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Neuer Doppelstock-Triebwagen: Ein „Kiss“ für die Grenzgänger
Lokales 8 2 Min. 29.09.2014

Neuer Doppelstock-Triebwagen: Ein „Kiss“ für die Grenzgänger

In Wasserbillig haben CFL-Vorstände und Minister Bausch einen neuen Triebwagen vorgestellt. Die acht Züge verbessern das Angebot für Pendler nach Wasserbillig, Trier und Koblenz.

(jsf) - Bescheiden ist der Zug nicht. Zumindest nicht dem Namen nach. „Kiss“ heißt der neue Doppelstock-Triebwagen der CFL. Die Abkürzung steht für „komfortabler, innovativer, spurtstarker S-Bahn-Zug“. Hält er dieses Versprechen? Am Montagnachmittag wurde der Zug von CFL-Generaldirektor Marc Wengler, dem Vorstand des Personenverkehrs Marc Hoffmann und Infrastrukturminister François Bausch symbolisch in Betrieb genommen.

Die acht Züge sollen das Angebot von Luxemburg-Stadt über Trier nach Koblenz verbessern – und damit die Anbindung an das deutsche Fernverkehrsnetz. Ab Dezember sollen die Züge tagsüber stündlich fahren.

Für den Minister ist der Zug Teil seines Plans, die Menschen weg vom Individualverkehr und hinein in die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen. Also vor allem die Pendler und Grenzgänger. Immerhin 30 Prozent der CFL-Fahrgäste gehörten zu dieser Gruppe, so Wengler. Für ihn ist das Schweizer Fabrikat der Firma Stadler nicht bloß ein neuer Zug, sondern „eine neue Generation“.

Steckdosen und Wickeltisch

Ganz so viel Innovation ist dann doch nicht im Zug zu finden. Es sieht aber alles hübsch aus und ist sehr gut verarbeitet. Es gibt auch mehr Beinfreiheit in den Zügen – obgleich dieser in der 2. Klasse nicht enorm ist. Vor allem die Fensterplätze werden sehr durch die Müllbehälter eingeengt – man hätte sie wie beim ICE besser unter die Vordersitze montiert. Für große Personen könnten auch die Kopflehnen etwas länger sein. Aber gut, dafür macht die 1. Klasse einiges her.

Die feinen Ledersitze mit ordentlich Beinfreiheit orientieren sich an Fernzügen. Und auch sonst gibt es ein paar schöne Details: Steckdosen (wenn auch leider nicht an jedem Platz), große Einstiegsbereiche mit ausfahrenden Trittbrettern, ein Sonderabteil für drei Rollstühle und 24 Fahrräder. Auch eine der zwei Toiletten ist rollstuhlgerecht – und mit Wickeltisch. Natürlich gibt es eine Klimaanlage – und sehr leise ist er, der „Kiss“ aus der Schweiz.

Der "Kiss" im Test

Contra

- Müllfächer engen Fensterplätze ein

- Sitze im Kopfbereich recht kurz


Pro

- Steckdosen (nicht an jedem Platz)

- rundum hochwertige Verarbeitung

- Abkippbare (nicht alle) Ledersitze in 1. Klasse mit großer Beinfreiheit

- Klapp-Tabletts mit Getränkeslot


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