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Neues Gebäude für die Winteraktion im Bau
In Findel wird ein neues Übernachtungszentrum für die Winteraktion gebaut und eine Unterkunft für Personen, die vorübergehend in Not geraten sind.

Neues Gebäude für die Winteraktion im Bau

Foto: Guy Jallay
In Findel wird ein neues Übernachtungszentrum für die Winteraktion gebaut und eine Unterkunft für Personen, die vorübergehend in Not geraten sind.
Lokales 2 Min. 11.09.2018

Neues Gebäude für die Winteraktion im Bau

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Zwei neue Notunterkünfte entstehen zurzeit in Findel. Eine davon wird von Dezember bis März als Übernachtungsunterkunft für Obdachlose dienen, eine andere ist für Personen gedacht, die vorübergehend in Not geraten sind.

Die Sonne drückt, während Familienministerin Corinne Cahen vor das hölzerne Rednerpult tritt. Im Hintergrund ragt eine Art Holzbalkengestell aus einer Baustelle in die Höhe. Sie befindet sich in Findel in der Rue de Neudorf, direkt neben dem Centre de rétention. Die Ministerin beginnt: „Während der vergangenen Winteraktion schliefen im Schnitt rund 120 Personen pro Nacht in der Notunterkunft in Findel.“ Dass sie bei 28 Grad Außentemperatur über kalte, lange Winternächte spricht, hat einen Grund: Hinter ihr befindet sich die Baustelle für ein neues Gebäude für die Winteraktion.

Seit Januar 2018 wächst das Gebäude bereits in die Höhe.
Seit Januar 2018 wächst das Gebäude bereits in die Höhe.
Foto: Guy Jallay

Ab dem Winter 2019/20 sollen dort zwischen dem 1. Dezember und dem 31. März bis zu 200 Personen schlafen können. Das Gebäude, das derzeit genutzt wird, gehört nicht dem Staat, sondern wird vom Betreiber Lux-Airport zur Verfügung gestellt. Außerdem ist dessen Raumeinteilung nicht ideal für den Zweck.

Ein neues, 47 mal 19,5 Meter großes, zweistöckige Bauwerk wird den Anforderungen besser gerecht. Die Schlafsäle sind hier kleiner geplant, sodass sich nicht mehr wie bisher Hunderte von Hochbetten in einem großen Raum befinden. Ein Extrazimmer für Frauen und Kinder wird mit eigenen Sanitäranlagen ausgestattet. Schließfächer und Duschen stehen den Übernachtenden ebenfalls zur Verfügung. Ein Zimmer wird für Personen hergerichtet, die einen Hund haben und sich nicht über Nacht von diesem trennen wollen.

Da die Winteraktion voraussichtlich nur während 120 Tagen stattfindet, möchten die Verantwortlichen des Familienministeriums das Gebäude die übrige Zeit des Jahres für andere Projekte nutzen. Welche dies sein werden, ist noch unklar.

Ein Dach für bis zu 36 Personen

Ein ähnliches, etwas kleineres Gebäude wird unweit der Nachtunterkunft für Obdachlose gebaut. Es handelt sich dabei um eine Notunterkunft. Platz wird hier in 18 Zimmern für 36 Personen sein. „Wenn etwas passiert, müssen wir vorbereitet sein“, erklärt die Familienministerin.

Personen, die in Not geraten sind, etwa durch einen Brand, können in Zukunft vorübergehend in der neuen Unterkunft untergebracht werden. Diese wird ebenfalls mit zwei Gemeinschaftsküchen und zwei Esssälen ausgestattet sein.

Realisiert wird das Projekt vom Architektenbüro Freihöfer. Es schlägt mit insgesamt 12 Millionen Euro zu Buche und wird eine Fläche von 72 Ar einnehmen. Dass es mit dem Bau relativ schnell geht, liegt an der Bauweise, wie Infrastrukturminister François Bausch präzisiert. „Es wird überwiegend einheimisches Buchenholz beim Bau verwendet“, so der Minister.

Die Minister Corinne Cahen und François Bausch bei der Grundsteinlegung.
Die Minister Corinne Cahen und François Bausch bei der Grundsteinlegung.
Foto: Guy Jallay



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