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Nach tödlichem Verkehrsunfall in Reisdorf: Überholmanöver mit Folgen
Lokales 05.02.2018

Nach tödlichem Verkehrsunfall in Reisdorf: Überholmanöver mit Folgen

Der Insasse dieses Wagens war frontal in einen Baum geprallt, nachdem ihn ein anderer Fahrer beim Überholen touchiert hatte.

Nach tödlichem Verkehrsunfall in Reisdorf: Überholmanöver mit Folgen

Der Insasse dieses Wagens war frontal in einen Baum geprallt, nachdem ihn ein anderer Fahrer beim Überholen touchiert hatte.
Foto: Gérard Roettgers/LW-Archiv
Lokales 05.02.2018

Nach tödlichem Verkehrsunfall in Reisdorf: Überholmanöver mit Folgen

John LAMBERTY
John LAMBERTY
Mit einem gewagten Überholmanöver, das für einen anderen Autofahrer tödlich geendet hatte, befassten sich am Montag die Richter in Diekirch. Ein tragischer Fall, zumal Unfallverursacher und Opfer beide fatale Fehler gemacht hatten.

(jl) - Es war am Vormittag des 22. Januar 2017 als sich John S. hinter das Lenkrad seines Porsche setzte, um – trotz Übermüdung und Alkoholgenuss – zu einer Spritzfahrt aufzubrechen.

Eine Tour, die allerdings einem anderen Autofahrer das Leben kosten sollte. Dieser war dem Sportwagenfahrer innerhalb von Reisdorf offenbar allzu gemächlich unterwegs gewesen, weshalb John S. noch vor der Ortstafel beschleunigte und zu einem Überholmanöver ansetzte. Ein Fehler mit fatalen Folgen, touchierte er dabei doch das Heck des Kleinwagens vor ihm, sodass dieser von der Straße abkam und frontal gegen einen Baum prallte.

Der 75-jährige Insasse, der keinen Sicherheitsgurt angelegt hatte, erlag kurze Zeit später seinen inneren Verletzungen. Hätte das Opfer mit ordnungsgemäß angelegtem Gurt überlebt? Mit hoher Wahrscheinlichkeit ja, lautete darauf am Montag die Antwort der Gutachter am Bezirksgericht in Diekirch, wo sich der Unfallverursacher nun wegen fahrlässiger Tötung verantworten musste.

Als Anwalt des Beschuldigten sah Me. Alain Bingen den Tatbestand der fahrlässigen Tötung denn auch nicht gegeben. Sein Mandant habe aufgrund seiner Fehler zwar den Unfall verursacht, allerdings nicht die Todesfolge, so Bingen, der daher auf unfreiwillige Körperverletzung plädierte.

Etwas anders sah dies im Namen der Staatsanwaltschaft dagegen Substitutin Nassim Nouri. Die Verteidigung erwecke den Eindruck als ob der nicht angelegte Sicherheitsgurt die einzige Todesursache gewesen sei. Allerdings gelte es alle Fehler zu berücksichtigen, weshalb der vom Beschuldigten ausgelöste Unfall durchaus die Anklage der fahrlässigen Tötung berechtige.

Sie forderte im Anschluss daher auch die Verurteilung des Angeklagten zu einer sechsmonatigen Haftstrafe auf Bewährung sowie zu einem dreijährigen Fahrverbot und einer angemessen Geldstrafe. Das Urteil ergeht am 22. März.


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