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Nach Tornado: Spendengelder werden ausgezahlt
Lokales 2 Min. 24.01.2020

Nach Tornado: Spendengelder werden ausgezahlt

Besonders schwer von dem Tornado im August 2019 betroffen war die Rue Neuve. Bis heute konnten nicht alle Anwohner in ihre Häuser zurückkehren.

Nach Tornado: Spendengelder werden ausgezahlt

Besonders schwer von dem Tornado im August 2019 betroffen war die Rue Neuve. Bis heute konnten nicht alle Anwohner in ihre Häuser zurückkehren.
Foto: Diana Hoffmann
Lokales 2 Min. 24.01.2020

Nach Tornado: Spendengelder werden ausgezahlt

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Käerjeng und Petingen haben ein Formular erstellt, mit dem sich Betroffene an die Gemeinde wenden können. Eine Bilanz zeigt: Viele Schäden sind noch nicht behoben.

Die knapp 100 Meter lange Rue Neuve in Petingen sieht aus wie eine große Baustelle. Überall sind Arbeiter am Werkeln. Knapp sechs Monate sind es her, dass ein Tornado in dieser Straße besonders stark wütete. Manche, überwiegend alte, Häuser bleiben bis heute unbewohnbar. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle. In 31 Gebäude in der Gemeinde Petingen konnten die Bewohner noch nicht zurück. Die hohe Zahl zeigt das Ausmaß der Schäden, die der Wirbelsturm in kurzer Zeit anrichtete.

Beide betroffenen Gemeinden, Petingen und Käerjeng, hatten nur Tage nach der Naturkatastrophe Spendenkonten eingerichtet, auf denen insgesamt 1,1 Millionen Euro gesammelt wurden. Auf einer Pressekonferenz am Freitag präsentierten der Bürgermeister von Petingen, Pierre Mellina (CSV) und der von Käerjeng, Michel Wolter (CSV), wie es mit den Geldern weitergeht.

„Ein Ausschuss, bestehend aus acht Personen, wird nun die Kriterien für die Auszahlung festlegen“, sagt Michel Wolter. Dabei werden Kriterien ausgearbeitet, die weniger streng sein werden als die, die an die Hilfen des Familienministeriums gebunden sind. Die Prioritäten zur Verteilung der Spenden sind jedoch wie folgt festgelegt: Körperschäden, Schäden an Häusern, Schäden an Autos, Schäden an Gräbern und Verschiedenes, wie etwa an Gartenmöbeln oder Gartenhäuschen. Wie Betroffene Hilfe erhalten können, wird im Kasten unter dem Artikel erklärt.

Fassadenarbeiten werden für Versicherungen noch einmal teuer

Desweiteren zogen die beiden Bürgermeister eine Bilanz zum Stand der Dinge.  Insgesamt waren rund 650 Häuser betroffen und mehr als 1.300 Autos. Die Versicherungen schätzen die Schadenssumme auf 100 Millionen Euro. Bislang wurden 40 Millionen ausgezahlt. „Dies liegt daran, dass die Arbeiten an den Fassaden noch bevorstehen, die wohl teurer werden als die an den Dächern“, erklärt Michel Wolter. Er schätzt, dass diese Arbeiten ab Februar/März beginnen können.

In der Rue Neuve in Petingen herrscht auch knapp sechs Monate nach dem Wirbelsturm kein gewöhnlicher Alltag.
In der Rue Neuve in Petingen herrscht auch knapp sechs Monate nach dem Wirbelsturm kein gewöhnlicher Alltag.
Foto: Diana Hoffmann

In Käerjeng hatte es Schäden an 375 Gebäuden gegeben. 78 Personen mussten ihre Wohnung vorübergehend verlassen. In Petingen waren 250 bis 300 Gebäude betroffen und 65 Personen mussten aus ihrem Zuhause ausziehen. Das Familienministerium hat bislang 64 Dossiers erhalten. 12 davon wurden angenommen, 20 abgelehnt und 32 werden gerade bearbeitet. 196.000 Euro wurden bislang vom Ministerium ausgezahlt. Die Formulare dort können noch bis zum 31. März eingereicht werden.


Auf diesem Bild wird die Kraft der Tornados verdeutlicht: Das Dach wurde vom Haus auf die Strasse gefegt.
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Die Gemeinde Petingen erlitt an ihren Infrastrukturen und Bäumen einen Schaden von etwa 500.000 Euro. In Käerjeng wurden das Kulturzentrum sowie die Sporthalle und ein Sportfeld beschädigt. Die Kosten werden insgesamt auf rund zwei Millionen Euro geschätzt.



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