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Neue Stromtrasse sorgt für Spannung
Lokales 2 Min. 29.07.2020

Neue Stromtrasse sorgt für Spannung

Der Ausbau des Stromnetzes ist laut dem Stromversorger CREOS unumgänglich.

Neue Stromtrasse sorgt für Spannung

Der Ausbau des Stromnetzes ist laut dem Stromversorger CREOS unumgänglich.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 29.07.2020

Neue Stromtrasse sorgt für Spannung

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die Pläne des Stromlieferanten Creos, das Hochspannungsnetz zwischen der deutschen Grenze und Bartringen zu erneuern, sorgen für Gesprächsstoff im Alzettetal.

Die Planung einer neuen Hochspannungstrasse sorgt in den betroffenen Gemeinden zurzeit für Gesprächsstoff. Zwar war bereits seit Veröffentlichung eines Creos-Bedarfsberichts (Scenario Report 2040) im Jahre 2018 bekannt, dass diese Trasse früher oder später ausgebaut werden würde. Die Vorstellung der Pläne in den Gemeinden Lorentzweiler und Steinsel führt jetzt aber zu Kritik.  

In einer Pressemitteilung verlangt die Umweltschutzorganisation  Mouvement écologique (Méco), dass  Energieminister Claude Turmes (Déi Gréng) seine Verantwortung übernehmen solle und im Interesse des Schutzes von Mensch und Natur die bestmögliche Variante zurückbehalten und im Notfall nach Alternativen suchen sollte. Dazu gehört auch das unterirdische Verlegen der Hochspannungskabel. Laut Méco würden die europäischen Vorgaben verlangen, dass die gesamte Strategie des Netzbetreibers Creos offengelegt wird und damit auch öffentlich diskutiert werden kann. 


Wi , Inauguration Installation Photovoltaique , centre de Tri Poste , Bettemburg , Sonnenenergie , Photovoltaik , eneuerbare energie , Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Rückbau über bewohntem Gebiet geplant

Die betroffenen Gemeinden, allen voran Steinsel und Lorentzweiler, wurden vor Kurzem  über die Pläne der Creos ins Bild gesetzt. Beide Bürgermeister zeigten sich in einer ersten Reaktion  wenig begeistert bis kritisch. Wegen des weiter zunehmenden nationalen Strombedarfs soll die bestehende 220-Kilovolt-Leitung von Heisdorf nach Trier durch eine leistungsfähigere 380-Kilovolt Leitung ersetzt werden.

Zugleich weicht die bestehende 220 Kilovolt Leitung von Bofferdingen nach Bartringen einer neuen  380-Kilovolt-Leitung. Dies bedeutet in der Praxis, dass bestehende Leitungen zurückgebaut werden und die Wohnviertel von Steinsel nicht mehr überquert werden. Insgesamt soll das Alzettetal damit deutlich entlastet werden.   Die Leitung soll den Informationen des „Luxemburger Wort“ zufolge einen Bogen um die Gemeinden Lorentzweiler und Steinsel machen und anschließend das Alzettetal durchqueren. Da seit 1994 das Überqueren von Wohngebieten durch neu angelegte Hochspannungslinien nicht mehr erlaubt ist, musste die Creos nach einer Alternativtrasse suchen.    

Neue Umspannanlage

Nach dem Überqueren des Alzettetals  soll die Linie Richtung Süden  wieder die alte Trasse benutzen. In Steinsel würden die Hochspannungsleitungen über bewohntem Gebiet verschwinden. Zugleich würde die Umspannanlage aus dem Dorfkern von Heisdorf verschwinden. Eine neue Umspannanlage für die 380 Kilovolt-Leitungen soll außerhalb der Ortschaft Bofferdingen, in der Nähe der Einfahrt zum Tunnel Grouft entstehen. Die Creos rechnet bis 2027 mit der Inbetriebnahme der neuen Leitungen. 

Laut Energieministerium sehe Creos das Projekt als unumgänglich an, um die Zulieferung aus Deutschland zu gewährleisten und damit ihrem gesetzlichen Auftrag der Versorgungssicherheit gerecht zu werden. Zugleich müssten erst sämtliche legalen Genehmigungsverfahren, darunter auch eine Umweltimpaktstudie, durchlaufen werden, bevor der Bau der Leitung möglich wird.

Laut Minister Claude Turmes  müsste das Projekt die Versorgungssicherheit Luxemburgs mittel- und langfristig garantieren. Weitere angestrebte Ziele sind eine größere Distanz zwischen Wohnhäusern und Hochspannungsleitungen sowie der Abbau einer ganzen Reihe von  Hochspannungsleitungen im Alzettetal.   

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