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Neuer "Diffbus": Weltpremiere in Sachen Elektrobus
Ab Mai werden die "Diffbus"-Linien von solchen Volvo-Bussen gefahren.Der Antrieb ist zu 100 Prozent elektrisch.

Neuer "Diffbus": Weltpremiere in Sachen Elektrobus

Grafik: Sales-Lentz/Volvo-Electric
Ab Mai werden die "Diffbus"-Linien von solchen Volvo-Bussen gefahren.Der Antrieb ist zu 100 Prozent elektrisch.
Lokales 4 2 Min. 29.09.2016

Neuer "Diffbus": Weltpremiere in Sachen Elektrobus

Luc EWEN
Luc EWEN
Erstmals setzt eine Stadt ganz auf Elektrobusse. Dabei handelt es sich nicht um Hybridbusse, sondern um nur durch Strom angetriebene Busse. Die Stadt heißt Differdingen.

(L.E.) - Ganz ohne umweltbelastenden Ausstoß soll es ab Mai beim "Diffbus" zugehen. Zum einen bleibt die Stadt Differdingen beim Ziel, langfristig in Sachen Stromproduktion autark zu werden und ganz auf Ökostrom zu setzen. Zum anderen soll der Fuhrpark von drei Dieselbussen, durch vier Volvo 7 900 Electric Busse ersetzt werden.

Änderungen bei den Linien

Durch diese Flottenerweiterung soll eine vierte Linie möglich werden. Quasi unverändert bleiben die Linien zwei (Fousbann) und drei (Oberkorn). Die Linie eins (Niederkorn) wird ab Mai in zwei geteilt. Die neue Linie eins wird mehr Viertel bedienen als bisher, dafür aber nicht mehr bis zum Parc Gerlache fahren. Ihr Terminus wird beim CHEM sein. Von dort aus wird die neue Linie vier zum Gerlache fahren.

Somit gibt es künftig zwei Umsteigehaltestellen, eine beim Park und eine beim CHEM. An beiden wird es je eine Aufladestation geben. Diese sollen auch von anderen Fahrzeugen genutzt werden.

Elektrisch betriebene Müllwagen

So erwägt die Stadt elektrisch betriebene Müllwagen anzuschaffen, die wie Busse von TICE, CFL oder RGTR hier „tanken“ können. Dazu braucht es übrigens sechs Minuten.

Sollten sich andere Busbetreiber, wie beispielsweise das regionale Syndicat Tice dazu entscheiden ähnliche Busse anzuschaffen, könnten auch sie von den Ladestationen an den Diffbus-Haltestellen profitieren.
Sollten sich andere Busbetreiber, wie beispielsweise das regionale Syndicat Tice dazu entscheiden ähnliche Busse anzuschaffen, könnten auch sie von den Ladestationen an den Diffbus-Haltestellen profitieren.
Foto:Gerry Huberty

Die neuen "Diffbusse" fassen 85 Passagiere. Ihre Vorgänger boten nur 50 Gästen Platz. Dies sei auch deshalb nötig, weil der 2004 eingeführte Diffbus zum Opfer seines Erfolgs geworden sei, so Bürgermeister Roberto Traversini. Nicht weniger als 4 300 mal täglich, werden demnach die drei Linien genutzt.

Derzeit wird der Dienst montags bis samstags von 7 bis 19 Uhr angeboten. Dieses Zeitfenster könnte erweitert werden. Nichts ändern wird sich indes am 30-Minuten-Takt. Auch soll das Angebot weiterhin gratis bleiben.

Vergleichbares in der Hauptstadt

Auch die Stadt Luxemburg möchte in Zukunft „Plug-In-Busse“ einsetzen, die mittels Ladestationen und Pantografen aufgeladen werden. Die Hauptstadt hatte im Juni bekannt gegeben, fünf solcher Busse bei Volvo bestellt zu haben. Aufladestationen soll es am Hauptbahnhof und in Cents geben.

Im Gegensatz zu den Differdinger Modellen, handelt es sich hier allerdings um Hybridbusse mit zwei Antriebspfaden; einem Elektro- und einem Dieselmotor. Außerdem wird in der Hauptstadt bereits ein rein elektrisch betriebener Minibus als City-Shopping-Bus eingesetzt.

Eine Weltpremiere

Der "Diffbus" soll allerdings zum ersten rein elektrisch betriebenen größeren Linienbus im Großherzogtum werden. Laut Sales-Lentz und Volvo handelt es sich sogar um eine Weltpremiere, da Differdingen somit zur ersten Stadt überhaupt wird, deren gesamter Busfuhrpark zu 100 Prozent elektrisch betrieben wird.

Für eine Stadt, die vier Busse zählt, ist dies natürlich etwas leichter umsetzbar als für eine Großstadt. Zumal die Busse nicht von der Stadt selbst, sondern von Sales-Lentz betrieben werden. Sollten die Ladestationen, wie von der Stadt erhofft, vom Staat subventioniert werden, so sollen sich die Kosten des neuen "Diffbusses" für die Gemeinde auf rund eine Million Euro jährlich belaufen. Das entspricht in etwa 14 Prozent mehr als beim alten "Diffbus". Die Anschaffung einer Ladestation schlägt mit rund 300 000 Euro zu Buche.

Der Diffbus im Wandel der Zeit


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