördern können, erklärt Luxtram. Im Drei-Minuten-Takt könne sie somit fast 10 000 Passagiere pro Stunde und Richtung transportieren. Wie Luxtram vorrechnet, schaffe ein Bus in dieser Zeit bestenfalls 2 500 Passagiere.

Die Tramzüge werden 45 Meter lang und 2,65 Meter breit sein. Ein- und aussteigen können die Passagiere via Doppeltüren, von welchen es auf jeder Seite eines Zuges jeweils acht geben soll.

Keine Oberleitungen in der Innenstadt

Wie Luxtram hervorhebt, soll der Tram vor allem bei der eigenen Trassenführung Priorität vor allen anderen Fahrzeugen eingeräumt werden. Damit sei die Reisegeschwindigkeit deutlich höher als im Bus.

Ein besonderes Augenmerk möchte man auf das Image der Straßenbahn legen.  "Aus Rücksicht auf das architektonische und historische Erbe" soll die Straßenbahn laut Luxtram in der Innenstadt ohne Oberleitungen fahren. In Luxemburg-Kirchberg fahre die Tram auf  "begrünten Gleisen". Dadurch, dass die Fahrzeuge großzügig verglast sein werden, soll den Nutzern ein guter Ausblick ermöglicht werden.

Videoüberwachung und Defibrillatoren

Stufen soll es zwischen Bahnsteig und Zug nicht geben - damit alle Passagiere, vor allem auch Personen mit eingeschränkter Mobilität, problemlos und bequem ein- und aussteigen können.

Über die jeweiligen Abfahrtszeiten sollen die Passagiere mittels seitlicher Anzeigentafeln außen, Anzeigentafeln innen und, parallel dazu, akustischen Fahrgastinformationen benachrichtigt werden.

Zu Sicherheitszwecken soll es derweil eine integrierte Videoüberwachung in den Straßenzügen geben. Für den Notfall steht außerdem in jedem Waggon ein automatisierter Defibrillator bereit.



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