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Neue Corona-Fälle: Zahlen sorgen für Verwirrung
Lokales 3 Min. 29.07.2020

Neue Corona-Fälle: Zahlen sorgen für Verwirrung

Die vom Gesundheitsamt mitgeteilten Zahlen stifteten zuletzt Verwirrung.

Neue Corona-Fälle: Zahlen sorgen für Verwirrung

Die vom Gesundheitsamt mitgeteilten Zahlen stifteten zuletzt Verwirrung.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 29.07.2020

Neue Corona-Fälle: Zahlen sorgen für Verwirrung

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Jeden Abend teilt die Santé die Zahl der Neuinfektionen vom Vortag mit. Doch diese Zahl wird zuletzt bisweilen nachträglich korrigiert. Das führt zu Durcheinander.

Allabendlich zwischen 17.30 und 18 Uhr, oft auch etwas später, veröffentlicht das Gesundheitsamt auf seiner Webseite die Zahl der Neuinfektionen vom Tag davor. Vor Kurzem wurde die Vorgehensweise bei der Zahlenübermittlung adaptiert - und das sorgt in der Öffentlichkeit zunehmend für Verwirrung. Denn: Der Zuwachs pro Tag stimmte nicht immer mit dem Zuwachs bei der Gesamtzahl der Fälle überein. 

Was bislang unklar war: Die abends genannte Zahl ist nur vorläufig – und wird mitunter im Nachhinein korrigiert. Der korrekte Wert wird von der Santé allerdings nicht groß verkündet, sondern lediglich nachträglich in den Statistiken auf der Detailseite korrigiert. 

Beispiel: Am Montagabend (27. Juli) meldete die Santé 35 Neuinfektionen für den 26. Juli. Wer sich heute die detaillierte Grafik auf der offiziellen Webseite ansieht, der stellt fest, dass beim 26. Juli nicht mehr nur 35, sondern 48 neue Fälle vermerkt sind. Am Samstag, dem 25. Juli, waren für den Vortag 133 Fälle gemeldet worden – in der Grafik sind es deren inzwischen 146, was einem Plus von fast zehn Prozent entspricht. 


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Dies erklärt auch, warum das „Luxemburger Wort” und RTL am Montagabend zunächst unterschiedliche Zahlen nannten. Betrachtete man nämlich die Gesamtzahl der Corona-Infektionen in Luxemburg von Montagabend (6.321) im Vergleich zum Vortag (6.272) - so waren 49 zusätzliche Fälle hinzugekommen. In der abendlichen Meldung der Santé ging jedoch nur von 35 neuen Fälle die Rede. Nachträglich wurde dieser Wert inzwischen auf 48 korrigiert.

„Nachträglich rektifiziert“

Auf Nachfrage hin räumt die Santé gegenüber dem „Luxemburger Wort” ein, dass es sich bei der allabendlich genannten Zahl nur „um einen vorübergehenden Wert” handelt, der „nachträglich rektifiziert” wird. „Richtig sind die Zahlen auf den Grafiken”, heißt es. Die dort vermerkte, korrigierte Zahl sieht man allerdings jeweils erst einen Tag später

Die Santé unterstreicht ihrerseits, dass die Art und Weise, wie die Zahlen kommuniziert werden, vergangene Woche  „verbessert” worden sei, die Parameter adaptiert. Ein Beispiel für die neue Vorgangsweise: Am 28. Juli werden die Fälle vom 27. Juli veröffentlicht und nicht mehr – wie zuvor - die Zahlen vom 26. auf den 27. Juli. Dies ist nun auch so vermerkt: „Neue Fälle am 27.07”. 


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Positive Resultate, die verspätet eintreffen – also nach der allabendlichen Mitteilung der Santé - werden nachträglich und nur auf den grafischen Darstellungen zu dem betreffenden Tag hinzugefügt. Dass die Zahl nachträglich angepasst wird, ist zwar in der Tat unten auf der Webseite unter „Note sur les données“ so vermerkt - welcher Wert wann und um wie viele Fälle korrigiert wurde, ist jedoch nicht einsehbar.  

Unklarheit bei Gesamtzahl der Tests

Verwirrung stiftet jedoch noch etwas anderes: die Gesamtzahl der Tests. Nach Angaben der Santé bezogen sich die 35 (später 48) Fälle, die am Montag gemeldet wurden, auf nur 812 Tests. Auf der französischen Version der Webseite wurde präzisiert, dass es sich um 812 Tests pro 100.000 Einwohner handelte. Auf der deutsch- und der englischsprachigen Webseite war dies nicht vermerkt. Am Dienstagabend bezog man sich dann erneut auf die Gesamtzahl der durchgeführten Tests.

Der Santé zufolge sei man sehr darum bemüht, die Zahlenkommunikation stetig zu verbessern. So soll fortan zum Beispiel auch darauf geachtet werden, dass eine Person nicht zweimal gezählt werden kann. 

Mehr Klarheit und weitere Erklärungen dazu dürfte es am Donnerstag bei der Vorstellung der wöchentlichen „Retrospective” durch die Gesundheitsministerin geben. Paulette Lenert stellt fortan jede Woche die bereinigten Zahlen von der vorhergegangenen Woche vor. 

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