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Neuer Glanz für alte Villa: Nationales Kulturmonument soll Fünf-Sterne-Hotel werden
Lokales 6 2 Min. 02.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Neuer Glanz für alte Villa: Nationales Kulturmonument soll Fünf-Sterne-Hotel werden

Besonders das Nebengebäude (rechts) ist stark renovierungsbedürftig.

Neuer Glanz für alte Villa: Nationales Kulturmonument soll Fünf-Sterne-Hotel werden

Besonders das Nebengebäude (rechts) ist stark renovierungsbedürftig.
Foto: Caroline Martin
Lokales 6 2 Min. 02.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Neuer Glanz für alte Villa: Nationales Kulturmonument soll Fünf-Sterne-Hotel werden

Pierre SCHOLTES
Pierre SCHOLTES
Die Villa Baldauff steht seit Jahren leer. Nun will die Muttergesellschaft einer luxemburgischen Versicherung dem Prachtbau ein zweites Leben schenken. Und einen neuen Namen.

Seit etwas mehr als zehn Jahren steht die Villa Baldauff leer. Nachdem die Privatbank Rothschild von ihren Plänen absah, das Gebäude zu ihrem Hauptsitz umzubauen, ist die Zukunft der Villa an der Avenue Marie-Thérèse ungewiss. Mit dieser Ungewissheit ist es nun vorbei. Denn die Villa soll bis 2022 komplett renoviert und in ein Luxushotel verwandelt werden.

Am Montagvormittag wird die Zukunft des Ende des 19. Jahrhunderts gebauten Herrenhauses erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der neue Besitzer der Villa, die Compagnie financière La Luxembourgeoise - die Muttergesellschaft des Versicherers - hat Großes mit dem seit 2018 als nationales Kulturmonument klassierten Gebäude vor. Pit Hentgen, Präsident des Verwaltungsrats der Gesellschaft, skizziert das Projekt: "Die Luxembourgeoise feiert dieses Jahr ihren 100. Geburtstag. Wir sehen die Renovierung der Villa als unser Geschenk an die Öffentlichkeit. Das Gebäude soll wieder im alten Glanz erstrahlen."

Im Innern ist die Villa noch weitestgehend im Originalzustand.
Im Innern ist die Villa noch weitestgehend im Originalzustand.
Foto: Caroline Martin



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Der Öffentlichkeit zugänglich sein, wird das Gebäude aber nur begrenzt. Denn: Es soll zu einem Fünf-Sterne-Hotel werden. "Wir wollen einen Anziehungspunkt in der Stadt schaffen. Die Gäste sollen explizit wegen des Hotels nach Luxemburg kommen. Es soll ein richtiges Boutique-Hotel werden", erklärt Hentgen. Nachdem man die Villa 2017 für zehn Millionen Euro gekauft hatte, plant die Gesellschaft weitere 20 Millionen Euro für den Umbau zu investieren.

 

 

Das fertige Hotel soll über insgesamt 21 Zimmer verfügen und alle technischen Einrichtungen sollen unterirdisch zwischen den beiden Hauptgebäuden untergebracht werden. Mit der Eröffnung des Hotels soll das Haus auch einen neuen Namen erhalten: Die Villa Pétrusse. Der Name ist als Anlehnung an den Standort des Hotels gedacht; aus dem Garten hat man einen Panoramablick über das Petrusstal. 

Für Architekt Jim Clemes ist das Projekt nich ohne Herausforderungen. Denn ein aggressiver Pilz hat Teile des Gebäudes befallen.
Für Architekt Jim Clemes ist das Projekt nich ohne Herausforderungen. Denn ein aggressiver Pilz hat Teile des Gebäudes befallen.
Foto: Caroline Martin

Der mit den Umbauarbeiten beauftragte Architekt Jim Clemes beschreibt die Herausforderung des Projekts: "Wir wollen die Kontinuität des Ortes beibehalten. Das heißt: Das Gebäude soll wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden. Das Problem ist aber, dass Teile des Gebäudes von einem aggressiven Pilz befallen sind, der die Substanz angreift. Um es renovieren zu können, müssen wir das Gebäude abtragen und Stein für Stein wieder aufbauen."

So soll das fertige Hotel einmal aussehen. Alle technischen Einrichtungen sollen unterirdisch untergebracht werden.
So soll das fertige Hotel einmal aussehen. Alle technischen Einrichtungen sollen unterirdisch untergebracht werden.
Foto: Caroline Martin

Die bei der Präsentation ebenfalls anwesende Kulturministerin Sam Tanson (Déi Gréng) lobte die gute Zusammenarbeit zwischen dem Bauträger und ihrem Ministerium: "Das Gebäude steht jetzt schon zu lange leer. Mit der Renovierung und der neuen Nutzung als Hotel und Restaurant wird es endlich wieder der Öffentlichkeit zugänglich." Gleichzeitig kündigte Tanson an, dass das Kulturministerium die Umbauarbeiten an dem Gebäude zunächst mit 500 000 Euro subventioniern wird. 




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