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Eine Region voller Schätze
Lokales 2 Min. 01.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Naturpark Mëllerdall

Eine Region voller Schätze

Die Region um das Müllerthal zeichnet sich durch seine besondere Landschaft aus.
Naturpark Mëllerdall

Eine Region voller Schätze

Die Region um das Müllerthal zeichnet sich durch seine besondere Landschaft aus.
Foto:Guy Jallay
Lokales 2 Min. 01.03.2016 Aus unserem online-Archiv
Naturpark Mëllerdall

Eine Region voller Schätze

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Der Naturpark Mëllerdall ist nun auf die Zielgerade vorgerückt. Mit der Veröffentlichung im Mémorial soll in Kürze der letzte Schritt zu dessen offiziellen Gründung getan werden und damit ein Mehrwert für die Region geschaffen werden.

(nas) -  Nun ist es (fast) offiziell: Mit dem positiven Gutachten der Kommissionen für Umwelt und nachhaltige Entwicklung ist der Naturpark Mëllerdall auf die Zielgerade vorgerückt – fehlt nur noch die Veröffentlichung im Mémorial, bevor der dritte Naturpark des Landes endgültig für eine Laufzeit von zehn Jahren Realität wird.

Der Naturpark Mëllerdall 
erstreckt sich auf drei Kantonen und zwölf Gemeinden auf einer Gesamtfläche von 25 572 Hektar (siehe Kasten). Das Besondere an dieser Region: Das Müllerthal hat unzählige Stärken, die für die Schaffung eines Naturparks 
notwendig sind. Hierzu zählen die intakte Kulturlandschaft mit unter anderem den unterschiedlichen Streuobstwiesen und Hecken, die bizarren Steinformationen und das geologische Erbe. Die Waldbestände machen sogar 38 Prozent der Fläche aus – deutlich mehr als dies in anderen Teilen des Landes der Fall ist.

Förderung der Biodiversität und des kulturellen Erbes

Mit der Schaffung des Naturparks wurde nun offiziell ein Instrument geschaffen, mithilfe 
dessen alle Akteure der Region, darunter Vertreter aus Politik, 
öffentlichen Verwaltungen, Tourismus, Landwirtschaft und der Bevölkerung, sich gemeinsam für den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt, der Biodiversität und des kulturellen Erbes in der 
gesamten Region einsetzen.

Das geologische Erbe und die bizarren Felsformationen zeichnen das Müllerthal aus.
Das geologische Erbe und die bizarren Felsformationen zeichnen das Müllerthal aus.
Foto: Steve Remesch

Im Rahmen der „Étude détaillée“ zum künftigen Naturpark wurden sechs Leitthemen – „Lebenswerte Region“, Wissensvermittlung“, „Regionale Produkte“, „Autarke Wasserregion“, „Holzregion“ und „Vielfältige Landschaft“ – aufgestellt. Dies ermöglichte Claude Petit, Koordinator des Naturpark Mëllerdall, und Marc Thiel, verantwortlich für den Naturschutzdienst im Naturpark, der Öffentlichkeit noch vor der Gründung des Naturparks zu zeigen, was in Zukunft alles möglich ist.

Ein langer Weg bis zum Naturpark

Doch bis es überhaupt so weit kommen konnte, vergingen etliche Jahre: So werden die Gemeinden Befort, Berdorf und Consdorf bereits 1964 mit der Gründung des deutsch-luxemburgischen Naturparks offiziell zu Naturparkgemeinden. Auch Bereiche der Gemeinden Echternach, Rosport und Waldbillig sind Teil dieses Areals.

Der Naturpark Mëllerdall wird schließlich 1999 im „Programme directeur“ der Landesplanung erstmals erwähnt. Drei Jahre später schreibt Françoise Bonert, die heute im Landwirtschaftsministerium tätig ist, ihre Diplomarbeit zum Thema: „Der Kanton Echternach – regionale Zukunftsperspektiven durch einen zukünftigen Naturpark Müllerthal und die Gemeinschaftsinitiative Leader+“.

2006 wird die Arbeitsgruppe „Naturpark Müllerthal“ ins Leben gerufen; im gleichen Jahr wird das Leader-Projekt zur Konzepterstellung des Naturparks eingereicht. 2007 setzt sich das neue Gemeindesyndikat zusammen – zu diesem Zeitpunkt noch mit 14 Gemeinden. Daraufhin folgen die Veröffentlichung der großherzoglichen Beschlüsse zur Schaffung des Naturparks (2009) sowie zur Funktionsweise der Arbeitsgruppe (2010), das Erstellen der Vorstudie (2010 bis 2012), die Vorstellung der detaillierten Studie (2013 und 2014) sowie der Weg durch die Instanzen (seit 2015). Anfang Februar dieses Jahres gaben nun die staatlichen Kommissionen für Umwelt und nachhaltige Entwicklung grünes Licht für das Vorhaben.


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