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Neue Aufgaben für CFL-Schaffner und Ticketverkäufer
Lokales 2 Min. 29.07.2019

Neue Aufgaben für CFL-Schaffner und Ticketverkäufer

An dem kommenden März werden die Schaffner nur noch in der ersten Klasse Fahrkarten kontrollen müssen. Ihr Aufgabenbereich verändert sich dementsprechend.

Neue Aufgaben für CFL-Schaffner und Ticketverkäufer

An dem kommenden März werden die Schaffner nur noch in der ersten Klasse Fahrkarten kontrollen müssen. Ihr Aufgabenbereich verändert sich dementsprechend.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 29.07.2019

Neue Aufgaben für CFL-Schaffner und Ticketverkäufer

Maximilian RICHARD
Maximilian RICHARD
Die Einführung des gratis öffentlichen Transportes im kommenden März bringt mehrere Änderungen bei der CFL mit sich.

Sie sind die letzten ihrer Art: Ab dem kommenden März wird nämlich der bisherige Aufgabenbereich der Fahrkartenkontrolleure und Ticketverkäufer hierzulande zum Großteil verschwinden. Denn dann werden die öffentlichen Verkehrsmittel in Luxemburg für Passagiere kostenlos. Nur noch für Reisen in der ersten Klasse und ins Ausland müssen Fahrscheine gekauft werden.

Um ihren Arbeitsplatz müssen die etwa betroffenen 400 Mitarbeiter der CFL allerdings nicht bangen. Denn für ihre Aufgaben wurden zum Teil neu definiert und gewichtet, so der Mobilitätsminister, François Bausch (Déi Gréng), und der CFL-Direktor für Personenverkehr, Marc Hoffmann, am Montag bei einer Pressekonferenz.


Ein Ticket muss in Bus, Bahn und Tram bald niemand mehr vorzeigen. Nur für die erste Klasse im Zug sowie für grenzüberschreitende Verbindungen brauchen Passagiere weiterhin ein Abonnement.
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Auch weiterhin sollen Schaffner in den Zügen präsent sein. Sie sollen aber ab dem kommenden März nicht mehr nur hauptsächlich die Fahrscheine kontrollieren und verkaufen, sondern die Passagiere empfangen und während der Fahrt betreuen. So sollen die sogenannten Zugfahrbegleiter unter anderem Auskunft über mögliche Verspätungen und Verbindungszüge geben oder aber auch kleinere Defekte im Zug an die Zentrale melden. Dafür werden den Mitarbeitern Tablets zur Verfügung gestellt, mit deren Hilfe sie auf alle notwendigen Informationen zurückgreifen können.

Unterstützung auf dem Bahnsteig

Aber auch auf den Bahnsteigen soll verstärkt Personal eingesetzt werden. Dort sollen sogenannte Agents d'accueil und Chefs de surveillance die Zugreisenden proaktiv bei der Planung ihrer Reise unterstützen und ihnen etwa im Fall eines Zugausfalls Auskunft geben. Die CFL-Mitarbeiter sollen an einem Dutzend Bahnhöfen im Einsatz sein.

Die Einführung des kostenlosen öffentlichen Transports hat aber auch Auswirkungen auf die Ticketschalter der CFL – ab dem 1. März 2020 werden die Verkaufsstellen in Bettemburg, Petingen, Rodange, Mersch, Ettelbrück, Clerf, Ulflingen und Wasserbillig schließen.

Von dieser Entscheidung sind 16 der 90 Mitarbeiter des Service Guichet betroffen. Sie können nun zwischen einer Umschulung für einen neuen Aufgabenbereich oder der Versetzung in eine der restlichen Verkaufsstellen wählen.

Die Betreuung der Kunden wird sich ab dem kommenden März grundlegend verändern. CFL-Ticketschalter wird es nur noch in Luxemburg-Stadt und in Esch-Belval geben. In Esch/Alzette und in Diekirch übernehmen Dritte den Verkauf.
Die Betreuung der Kunden wird sich ab dem kommenden März grundlegend verändern. CFL-Ticketschalter wird es nur noch in Luxemburg-Stadt und in Esch-Belval geben. In Esch/Alzette und in Diekirch übernehmen Dritte den Verkauf.

Denn in den Bahnhöfen in Luxemburg-Stadt und in Belval will die CFL weiterhin Ticketschalter betreiben. In Esch/Alzette wird das regionale Bussyndikat TICE, in Diekirch die Gemeindeverwaltung diese Aufgabe im Namen der nationalen Eisenbahngesellschaft übernehmen. Zudem sollen die Kunden ihre Fahrscheine weiterhin per Telefon oder über das Internet erwerben können.


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Sorgen um eine plötzliche, deutliche Zunahme der Passagiere beim Personentransport macht sich der Minister indes nicht. Der gratis Transport würden die Nachfrage nicht erhöhen, dies könne nur eine Verbesserung des Angebots.

Deshalb investiere die CFL etwa 3,9 Milliarden Euro bis zum Jahr 2027 in den Ausbau des Eisenbahnnetzwerkes. Dementsprechend werde die Einführung des kostenlosen öffentlichen Transportes keinen negativen Einfluss auf die Zahl der Einstellungen bei der CFL haben. Der 4.000-Personen-Betrieb wird weiter wachsen müssen, so Bausch.


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