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Neue Mobilitätsvisionen für die Nordstad
Lokales 4 3 Min. 19.05.2021

Neue Mobilitätsvisionen für die Nordstad

Die Verlegung der Bahnlinie sowie der N7 an den Fuß des Goldknapp bietet viele neue Gestaltungsideen für die Zentralachse.

Neue Mobilitätsvisionen für die Nordstad

Die Verlegung der Bahnlinie sowie der N7 an den Fuß des Goldknapp bietet viele neue Gestaltungsideen für die Zentralachse.
Foto: mmtp.lu
Lokales 4 3 Min. 19.05.2021

Neue Mobilitätsvisionen für die Nordstad

Arlette SCHMIT-THIERING
Arlette SCHMIT-THIERING
Die Nordstad soll zum drittgrößten Ballungsraum des Landes werden. Ein neues Mobilitätskonzept soll die notwendigen Perspektiven bieten.

Ein neues Mobilitätskonzept soll der gesamten Nordstad neue Visionen bieten. Die Minister François Bausch und Claude Turmes sowie die fünf Bürgermeister der zukünftigen Nordstadgemeinde haben das Konzept, das Teil des territorialen Leitbilds der Nordstad ist und vom Ministerium für Energie und Raumplanung zusammen mit den fünf Nordstad-Kommunen entwickelt wurde, gestern vorgestellt. Neben der Mobilität schließt das Projekt auch Siedlungsentwicklung, Natur und Umwelt, Infrastrukturen und wirtschaftliche Aktivitäten ein.

Das Mobilitätskonzept geht von einem prognostizierten Wachstum aus, das eine Reihe von Planungsgrundsätzen erfordert. So sollen für die Hauptverkehrsströme in der Hauptverkehrszeit effiziente öffentliche Verkehrsmittel mit nicht mehr als einem Umstieg angeboten werden. Für Fahrten von weniger als fünf Kilometern planen die Verantwortlichen optimale Bedingungen für das Radfahren und Zufußgehen. Und nicht zuletzt wird der Zugang zu öffentlichen Parkplätzen und zu allen Stadtteilen für den Individualverkehr gewährleistet bleiben, wogegen aber der Durchgangs- und überörtliche Verkehr auf das Hauptstraßennetz gelenkt wird.

Sieben Schlüsselelemente

Das Gesamtkonzept basiert auf sieben Schlüsselelementen, die ineinandergreifend hervorragende Perspektiven für die multimodale Mobilität im künftigen drittgrößten Ballungsraum des Landes bieten. Am einschneidendsten dürften wohl der Bau von zwei Ortsumgehungen sowie die Umgestaltung der Hauptverkehrsachse zwischen Ettelbrück und Diekirch sein.

Mobilitätskonzept Leitbild Nordstad 2035 - Diekirch:

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Die 2,8 Kilometer lange Ortsumgehung Ettelbrück soll eine Verbindung der B 7 in Höhe der ehemaligen Zigarettenfabrik mittels einer Brücke und einem anschließenden Tunnel zur N 15 in Höhe der Rue de Bastogne und von dort weiter durch einen Tunnel bis nach Warken schaffen. Die etwa 2,5 Kilometer lange Ortsumgehung Diekirch sieht vor, die N 7 vom Bamerdall bis zur N 17 in Höhe der Rue Clairefontaine durch einen Tunnel zu verbinden, um dann über eine neue Sauerbrücke am Kreisverkehr der Rue Joseph Merten und der Route de Gilsdorf zu enden.

 Mobilitätskonzept Leitbild Nordstad 2035 - Ettelbrück:

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Ganz neue Möglichkeiten für die Lebensqualität und die Schaffung von hochwertigem Wohnraum könnte die Umgestaltung der Zentralachse bieten. Heute besteht die Achse aus der vierspurigen N 7, der Bahn und einer zweispurigen Straße und bildet in ihrer jetzigen Form eine unüberwindbare und lärmintensive Barriere zwischen den bestehenden Ortsteilen von Ingeldorf und den zukünftigen Stadtentwicklungsgebieten.


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Ausbau der B7 als Puzzlestück der Nordstad
Minister François Bausch kündigt ein Gesamtkonzept für die Mobilität der Nordstad und den Ausbau der B 7 an.

Durch eine Verlegung der Bahnlinie und der N 7 an den Fuß des Goldknapp werden sowohl diese städtebauliche Barriere als auch die Bahnübergänge beseitigt. Der freigewordene Platz kann in ein grünes städtisches Netzwerk verwandelt werden, das es den Menschen ermöglicht, zu Fuß und mit dem Fahrrad zwischen den verschiedenen Stadtteilen von Ingeldorf zu pendeln und sogar die anderen Städte und Verkehrsknotenpunkte der Nordstad mit dem Bus oder Zug zu erreichen. So soll auch eine neue CFL-Haltestelle in Ingeldorf eingerichtet werden, denn das Mobilitätskonzept sieht in Bezug auf den öffentlichen Transport die Stärkung der Eisenbahn als Hauptelement vor.

 Mobilitätskonzept Leitbild Nordstad 2035 – Zentrale Achse:

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Bahnhof in Erpeldingen

Dazu gehört ein neuer Pôle d'échange, der in Erpeldingen, gegenüber der Laduno, entstehen wird. Dieser kann zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt werden und das nicht nur für die Nordstad, sondern auch für den Norden des Landes. Hier soll auch ein Parkhaus mit 2.000 Stellplätzen gebaut werden.

Mobilitätskonzept Leitbild Nordstad 2035 - Erpeldingen:

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Nicht zuletzt sieht die Planung die Schaffung eines sogenannten Vëloexpresswee vor. Diese Route wird das Rückgrat des Nordstad-Radwegenetzes bilden. Zusätzliche Brücken über die Alzette und die Sauer werden diese Infrastruktur sowohl an ein zukünftiges kommunales Radwegenetz, das alle Regionen bedienen wird, als auch an ein halbes Dutzend weiterer nationaler Radwege anbinden.

Die beiden Minister François Bausch und Claude Turmes sowie die fünf Bürgermeister der zukünftigen Nordstadgemeinde stellten das neues Mobilitätskonzept vor.
Die beiden Minister François Bausch und Claude Turmes sowie die fünf Bürgermeister der zukünftigen Nordstadgemeinde stellten das neues Mobilitätskonzept vor.
Foto: Arlette Schmit

Wie Bausch betonte, wird das neue Mobilitätskonzept, wenn es mit der Unterstützung der Gemeinden und anderer wichtiger Akteure umgesetzt wird, der Nordstad eine Lebensqualität und ein multimodales Mobilitätsangebot bieten, das nahezu einzigartig sein dürfte


Mit rund 24.000 Einwohnern verfügt der Ballungsraum Nordstad laut François Bausch nicht über das Potenzial für die Kapazitäten einer Tram.
Nordstad: Gemeinden stellen hohe Forderungen
5.000 Euro pro Einwohner: Das fordern die fünf Nordstad-Gemeinden an staatlichen Zuschüssen für ihre angestrebte Fusion.

Turmes fügte hinzu, dass dabei aber auch Platz frei werde und somit Möglichkeiten geschaffen werden für qualitätsvolles Wohnen, Wirtschafts- und Freizeitaktivitäten, die mit Unterstützung der Nordstad Entwécklungsgesellschaft gestaltet werden.

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