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"Nei Schmelz" in Düdelingen: Teure Sanierung
Lokales 2 Min. 26.04.2017

"Nei Schmelz" in Düdelingen: Teure Sanierung

Auf der Industriebrache in Düdelingen sollen neben rund 1 000 geplanten Wohnungen auch Start-ups und 
Firmen aus der Filmbranche Platz finden.

"Nei Schmelz" in Düdelingen: Teure Sanierung

Auf der Industriebrache in Düdelingen sollen neben rund 1 000 geplanten Wohnungen auch Start-ups und 
Firmen aus der Filmbranche Platz finden.
Foto: Lex Kleren
Lokales 2 Min. 26.04.2017

"Nei Schmelz" in Düdelingen: Teure Sanierung

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
2016 hat der Staat das Düdelinger Werksgelände ArcelorMittal abgekauft. Ab 2019 sollen die ersten Wohnungen errichtet werden. Doch stellt sich dazwischen noch die Sanierungsfrage.

(na) - Um 2021 sollen die ersten Einwohner den Standort des früheren Düdelinger Hüttenwerkes besiedeln. Vorausgesetzt, dass die ersten der insgesamt 1000 neuen Wohnungen dann tatsächlich zur Verfügung stehen.

Bis dorthin sind aber nicht nur Abriss- und Bauarbeiten notwendig, sondern es müssen Teile des Areals saniert werden.

27,3 Millionen Euro Sanierungskosten

Verschiedene Werkshallen werden erhalten bleiben.
Verschiedene Werkshallen werden erhalten bleiben.
Foto: Lex Kleren

Ingesamt dürfte diese Sanierung für den „Fonds du Logement“, der das Viertel erschließen wird, mit maximal 27,3 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Kosten, die Finanzminister Pierre Gramegna, Wohnungsbauminister Marc Hansen und Innenminister Dan Kersch in einer gemeinsamen Antwort auf die parlamentarische Frage von den beiden CSV-Abgeordneten Sylvie Andrich-Duval und Marc Lies angeben. Damit bestätigen sie die Zahl, die bereits vor etwa einem Jahr, im Mai 2016, angekündigt worden war.

Warum aber muss die öffentliche Hand so tief in den Geldbeutel greifen, um ein früheres Industriegelände zu sanieren?

Sanierung ist nicht gleich Sanierung

Das gesamte Areal dehnt sich über 40 Hektar aus.
Das gesamte Areal dehnt sich über 40 Hektar aus.
Foto: Lex Kleren

Dies, weil nach der Stilllegung des Werkes mit dem Betreiber ArcelorMittal ausgehandelt wurde, dass dieser das Gelände bis zu einem „Niveau de terrain industriel“ sanieren solle. Also nicht so, dass die Bedingungen für Wohnzwecke erfüllt wären.

200 Bohrungen

200 Bohrungen wurden durchgeführt, um den Zustand des Bodens zu analysieren. Die Resultate entsprechen den „typischen Verseuchungen der Stahlindustrie“, heißt es weiter in der Ministerantwort. Gefunden wurden ungleich verteilt, Schwermetalle und Kohlenwasserstoffe.

Ein "hot spot" muss noch saniert werden.
Ein "hot spot" muss noch saniert werden.
Foto: Gerry Huberty

Tausche Gelände gegen Sanierung

Als die Regierung 2016 den Abkauf des Geländes mit dem Stahlriesen vorantrieb, stellte sich heraus, dass ArcelorMittal noch Sanierungsarbeiten in Höhe von etwa 6,5 Millionen Euro zu tätigen hatte.

Weshalb die Regierung zwei weitere, angrenzende Gelände im Tausch für diese ausstehenden Arbeiten aushandelte: die Terrains der „ancienne“ und der „nouvelle direction“ mitsamt ihren Parkplätzen. Demnach handelt es sich um nicht verseuchte Gelände.

Bereits im Masterplan verplant

2012 wurde ein Masterplan für die Brache entwickelt der 2016 überarbeitet wurde.
2012 wurde ein Masterplan für die Brache entwickelt der 2016 überarbeitet wurde.
Grafik: Architekt Christian Bauer

Beide sind über 90 Ar groß und waren auch bereits im Masterplan "Nei Schmelz" inbegriffen worden, der zuletzt 2016 überarbeitet wurde. Der Wert dieser Gelände „kompensiert bei weitem“ die Sanierungskosten die noch ausstehen, versichern die Minister.

Dies aber wie gesagt, um das gesamte Areal als Industriegelände zu sanieren. Damit es aber für Wohnzwecke benutzt werden kann, fallen zusätzliche Kosten in Höhe von etwa 20,8 Millionen an.

Dies unter anderem, weil während der Bauphase verseuchte Böden entsorgt werden müssen. Rechnet man die 6,5 Millionen Euro die noch ausstehen, ergibt sich die Summe von 27,3 Millionen Euro.

14 Jahre nach der Schließung

Diese Lösung habe es ermöglicht einen Ausweg aus „einer komplexen Situation“ zu finden, so die drei Minister. Läuft alles nach Plan, soll die Bautätigkeit 2019 beginnen. Sprich 14 Jahre nach der offiziellen Werksschließung.


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Fotoen Diddeleng, hannert dem CNA, Foto Lex Kleren