Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Neuer "Tramsschapp" in Kirchberg: Alle drei Tage geht's für die Tram unter die Dusche
Lokales 12 3 Min. 29.08.2016

Neuer "Tramsschapp" in Kirchberg: Alle drei Tage geht's für die Tram unter die Dusche

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Im Februar nächsten Jahres wird das erste Tramfahrzeug geliefert. Bis dahin muss das neue Tramdepot in Kirchberg stehen. Und es sieht gut aus: Die Arbeiten schreiten voran; bis Ende des Jahres sollen die Gleise liegen und die Gebäude soweit fertiggestellt sein.

(DL) - Am Rande des „Gréngewald“, gegenüber dem Kreisverkehr Serra, kann man es inzwischen deutlich erkennen: Das „Centre de remisage et de maintenance“ (CRM) für die neue Tram, die ab dem zweiten Semester 2017 über das Kirchberg-Plateau zirkuliert. Hier werden die Tramfahrzeuge nach getaner Arbeit „übernachten“ – und morgens in den Tag starten.

Insgesamt setzt sich dieser „Tramsschapp“ aus drei Bauwerken zusammen. Bei dem vierstöckigen Gebäude handelt es sich um den neuen Sitz der Trambetreibergesellschaft Luxtram. Wie Norry Neyen, „Chef de projet“ des CRM im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“ erklärt, wird darin neben Büroräumen auch der „Poste de commande centralisé“, sprich die zentrale Leitstelle, eingerichtet. In diesem Raum werden die Mitarbeiter von Luxtram das gesamte Tramnetz im Blick behalten – und in ständigem Funkkontakt mit den Fahrern stehen.

Außen wurde das Gebäude bereits fertiggestellt, die Fenster wurden eingesetzt und die graubraune Holzfassade angebracht. Der Einzug der Mitarbeiter ist für Anfang nächsten Jahres geplant.

Gleich daneben entsteht die Wartungshalle, die aus zwei Bereichen besteht. Die an den Glastüren angebrachten Nummern beziehen sich auf die insgesamt sieben Gleise, die hier verlegt werden. Bei dem vorderen Bereich der Doppelhalle handelt es sich um das „Atelier de maintenance“. Hier werden die Wartungs- und Reparaturarbeiten an den Fahrzeugen durchgeführt.

Eine eigene Waschstraße

Im hinteren Bereich der Doppelhalle befindet sich derweil das „Atelier de service“. Hier können kleinere Arbeiten und Kontrollen vorgenommen werden. Außerdem befindet sich hier die Waschstraße. Alle drei Tage geht es für die Tramfahrzeuge nämlich unter die Dusche, erklärt Norry Neyen. Hierfür werden jeweils 500 Liter Wasser benötigt – bei rund 75 Prozent davon handele es sich um recyceltes Wasser. Im Innenbereich werden die Fahrzeuge indes jeden Tag gereinigt.

Der eigentliche „Tramsschapp“ befindet sich im hinteren Bereich des Geländes, direkt am Waldrand. Die 192 Meter lange und 32 Meter breite Halle bietet Platz für 32 Fahrzeuge – also den gesamten Fuhrpark bei Bedienung der kompletten Strecke zwischen Findel und Cloche d'Or. Acht Gleise befinden sich im Depot – auf denen jeweils vier Gefährte Platz finden. Insgesamt werden auf dem Areal des „Centre de remisage“ vier Kilometer Schienen verlegt.

Erste Gleise verschweißt

Apropos Schienen: Die ersten Gleise der neuen Straßenbahn wurden am vergangenen Mittwoch verschweißt. Sie waren bereits vor ein paar Wochen in der Avenue Kennedy abgelegt worden – auf einem kurzen Streckenabschnitt zwischen der Coque und der Uni. Auf dem Gelände des „Centre de remisage“ sollen die Gleise bis Dezember liegen. Das erste Tramfahrzeug wird indes im Februar nächsten Jahres geliefert.

Für den ersten Streckenabschnitt zwischen Luxexpo und Roter Brücke werden zunächst nur neun Gefährte benötigt. Das Modell, das in Luxemburg eingesetzt wird, gehört bekanntlich zur Tram-Familie „Urbos TM“ des spanischen Herstellers „CAF“ („Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles“). Die Fahrzeuge haben eine Breite von 2,65 Metern und sind 45 Meter lang – können sogar um zehn Meter verlängert werden.

Testfahrten ab Frühjahr 2017

Ihre erste reguläre Fahrt soll die Tram spätestens am 10. Dezember 2017 zurücklegen. An diesem Datum wird nämlich der neue Bahnhof Pfaffenthal-Kirchberg und die dazugehörige Standseilbahn („Funiculaire“) in Betrieb genommen und Zugpassagiere auf die Rote Brücke – und somit in Richtung Tram – befördern. Möglicherweise könnte die Tram aber auch schon etwas früher eingeweiht werden.

So lange müssen Neugierige allerdings nicht warten, um die neue Straßenbahn zu Gesicht zu bekommen. Ab Frühjahr 2017 werden die Trams nämlich bereits für Testfahrten eingesetzt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Neues Tramdepot in Kirchberg: Die "Homebase" der Tram
2017 wird das Jahr der Tram. Das erste Fahrzeug wird in wenigen Monaten geliefert – in den neuen „Tramsschapp“, der bis dahin fertiggestellt wird. Ab Mai wird die Straßenbahn für Testfahrten eingesetzt. Ende 2017 geht es richtig los.
Visite officielle du “neien Tramsschapp“, Foto Lex Kleren