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Neue Regeln für die Rue de Strasbourg
Lokales 5 3 Min. 24.09.2021
Stadt setzt auf Verkehrsberuhigung

Neue Regeln für die Rue de Strasbourg

Einfahrt trotz großflächiger Verbotsschilder: Bürgermeisterin Lydie Polfer herself stoppte am Freitagmorgen in der Rue de Strasbourg Verkehrssünder.
Stadt setzt auf Verkehrsberuhigung

Neue Regeln für die Rue de Strasbourg

Einfahrt trotz großflächiger Verbotsschilder: Bürgermeisterin Lydie Polfer herself stoppte am Freitagmorgen in der Rue de Strasbourg Verkehrssünder.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 5 3 Min. 24.09.2021
Stadt setzt auf Verkehrsberuhigung

Neue Regeln für die Rue de Strasbourg

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Es ist nicht mehr möglich direkt von Hollerich in die Rue de Strasbourg einzufahren. Zur Avenue de la Liberté hin wird die Straße zudem verkehrsberuhigt.

Weniger Lärm, bessere Luft und eine höhere Lebensqualität, das verspricht sich die Hauptstadtverwaltung von einer gestern eingeführten veränderten Verkehrsführung in der hauptstädtischen Rue du Strasbourg.

Verkehrsberuhigung ist das Schlüsselwort. Und konkret soll die insbesondere dem Teil der Rue de Strasbourg zugutekommen, in dem Gaststätten und Restaurants dem Viertel mit ihren einladenden Terrassen seit Pandemiebeginn mehr Leben eingehaucht haben, als alle anderen Maßnahmen es zuvor geschafft haben. 

So ist die Zufahrt zum oberen Teil der Rue de Strasbourg – zwischen Rue du Fort Wedell und Avenue de la Liberté – fortan nur noch für Radfahrer, Anwohner und Zulieferer erlaubt. 

Schleichweg als Begegnungszone 

Den Regeln einer Zone de Rencontre entsprechend dürfen Fußgänger nun die gesamte Fahrbahnbreite benutzen – ohne allerdings andere Verkehrsteilnehmer absichtlich zu behindern. Autofahrer – in diesem Fall eben nur noch Anwohner und Zulieferer – dürfen den Fußgängerverkehr dabei ebenso wenig behindern und gefährden – und müssen, wenn nötig, anhalten. Zudem gilt auf der Fahrbahn ein generelles Parkverbot, außer auf markierten Flächen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h. 

Die neue Begegnungsfläche ist am Zugang in Höhe der Rue du Fort Wedell deutlich mit beidseitiger Beschilderung ausgewiesen. Wie schwach die Wirkung dieser Schilder allerdings ist, zeigte sich bereits bei der Pressevorstellung, als gleich mehrere Autofahrer den Schöffenrat hupend von der Fahrbahn drängten.

Effektive Verkehrsberuhigung – sprich, den unerwünschten Durchgangsverkehr zu unterbinden – erscheint unter diesen Umständen kaum möglich, ohne die komplette Sperrung der Ausfahrt zur Avenue de la Liberté. Das wiederum sei derzeit nicht machbar, erklärt der Leiter des hauptstädtischen Verkehrsdiensts, Laurent Vanetti, auf LW-Nachfrage hin. 

Der Grund: Es gibt keine Wendemöglichkeit für die Lastwagen, die die Gastronomie und Geschäfte zuliefern. Auch eine Freigabe für Radfahrer entgegen der Fahrtrichtung sei derzeit in diesem Teilbereich der Rue de Strasbourg nicht sinnvoll. 

Zuversicht für nach 2022

Doch Mobilitätsschöffe Patrick Goldschmidt (DP) demonstriert Zuversicht für einen späteren Zeitpunkt. Ab 2022 würden neben unterirdischen Infrastrukturarbeiten auch die Oberfläche komplett neu gestaltet und beispielsweise Fahrbahn und Bürgersteige auf eine Ebene gebracht – das eröffne neue Perspektiven. 

„Wir beginnen jetzt damit, den Einsatz von versenkbaren Pollern als Verkehrssperren in der Oberstadt zu testen“, so Goldschmidt. „Das könnte auch hier ein denkbares Szenario sein.“ Diese sogenannten Modalfilter könnten gegebenenfalls dafür sorgen, dass nur noch Fahrzeuge ein- und ausfahren, die das tatsächlich dürfen. 

Am anderen Ende der Rue de Strasbourg – zur Hollericher Seite hin – gibt es ebenfalls seit gestern eine veränderte Verkehrsführung mit dem erklärten Ziel der Verkehrsberuhigung. Hier wurde die Fahrtrichtung im einspurigen Bereich zwischen der Place Merkels und der Rue de la Fonderie umgekehrt. Damit ist Zufahrt zu diesem Teil der Rue de Strasbourg nun von Hollerich aus verboten.

Lydie Polfer stoppt Autofahrer 

Aber auch hier zeigten vier teils großflächige Schilder an beiden Fahrbahnseiten nur wenig Wirkung und schließlich hüpfte die Bürgermeisterin herself in die Straße, um zuwiderhandelnde Autofahrer zu stoppen. 

„Sou elo genuch der Police hir Arbecht gemaach“, stichelte Lydie Polfer (DP) im Anschluss. Wenige Augenblicke später preschten weitere Autos und auch Busse mit teils erheblicher Geschwindigkeit entgegen der Fahrtrichtung in die Einbahnstraße. 

Mehrere Anwohner und Passanten bemühten sich vergeblich, um diese auf die neuen Bestimmungen hinzuweisen. „Was willst du? Es kommt ja keiner entgegen. Du bist nicht die Polizei“, brüllte eine Fahrerin einem der Anwohner aus dem offenen Seitenfenster entgegen – die Fäkalsprache ausgeklammert. 

Mit den nun umgesetzten Neuerungen schließt sich auch ein anderer Kreis im Bahnhofsviertel – zumindest fast: Westlich der Avenue de la Liberté gibt es mit der Rue de Hollerich nun nur noch eine einzige Straße, in der Tempo 50 erlaubt ist. 

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