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Nationaler Resistenztag: „Vergeben, nicht vergessen“
Lokales 13 2 Min. 24.02.2019 Aus unserem online-Archiv

Nationaler Resistenztag: „Vergeben, nicht vergessen“

Der nationale Resistenztag wurde 1997 eingeführt.

Nationaler Resistenztag: „Vergeben, nicht vergessen“

Der nationale Resistenztag wurde 1997 eingeführt.
Foto: Lex Kleren
Lokales 13 2 Min. 24.02.2019 Aus unserem online-Archiv

Nationaler Resistenztag: „Vergeben, nicht vergessen“

Vergeben kann man, vergessen nicht. Das verlautete am Sonntag im Rahmen des nationalen Resistenztages. Mit dem Tag erinnert sich Luxemburg jedes Jahr an die Widerstandskämpfer und die Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Von Raymond Schmit

Der nationale Resistenztag wurde 1997 eingeführt. Damit wird besonders an die 23 Widerstandskämpfer erinnert, die vor 75 Jahren, am 25. Februar 1944, in einem Wald in der Nähe des SS-Sonderlagers Hinzert im Hunsrück ermordet wurden. Schon zwischen dem 2. und dem 10. September 1942 waren 20 Luxemburger nach dem Generalstreik, als Reaktion auf die Verkündung der Wehrpflicht für die jungen Männer der Jahrgänge 1920 bis 1924, durch Gauleiter Gustav Simon, am 30. August 1942 als abschreckende Maßnahme in kleinen Gruppen in Hinzert erschossen worden.


Nationalen Dag vun der Resistenz, le 25 fevrier 2018. Photo: Chris Karaba
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Insgesamt 1.600 Luxemburger – andere Quellen sprechen von 1.900 – wurden währen des Zweiten Weltkriegs in das KZ im Hunsrück verschleppt. 83 von ihnen wurden ermordet oder starben an den Folgen von Krankheiten oder Misshandlungen.

Erinnerung an alle Kriegsopfer

Luxemburg gedenkt mit dem nationalen Resistenztag aber auch aller anderen Kriegsopfer. Aus politischen Gründen wurden während der Kriegsjahre insgesamt 3.963 Einwohner in Konzentrationslager wie Dachau, Buchenwald, Natzweiler-Struthof, Mauthausen, Ravensbrück oder Sachsenhausen verschleppt. 791 von ihnen überlebten nicht. Ebenfalls aus politischen Gründen wurden 4.136 Luxemburger in Umsiedlungslager in Schlesien gebracht. 154 starben während dieser Zeit.

10.211 junge Luxemburger wurden in die deutsche Wehrmacht zwangsverpflichtet. 2.848 von ihnen sahen die Heimat nicht mehr wieder. 3.510 junge Männer entzogen sich der Zwangsverpflichtung, indem sie untertauchten. Daneben wurden 3.614 Mädchen und junge Frauen in den Reichsarbeitsdienst verschleppt. Besonders groß war die Opferzahl unter der jüdischen Bevölkerung. 1.289 Männer, Frauen und Kinder, die zu dem Zeitpunkt in Luxemburg lebten, wurden in Konzentrationslager gebracht. Nur 81 entkamen dem Tod.

Wiederaufflammen verhindern

Der nationale Resistenztag begann mit einem Gottesdienst in der Glacis-Kapelle, dem neben Vertretern der Widerstandsorganisationen auch Parlamentspräsident Fernand Etgen beiwohnte. Das Thema Vergeben und Vergessen stellte Abbé Patrick Muller in den Mittelpunkt seiner Predigt. So betonte er, dass die Verbrechen, die von Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs begangen wurden, nicht vergessen werden dürften, um ein Wiederaufkommen von nationalsozialistischem Gedankengut zu verhindert. Auch rief er dazu auf, im Alltag gegen Hass, Ungerechtigkeit und Fremdenhass vorzugehen. Patrick Muller erwähnte aber auch die positive Entwicklung im Nachkriegseuropa und betonte, dass es große Europäer wie Robert Schuman, Konrad Adenauer, Jean Monet oder Alcide de Gasperi waren, die sich für ein vereintes Europa und eine Versöhnung im christlichen Sinne einsetzten.

Nach dem Gottesdienst wurden beim Hinzerter Kreuz auf dem Liebfrauenfriedhof Blumen für die Opfer des Krieges niedergelegt. Dort wurden nach Gebeten von Abbé Patrick Muller, Großrabbiner Alain Nakache und Pastor Volker Strauß als Vertreter der drei Glaubensgemeinschaften die Gräber der Opfer gesegnet.


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