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Nach Unfall in Belgien: Trinkwasser belastet
Lokales 2 Min. 26.09.2014

Nach Unfall in Belgien: Trinkwasser belastet

Der Obersauer Stausee ist Luxemburgs größtes Trinkwasserreservoir.

Nach Unfall in Belgien: Trinkwasser belastet

Der Obersauer Stausee ist Luxemburgs größtes Trinkwasserreservoir.
Christiane PETRI
Lokales 2 Min. 26.09.2014

Nach Unfall in Belgien: Trinkwasser belastet

Hat die vergangene Woche in Belgien stattgefundene Verschmutzung eines Zuflusses der Sauer die Qualität unseres Trinkwassers beeinträchtigt?  Über die tatsächliche Gefahr ist man sich noch nicht im Klaren.

(chp) - Die am 17. September in Belgien stattgefundene Verschmutzung eines Zuflusses der Sauer mit Pestiziden hat bisher keine Auswirkungen auf die Qualität unseres Trinkwassers. Es bestehe derzeit kein Gesundheitsrisiko. Die Behörden raten allerdings vom Verzehr von Fisch aus der Sauer und dem Obersauer Stausee ab. Dies sei allerdings eine reine Vorsorgemaßnahme.

Fakt ist, dass sich die durch die Pestizide verursachte Verschmutzung Berechnungen zufolge erst um den 5., 6. oder 7. Oktober herum am Obersauer-Stausee bemerkbar machen wird. Käme es zu einer Belastung des Wassers im Stausee, der rund 50 Prozent des Trinkwassers für das Land bereitstellt, wären grundsätzlich diejenigen Gemeinden davon betroffen, die ihr Trinkwasser über das Trinkwassersyndiakt Sebes aus dem Stausee beziehen. Wenn Sie prüfen möchten, ob Ihre Gemeinde betroffen wäre: Auf der Website von Sebes ist eine Karte veröffentlicht, die Aufschluss darüber gibt.

Für den Fall, dass die Trinkwasserbereitstellung über den Stausee nicht mehr gewährleistet sein sollte, haben die zuständigen Behörden einen Aktionsplan ausgearbeitet. Beispielsweise könnte es dazu kommen, dass andere aktive Trinkwasserquellen ihre Leistung auf 100 Prozent hochfahren müssten und dass die Bevölkerung dazu aufgerufen wäre, sorgsam mit dem Verbrauch des Trinkwassers umzugehen.

Um den nötigen Informationsfluss zu gewährleisten und die Bevölkerung über die Situation auf dem Laufenden zu halten, hat das Trinkwassersyndikat Sebes in Zusammenarbeit mit dem Innen-, dem Landwirtschafts-, dem Nachhaltigkeits-, dem Umwelt- und dem Gesundheitsministerium sowie der Wasserverwaltung folgende Maßnahmen ergriffen:

Auf der Internetseite www.sebes.lu werden die aktuellen Messwerte - die Wasserqualität wird regelmäßig kontrolliert - veröffentlicht.

Es wurde eine Hotline eingerichtet, Tel. 8002 8080, über die sich Bürger informieren können; wahlweise kann man sich per E-Mail über hotline@sebes.lu melden. Auf www.sebes.lu werden die am häufigsten gestellten Fragen und Antworten veröffentlicht.

Im Zuge der durchgeführten Messungen sei man allerdings auf eine Grundbelastung der Sauer mit dem gleichen Pestizid aufmerksam geworden, so Landwirtschaftsminister Fernand Etgen. Diese sei auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Region des Stausees zurückzuführen. Als Konsequenz werde man ein Schutzzonenkonzept rund um den Stausee ausarbeiten.

Laut Patrick Hau vom Gesundheitsministerium handelt es sich bei Metazachlor um keine sehr 
toxische Substanz. Man dürfe die Gefahr allerdings nicht unterschätzen, hieß es aus Umweltschützerkreisen im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“.


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