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Neue EU-Lebensmittel-Verordnung: Und niemand hat's bemerkt
Lokales 2 Min. 24.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Neue EU-Lebensmittel-Verordnung: Und niemand hat's bemerkt

An der Brot- und Fleischverkaufstheke im Cactus-Supermarkt in Howald sind die Informationen über Allergie- und Unverträglichkeitsauslöser via Tablet erhältlich.

Neue EU-Lebensmittel-Verordnung: Und niemand hat's bemerkt

An der Brot- und Fleischverkaufstheke im Cactus-Supermarkt in Howald sind die Informationen über Allergie- und Unverträglichkeitsauslöser via Tablet erhältlich.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 24.01.2015 Aus unserem online-Archiv

Neue EU-Lebensmittel-Verordnung: Und niemand hat's bemerkt

Seit mehr als einem Monat ist die neue EU-Lebensmittel-Verordnung nun in Kraft. Von der Umsetzung der Verordnung merkt der Konsument allerdings bislang recht wenig.

(rr) - Seit mehr als einem Monat ist die neue EU-Lebensmittel-Verordnung nun in Kraft. Sie sieht vor, dass Betreiber von Restaurants, Büro-, Schul- und Krankenhauskantinen, Bäcker, Metzger und weitere Lebensmittelanbieter die Waren kennzeichnen müssen. Von der Umsetzung der Verordnung merkt der Konsument allerdings bislang recht wenig.

Allergie- und Unverträglichkeitsauslöser müssen seit dem 13. Dezember 2014 EU-weit auch bei nicht vorverpackten Lebensmitteln deklariert werden. Dabei handelt es sich um glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fische, Erdnüsse, Soja, Milch und Laktose, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesamsamen, Schwefeloxid und Sulfit, Lupine sowie Weichtiere.

"Sichere" Speisen erkennen

Diese Regelung ist Teil der Lebensmittel-Informationsverordnung, die in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union verbindlich gilt. Dank der EU-Initiative soll es für die Konsumenten einfacher werden, eine für sie „sichere“ Speise zu erkennen.

Um der Kennzeichnungspflicht gerecht zu werden, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Man kann die Informationen direkt neben das Produkt schreiben, dem Kunden einen Ordner am Verkaufsort zur Verfügung stellen, mit Hilfe eines Computerterminals oder in sonst geeigneter und auf den ersten Blick sichtbare Weise informieren.

Im Vorfeld waren Hotels, Restaurants, Cafés und Handwerkerbetriebe durch die Horesca, resp. die Handwerkskammer informiert worden. Die „Chambre des métiers“ bietet wie im vergangenen Jahr auch in 2015 wieder während des ganzen Jahres Schulungen zur allgemeinen Lebensmittelkennzeichnung wie auch zur spezifischen Allergendeklaration an.

Obwohl seit über einem Monat in Kraft, bemerkt der Kunde erstaunlicherweise von der Umsetzung der EU-Verordnung bislang recht wenig und dies besonders in Restaurants, wo hinter jedem Gericht auf der Menükarte vermerkt sein müsste, ob es einen oder mehrere der 14 Allergie- und Unverträglichkeitsauslöser enthält.

Kontrolleure erst Mitte Januar geschult

Ein Grund dafür könnte sein, dass die Kontrolleure des „Service de la sécurité alimentaire“ und der „Administration des douanes et accises“ erst vom vergangenen 12. bis 14. Januar (!) für ihre neue Mission geschult wurden.

Die Kontrollen dürften denn auch erst jetzt, über einen Monat nach Inkrafttreten der europäischen Verordnung, anlaufen. Bedenklich bleibt, dass erst jetzt etwas geschieht, nachdem schon über ein Jahr gewusst war, dass diese neue Verordnung kommt.

Den Entwurf des großherzoglichen Reglements hat das Gesundheitsministerium im Dezember 2014 auf den Instanzenweg gebracht. Der Entwurf beinhaltet eine Reihe von nationalen Bestimmungen, zudem die Strafen, die bei Nichtbeachtung vorgesehen sind. Sie basieren auf dem Lebensmittelgesetz aus dem Jahr 1953. Vorgesehen sind Geldbußen zwischen 250 und 2 000 Euro.