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Nach tragischem Jagd-Unfall: Was sagen die Juristen?
Lokales 09.11.2013

Nach tragischem Jagd-Unfall: Was sagen die Juristen?

Die Anwältin Christine Schweich geht seit dem Alter von 16 Jahren auf die Jagd

Nach tragischem Jagd-Unfall: Was sagen die Juristen?

Die Anwältin Christine Schweich geht seit dem Alter von 16 Jahren auf die Jagd
Foto: DR
Lokales 09.11.2013

Nach tragischem Jagd-Unfall: Was sagen die Juristen?

Christine Schweich ist begeisterte Jägerin  - und Anwältin. Sie erklärt die  Sicherheitsbestimmungen, die bei Treibjagden einzuhalten sind.

(VO/TJ) - Die Anwältin und begeisterte Jägerin Christine Schweich erklärt die Sicherheitsbestimmungen im Rahmen von Jagden.

    Der Unfall vom Donnerstag ereignete sich, weil Siocherheitsbestimmungen nicht eingehalten wurden. Können Sie uns diese erklären.

      Zu Beginn einer Jagd müssen die Bestimmungen stets in Erinnerung gerufen werden. Die Jäger stehen außerhalb des Waldes und die Treiber scheuchen die Tiere auf sie zu. Jedermann ist gehalten, fluoreszierende Kleidung zu tragen und auf Hunde und Menschen zu achten. Kein Gewehr darf vor Erreichen des Postens geladen sein. Zudem muss der Jäger beim Schießen immer darauf achten, dass die Kugel im Boden gefangen wird.

        Weshalb ist dies so wichtig?

          Es ist die einzige zuverlässige Möglichkeit, Unfälle zu verhindern. Geschosse haben eine Reichweite von bis zu einem Kilometer. Der Jäger soll sein Gewehr also so ausrichten, dass die Kugel das Wildtier zwar trifft, danach aber vom Erdreich abgefangen wird.

            Man sollte als Jäger also das Gelände kennen?

              Ja, das ist schon wichtig. Man soll niemals ein Tier am Horizont schießen. Nur eine Kugel von vier tötet ein Tier. Die restlichen drei verlieren sich. Die Sicherheit geht immer vor dem Jagdehrgeiz.

                Wie steht es mit dem Alkoholkonsum auf Treibjagden?

                  Treibbjagden dauern in der Regel von 8 bis 18 Uhr. Da wird zusammen gegessen und auch mal ein, zwei Gläser getrunken. Allerdings passen die Jäger auf und sind nicht betrunken. Die Einführung des Punkteführerscheins hat auch positive Nebenwirkungen gehabt: Wer seinen Führerschein verliert, ist automatisch auch den Jagdschein los.

                    Sicherheit und Seriosität sind also bei der Jagd oberstes Gebot?

                      Ja, ganz sicher. Zudem wird die Prozedur zum Erhalt des Jagdscheins derzeit überarbeitet. Wer ihn erwerben will, wird sich künftig mit einem ganzen Paket von Sicherheitsbestimmungen befassen müssen.

                      Die Fragen stellte Virginie Orlandi


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