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Nazi-Kollaboration: Liberale fordern unabhängige Historikerkommission
Lokales 22.02.2013

Nazi-Kollaboration: Liberale fordern unabhängige Historikerkommission

Die Liberalen möchten eine Orientierungsdebatte in der Chamber führen, doch zunächst sollen Historiker eine mögliche Mitverantwortung der Luxemburger Verwaltungskommission an der Judenverfolgung klären.

Nazi-Kollaboration: Liberale fordern unabhängige Historikerkommission

Die Liberalen möchten eine Orientierungsdebatte in der Chamber führen, doch zunächst sollen Historiker eine mögliche Mitverantwortung der Luxemburger Verwaltungskommission an der Judenverfolgung klären.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 22.02.2013

Nazi-Kollaboration: Liberale fordern unabhängige Historikerkommission

Verschiedene Historiker haben auf eine mögliche Mitschuld der luxemburgischen Verwaltungskommission an der Judenverfolgung durch die Nazis aufmerksam gemacht. Die DP-Fraktion forderte am Freitag die Einsetzung einer unabhängigen Historikerkommission.

(aa) - Verschiedene Historiker haben auf eine mögliche Mitschuld der luxemburgischen Verwaltungskommission an der Judenverfolgung durch die Nazis aufmerksam gemacht.  So sollen der deutschen Besatzungsmacht 1940 angeblich Namenslisten der jüdischen Bevölkerung Luxemburgs übergeben worden sein.

Die DP-Fraktion forderte am Freitag in einem offenen Brief die Einsetzung einer unabhängigen internationalen Historikerkommission, um offene Fragen zu beantworten und die Mitverantwortung zu klären. Die Historiker sollten Zugang zu den erforderlichen Quellen haben und nach zwölf Monaten einen Bericht vorlegen.

Orientierungsdebatte in der Chamber

Im Anschluss daran solle eine Orientierungsdebatte im Abgeordnetenhaus erfolgen, um festzulegen wie auf die gewonnen Erkenntnisse reagiert werden könne.

Unterzeichnet wurde der offene Brief der DP von Fraktionschef Claude Meisch und den Abgeordneten Xavier Bettel sowie Fernand Ettgen.

Premierminister Jean-Claude Juncker hatte bereits Ende Januar in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des LSAP-Abgeordneten Ben Fayot erklärt, er halte es für "geboten und notwendig", die Recherche zu den Ereignissen dieser Zeit zu vertiefen.


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