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Neuer Zeuge gibt Beschuldigten Alibi
Lokales 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Neuer Zeuge gibt Beschuldigten Alibi

Lokales 2 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

Neuer Zeuge gibt Beschuldigten Alibi

Überraschende Wendung im Dossier Bommeleeër: Ein Zeuge hat sich am Dienstagmorgen zu Wort gemeldet und liefert den Beschuldigten Marc Scheer und Jos Wilmes für eines der Attentate aus den Jahren 1984 und 1985 ein, wie es aussieht, wasserdichtes Alibi: Bei dem Bombenanschlag am Rande der Sitzung des Europäischen Rats im Konferenzzentrum auf Kirchberg habe er die Angeklagten stundenlang nicht aus den Augen gelassen.

(str) - Überraschende Wendung im Dossier Bommeleeër: Ein Zeuge hat sich am Dienstagmorgen zu Wort gemeldet und liefert den Beschuldigten Marc Scheer und Jos Wilmes für eines der Attentate aus den Jahren 1984 und 1985 ein, wie es aussieht, wasserdichtes Alibi: Bei dem Bombenanschlag am Rande der Sitzung des Europäischen Rats im Konferenzzentrum auf Kirchberg habe er die Angeklagten stundenlang nicht aus den Augen gelassen.

Aus einem fahrenden Auto hatten die Attentäter um 17.50 Uhr am 2. Dezember 1985 einen Sprengsatz in Richtung Konferenzzentrum geworfen. Die Explosion reißt ein 30 Zentimeter tiefes und 60 Zentimeter breites Loch in den Rasen entlang der Autobahn. 200 Polizisten konnten das Attentat nicht verhindern. Die Täter entkommen. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft ist dieses Attentat eine von 20 Taten, die Scheer und Wilmes angelastet werden.

François Hermes, der Zeuge, war zu der Zeit Technischer Mitarbeiter im Konferenzzentrum. Nachdem er Anfang der Woche im Internet Bilder von den Beschuldigten im Zusammenhang mit der Bommeleeër-Affäre gesehen hatte, entschloss er sich zu Wort zu melden – freiwillig, wie er betont. „Ich dachte, es kann ja nicht sein, dass das einfach nicht aufhört“, unterstreicht der 72-Jährige gegenüber wort.lu. „Marc und Jos haben nichts damit zu tun.“

„Keine Verfolgung aufgenommen“

Am 2. Dezember 1985 habe er sich mit den beiden Beschuldigten im Konferenzzentrum befunden. „Marc und ich saßen in der Pressebar an der Theke. Jos saß wenige Meter von uns entfernt – das ab 16 Uhr“, erklärt der an diesem Tag diensthabende Gebäudetechniker. „Wir haben Kaffee und Wasser getrunken und uns unterhalten.

Dann, genau in dem Moment als die Gäste aus dem großen Konferenzsaal treten, gibt es vor dem Gebäude einen gewaltigen Knall. „Wir sind sofort aufgesprungen und raus gelaufen. Die Türen von der Pressebar zum Konferenzzentrum standen weit offen. Draußen sahen wir dort, wo die Explosion stattfand Rauch aufsteigen. In letzter Sekunde sah ich noch ein Auto wegfahren, nicht schnell, aber es hat auch niemand die Verfolgung aufgenommen.“

„Lege meine Hand ins Feuer“

Dann seien die drei wieder nach drinnen zurückgekehrt. „Marc und Jos waren ja schließlich zum Personenschutz der Delegierten eingeteilt“, fährt Hermes fort. „Niemand kann behaupten, dass die beiden während der Zeit irgendwann weg waren. Dafür lege ich meine Hand ins Feuer.“ Die Pressebar sei in der Zeit vor dem Anschlag gut besetzt gewesen, sodass eigentlich noch andere Anwesende den Sachverhalt bestätigen können müssten, meint der pensionierte Staatsbeamte. „Das waren auch zahlreiche Journalisten, die mit uns raus gelaufen sind.“

François Hermes hatte am Montag einen Termin beim Anwalt eines der beiden Beschuldigten, Me Vogel, vereinbart - ohne aber Angaben zum Inhalt des Gesprächs zu machen. Als er diesen nun am Dienstagmorgen wahrnahm und Vogel den Sachverhalt schilderte, bestellte der Verteidiger sofort einen Notar ein. „Damit niemand behaupten kann, ich hätte die eidesstattliche Aussage manipuliert“, betont Gaston Vogel.