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Neue Rollen für Kliniken in Niederkorn und Düdelingen
Lokales 3 Min. 12.03.2019

Neue Rollen für Kliniken in Niederkorn und Düdelingen

Noch ist das Schicksal des Hôpital Princesse Marie-Astrid in Niederkorn nicht besiegelt, sagt Bürgermeister Roberto Traversini.

Neue Rollen für Kliniken in Niederkorn und Düdelingen

Noch ist das Schicksal des Hôpital Princesse Marie-Astrid in Niederkorn nicht besiegelt, sagt Bürgermeister Roberto Traversini.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 3 Min. 12.03.2019

Neue Rollen für Kliniken in Niederkorn und Düdelingen

Der Bau des Südspitals in Esch/Alzette beim Kreisverkehr Raemerich zeichnet sich ab. Doch was geschieht mit den Außenstellen Niederkorn und Düdelingen? Sie sollen neue Aufgaben bekommen.

Von Raymond Schmit

Gegen den Bau eines neuen Megakrankenhauses gegenüber dem Werk Belval von ArcelorMittal in Esch/Alzette, um die medizinische Versorgung in der Südregion zu verbessern, hat man im Prinzip nichts einzuwenden. Wird aber der Gigant die Häuser in Niederkorn und Düdelingen schlucken und ihre Zukunft gefährden? 

"L'essentiel" berichtete am Dienstag, dass die Klinik in Niederkorn bis 2025 abgerissen werden könnte. Auf Nachfrage erklärte aber der Differdinger Bürgermeister Roberto Traversini, dass zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht entschieden sei, was mit dem Gebäude geschehen werde. 

So treibt die Frage nach der Zukunft der Krankenhäuser in Niederkorn und Düdelingen treibt nicht nur den Gemeindeverantwortlichen Sorgenfalten auf die Stirn, sondern auch vielen Einwohnern. Während das Krankenhaus in Niederkorn eine wichtige Rolle bei der medizinischen Nahversorgung im Korntal spielt, ist der Ableger des CHEM in Düdelingen, der sich auf Geriatrie spezialisiert hat und über eine Poliklinik verfügt, in Notfällen auch eine Anlaufstelle für die Bewohner der Nachbargemeinden Bettemburg, Kayl, Frisingen und Roeser. 

Neue Ausrichtung 


CHEM - Centre Hospitalier Emil Mayrisch - Hôpital Princesse Marie-Astrid - Niederkorn -  - 08/01/2019 - photo: claude piscitelli
Notaufnahme in Niederkorn nachts geschlossen
Seit dem 1. Januar ist die Unfallstation in Niederkorn zwischen 21 und 7 Uhr geschlossen. Tagsüber bleibt der Notdienst aber in Niederkorn bestehen. Vorerst jedenfalls.

Zu grundlegenden Veränderungen bei der medizinischen Versorgung in der Südregion werde es in naher Zukunft wohl nicht kommen, versicherte der neue Generaldirektor des CHEM, Hansjörg Reimer, im Rahmen einer Informationsveranstaltung am Montag in Differdingen. 

Dass es nach der Fertigstellung des neuen Südspitals in Esch eine neue Rollenverteilung unter den einzelnen Häusern des Krankenhausverbundes geben wird, schloss er allerdings nicht aus. Das wird aber frühestens Ende 2024 oder Anfang 2025 der Fall sein. Dann sollen die ersten Patienten im neuen Krankenhaus in Esch aufgenommen werden, vorausgesetzt, der Zeitplan, den man sich für den Bau vorgenommen hat, kann eingehalten werden. 

Traversini:  „Wir wollen, dass das so bleibt.“   

Im Rahmen des Vortrags brachte Differdingens Bürgermeister Roberto Traversini die Sorgen der Kommunalpolitiker zum Ausdruck. Er erinnerte daran, dass es das Ziel bei der Fusion der drei Krankenhäuser in der Südregion war, im Not- oder Krankheitsfall besser und schneller zu helfen. „Ich glaube, da ist uns gelungen“, so Traversini. Und er fügte unmissverständlich hinzu: „Wir wollen, dass das so bleibt.“

So fordert die Gemeinde, dass eine medizinische Anlaufstelle in Differdingen bestehen bleibt. Dies auch um die Notaufnahme in Esch/Alzette zu entlasten. 

Neuausrichtung der Notaufnahme

Zurzeit stehen in Esch 348, in Niederkorn 217 und in Düdelingen 64 Betten zur Verfügung. In den drei Häusern arbeiten insgesamt 1861 Beschäftigte in den Bereichen Krankenpflege und Verwaltung und 262 Ärzte. Nach dem Neubau sollen es 629 Betten sein. 

Angesichts von 21 000 ambulanten Behandlungen, medizinischen Eingriffen, von denen 61 Prozent auf den Bereich Orthopädie entfallen, Aufnahmen und Sprechstunden im Jahr wird sich in Niederkorn in naher Zukunft wohl kaum etwas ändern. Eine Neuausrichtung gibt es allerdings bei der Notaufnahme. 

In diesem Bereich kommt es aufgrund des neuen Spitalgesetzes, das im März 2018 in Kraft trat, zu einer Umstellung. Für Notfälle ist Niederkorn nur noch bis 21 Uhr zuständig, dann steuern die Notdienste bis 7 Uhr Esch an. Das sei eine Auflage des Gesetzgebers, erklärte Dr. Reimer, die vorsehe, dass es in der Region nur noch eine Notaufnahme gibt. 

Umweltmedizin in Niederkorn? 


Zukunft Düdelinger Krankenhaus nach Südspidol - Pläne für Ala Pflegeheim,  Hopital Ville de Dudelange, Dan Biancalana, Foto Lex Kleren
Ringen um die Zukunft des Diddelenger Spidol
Das Düdelinger Krankenhaus könnte nach der Fertigstellung des Südspidols zu einer Betreuungseinrichtung für Demenzkranke werden.

Was die Zukunft der Standorte Niederkorn und Düdelingen anbelangt, so versicherte der Generaldirektor, dass man sich Gedanken darüber mache. Für Niederkorn sei die Umweltmedizin angedacht. Das wäre ein Pilotprojekt für Luxemburg. 

Auch die Laserbehandlung könnte in der Gemeinde Differdingen angeboten werden. Und die beschränkt sich nicht nur auf die Augenmedizin. 

Neubau in Düdelingen?

Das derzeitige Haus in Düdelingen wird mittelfristig wohl in seiner jetzigen Form geschlossen werden. Allerdings versicherte Hansjörg Reimer, dass man sich gemeinsam mit dem Familienministerium Gedanken über die zukünftige Bestimmung des Standorts mache. 

In Düdelingen könnte eine Einrichtung für bis zu 120 Demenzkranke mit einer Poliklinik entstehen. Dazu wird wohl das bestehende Gebäude abgerissen, um Platz für einen Neubau zu machen. Alle Fragezeichen sind allerdings noch nicht aus dem Weg geräumt.


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Projet neit Südspidol - Photo : Pierre Matgé