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Neue Regeln für den Wald
Lokales 2 Min. 21.06.2018

Neue Regeln für den Wald

Der Wald muss ökologische, ökonomische und soziale Rollen erfüllen.

Neue Regeln für den Wald

Der Wald muss ökologische, ökonomische und soziale Rollen erfüllen.
Lex Kleren
Lokales 2 Min. 21.06.2018

Neue Regeln für den Wald

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Im aktuellen, veralteten Forstregelwerk sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Umweltministerin Carole Dieschbourg hat deshalb mit einer modernisierten Zusammenfassung ein regelrechtes Waldgesetz erarbeitet.

Höchste Zeit also, die bereits mehrfach überarbeiteten Bestimmungen zu durchforsten und an die heutigen Gegebenheiten anzupassen. Das neue Gesetz passt sich dabei den Besitzverhältnissen an: Immerhin 35 Prozent der Landesfläche sind mit Wald bedeckt, 52 Prozent davon sind in Privatbesitz, 34 Prozent in Gemeindebesitz und 13 Prozent gehören dem Staat. „Der Umgang mit dem Wald steht heute vor drei großen Herausforderungen“, so Umweltministerin Carole Dieschbourg. „Einmal die Nutzung des Waldes zur Freizeitgestaltung, der Impakt des Klimawandels und die forstwirtschaftliche Nutzung des Waldes.“

Vielfache Nutzung

Mit dem neuen Gesetzestext sollen gleich mehrere Ziele erreicht werden: Der Wald soll nachhaltig bewirtschaftet werden, er soll als natürliches Biotop geschützt werden und damit weiterhin seine Rolle als Klimaschützer behalten. Zugleich aber soll die Forstwirtschaft erhalten und unterstützt werden. „Es gab deshalb im Vorfeld auch einen regen Austausch mit den Gemeinden, den Umweltschutzverbänden und den Privatwaldbesitzern“, so Dieschbourg.

Um den verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden, wurde der Text in zwei Teile aufgespalten: Ein Teil beinhaltet die Vorschriften und Regeln für sämtliche Wälder, in der zweiten Hälfte werden die zusätzlichen Auflagen für öffentliche Wälder aufgeführt.

Zugangsrechte geklärt

Geklärt werden dabei im Detail vor allem die Definition von Wald sowie die Zugangsrechte. Damit soll auch Rechtssicherheit geschaffen werden. Zugleich werden Wegbeschilderung und daraus abgeleitete Schuldfragen bei Unfällen geklärt. So stehen Waldgebiete grundsätzlich jedem Bürger offen. Allerdings muss dieser sich verantwortlich verhalten und keinen Schaden verursachen. Zudem muss er die für ihn vorgesehenen Fußwege benutzen. Das gleiche gilt für Radfahrer und Reiter: Sie dürfen die Wege benutzen und zusätzlich die Pfade, die speziell für sie angelegt wurden. Jegliche Waldflächen außerhalb der beschilderten Wege sind allerdings tabu. Motorisierte Fahrzeuge sind ohnehin tabu, es sei denn der Waldbesitzer nutzt sie für wirtschaftliche Zwecke. Dieser hat beim Ausweisen von neuen Wegen denn auch ein Wort mitzureden. Bei Unfällen ist der Benutzer prinzipiell für sich selbst verantwortlich, es sei denn, ein Waldbesitzer habe grob fahrlässig gehandelt.

Der Bereich Waldschutz klärt vor allem Fragen der Waldbearbeitung, insbesondere das Verbot der Viehhaltung oder des Einbringens von Dünger und Pestiziden. Für die Forstwirtschaft wurden Regeln erarbeitet, nach denen Waldarbeiten durchgeführt werden müssen. Kahlschläge ab einer Fläche von einem halben Hektar sind nicht erlaubt, es gelten aber genehmigungspflichtige Ausnahmen bei Nadelwald.

Standortgerechte Baumarten

Grundsätzlich soll aber die Anpflanzung von heimischem Laubwald anstatt von Fichten oder Douglas unterstützt werden. Danach richtet sich auch die Bezuschussungspolitik. So werden eine ganze Reihe von ökologischen und nachhaltigen Maßnahmen finanziell unterstützt. Ebenso soll nachhaltige Waldbewirtschaftung mit Verjüngung und punktueller Rodung bevorzugt werden. Vorgeschrieben sind zudem Forstwirtschaftspläne ab einer Waldgröße von 20 Hektar.


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