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Neuer Fußgänger- und Radweg für Kirchberg
Ein Fußgänger- und Fahrradweg wird voraussichtlich in zweieinhalb Jahren von der Avenue J.F. Kennedy zum Mudam führen.

Neuer Fußgänger- und Radweg für Kirchberg

Grafik: Mimram, Fabeck
Ein Fußgänger- und Fahrradweg wird voraussichtlich in zweieinhalb Jahren von der Avenue J.F. Kennedy zum Mudam führen.
Lokales 8 2 Min. 17.12.2018

Neuer Fußgänger- und Radweg für Kirchberg

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Durch eine Passerelle sollen die Visibilität und die Frequentierung des Mudam erhöht werden. Baubeginn könnte in einem Jahr sein.

Das Stadtviertel Kirchberg bekommt einen neuen Fußgänger- und Radweg. Läuft alles nach Plan, könnte die Passerelle, die von der Avenue J. F. Kennedy durch den Park Dräi Eechelen zum Mudam führt, im Sommer 2021 fertiggestellt sein. Freuen tut dies nicht nur Mudam-Direktorin Suzanne Cotter. Am Montag wurde der Gewinner des Wettbewerbs für Architekten und Ingenieure bekannt gegeben.

Der Fußgänger- und Fahrradweg wird sich vom Bastion in Höhe des Halts Rout Bréck-Pafendall durch den Wald bis zum Vorplatz des Mudam schlängeln. Auf diesem Foto sieht man rotgepunktet, welcher Bereich vom Vorhaben betroffen ist.
Der Fußgänger- und Fahrradweg wird sich vom Bastion in Höhe des Halts Rout Bréck-Pafendall durch den Wald bis zum Vorplatz des Mudam schlängeln. Auf diesem Foto sieht man rotgepunktet, welcher Bereich vom Vorhaben betroffen ist.
Foto: Simon Schmitt - www.globalview.be

„Alle Zutaten sind da, es war also einfach, ein Projekt zu erstellen“, sagte der französische Architekt-Ingenieur Marc Mimram, der den Concours restreint zusammen mit dem Büro Fabeck Architectes aus Luxemburg gewonnen hat.

Durch die Natur zur Kultur

Mit den Ingredienzen meint Mimram die Natur und die Kultur, die auf diesem Teil des Viertels Kirchberg nah beieinander liegen. Der neue, bidirektionale Weg, der sowohl Einheimische und Touristen, als auch die Verantwortlichen des Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean (Mudam) und des Musée Dräi Eechelen zufrieden stellen dürfte, wird sich von der Umsteigeplattform Rout Bréck-Pafendall bis zum Parvis des Mudam erstrecken.

Einstimmiges Urteil der Jury 

32 Interessenten hatten sich für den Wettbewerb, den der Fonds Kirchberg als Bauherr ausgerufen hatte, gemeldet. Michel Desvigne, Landschaftsarchitekt und Präsident der Jury, wies bei der Präsentation darauf hin, dass alle Projekte von hoher Qualität seien und das Urteil einstimmig getroffen worden sei. Desvigne unterstrich insbesondere den bildhauerischen Charakter des Gewinnerprojektes. Die "wunderschöne" Passerelle würde sich hervorragend in den Park eines zeitgenössischen Museums einfügen, entspreche aber auch dem Bild, welches das Kirchberg-Plateau charakterisiere.

Laut Patrick Gillen, Präsident des Fonds Kirchberg, gab es keine Einschränkungen für dieses Projekt. Sowohl in puncto allgemeiner Bebauungsplan der Stadt Luxemburg als auch seitens der Naturverwaltung habe es keine Bedenken gegeben.

Von Leichtigkeit geprägt

Die Herausforderung für die Wettbewerbsteilnehmer sei es gewesen, ein Konzept zu erstellen, dem so wenig Bäume wie möglich zum Opfer fallen. Das Gewinnerprojekt sei von Leichtigkeit geprägt und der Umgebung angepasst.

Gillen wies auch auf ein Projekt des Landschaftsarchitekten Peter Latz aus dem Jahr 2008 hin, das wegen der Finanzkrise nicht verwirklicht worden war.

Terminplan und Kosten

Mit den Studien werde sofort begonnen, mit dem Beginn der Arbeiten, die 18 Monate in Anspruch nehmen dürften, wird für Anfang 2020 gerechnet. Honorare und Mehrwertsteuer ausgenommen, sollen sich die Kosten auf drei Millionen Euro belaufen.

Kürzerer Weg

„Ich freue mich über dieses Projekt, weil die Passerelle meinen Arbeitsweg mit dem Fahrrad noch verkürzen wird und ich durch eine schöne Landschaft fahren werde“, kommentierte Bautenminister François Bausch den geplanten Bau. Er erinnerte daran, dass das Viertel einst durch eine Autobahn in zwei Hälften geteilt worden sei. Heute sei der Stadtteil gut organisiert, könne gar als Vorzeigeprojekt bezeichnet werden.

Ein Schlüssel zum Mudam

Wie Umfragen gezeigt hätten, sei die Zugänglichkeit zum Mudam nicht optimal, sagte die Museumsdirektorin Suzanne Cotter. Sie beglückwünschte sowohl die Initiatoren des Wettbewerbs als auch die Preisträger und sah in der Passerelle einen Schlüssel zur 2006 eröffneten Kulturinstitution.


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