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Nach Luxair-Berufungsverfahren: Verteidiger gehen in Kassation
20 Menschen waren bei der Tragödie am 6. November 2002 ums Leben gekommen. Der Pilot der Unglücksmaschine sowie drei Ex-Mitarbeiter des technischen Dienstes waren 2012 auf strafrechtlicher Ebene zu Bewährungsstrafen von 3,5 Jahren bzw. 18 bis 24 Monaten verurteilt worden.

Nach Luxair-Berufungsverfahren: Verteidiger gehen in Kassation

Archivfoto: Guy Jallay
20 Menschen waren bei der Tragödie am 6. November 2002 ums Leben gekommen. Der Pilot der Unglücksmaschine sowie drei Ex-Mitarbeiter des technischen Dienstes waren 2012 auf strafrechtlicher Ebene zu Bewährungsstrafen von 3,5 Jahren bzw. 18 bis 24 Monaten verurteilt worden.
Lokales 26.02.2014

Nach Luxair-Berufungsverfahren: Verteidiger gehen in Kassation

Die Verteidiger des Piloten sowie der drei Ex-Mitarbeiter des technischen Dienstes der Luxair sind wegen Unstimmigkeiten bei den Schadensersatzzahlungen  in Kassation gegangen.

(DL) - Am 21. Januar 2014 sprachen die Berufungsrichter den Hinterbliebenen von vier Opfern des Luxair-Fokker-Absturzes anno 2002 Schadenersatz in Höhe von rund 400.000 Euro aus. Wie das "Luxemburger Wort" nun auf Nachfrage erfuhr, sind die Verteidiger des Piloten sowie der drei Ex-Mitarbeiter des technischen Luxair-Dienstes in Kassation gegangen.

Mit den 400.000 Euro waren die Berufungsrichter weit unter der geforderten Schadenersatzsumme von fast 1,5 Millionen Euro geblieben. Dennoch haben die beiden Verteidiger, die die insgesamt vier in dieser Angelegenheit verurteilten Personen vertreten, entschieden, das Urteil des Appellationshofs anzufechten.

"Warschauer Konvention nicht angewendet"

Wie Me Guy Loesch, Verteidiger der drei Ex-Mitarbeiter des technischen Luxair-Dienstes erklärt, beziehe sich besagter Entschluss lediglich auf jene Nebenkläger, bei denen es sich um die Hinterbliebenen von drei deutschen Opfern handelt – nicht aber auf den einzig verbliebenen Luxemburger Nebenkläger.

Grund für die Entscheidung, diesbezüglich in Kassation zu gehen, sei, dass das Berufungsgericht die Verjährung nach zwei Jahren, wie sie in der Warschauer Konvention festgeschrieben sei, bei den Schadenersatzforderungen der Angehörigen der drei deutschen Opfer nicht zurückbehalten hätte, so Me Loesch. Besagte Konvention regelt bekanntlich die Haftungsbedingungen in der zivilen Luftfahrt. Me Georges Pierret, der Anwalt des Piloten der Unglücksmaschine, erklärte auf Nachfrage, diese Überlegungen zu teilen.

"Rein rechtliche Gründe"

Laut Me Loesch sei das Berufungsurteil „rechtlich nicht vertretbar“. Würde das Urteil vom 21. Januar 2014 aufrechterhalten werden, so würde das „die Tür für Missbräuche“ öffnen. Das Berufungsgericht habe in diesem Fall aus „Gerechtigkeitsgründen“ geurteilt, so Me Loesch, anstatt den Text der Warschauer Konvention anzuwenden. Demgemäß würde man „aus rein rechtlichen Gründen“ in Kassation gehen.

Die „Cour de Cassation“ wird sich nicht mehr mit den Fakten an sich beschäftigen, sondern lediglich prüfen, ob Verfahrensfehler vorliegen. Anschließend kann sie den Kassationsantrag verwerfen, oder aber das Urteil der Berufungsrichter kassieren – womit die Angelegenheit wieder vor dem Appellationshof landen würde.


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