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Nach dem Jangeli fährt nun bald die Tram den Howald hinauf
Lokales 8 1 4 Min. 19.04.2021

Nach dem Jangeli fährt nun bald die Tram den Howald hinauf

So wird der Pôle d'Echange Lycée Bonnevoie aussehen.

Nach dem Jangeli fährt nun bald die Tram den Howald hinauf

So wird der Pôle d'Echange Lycée Bonnevoie aussehen.
Foto: P&Ch./Luxtram
Lokales 8 1 4 Min. 19.04.2021

Nach dem Jangeli fährt nun bald die Tram den Howald hinauf

Von September 2022 an wird die Tram vom Bahnhof über Bonneweg in Richtung Howald fahren. Hier werden derzeit zwei neue Haltestellen gebaut.

(str) - Sehr zufrieden zeigt sich Mobilitäts- und Infrastrukturminister François Bausch (Déi Gréng) am Montag, als er ankündigt, dass die Tram bereits im September 2022 in Richtung Howald fahren wird. Doch der planmäßige Fortschritt der Arbeiten ist nicht sein einziger Grund zur Zufriedenheit. 

Denn es sind die Nutzerzahlen, die, wie er betont, die Tram zum Erfolg machen. Denn vor dem letzten Ausbau der Strecke von der Place de l'Etoile zum Hauptbahnhof nutzten durchschnittlich 15.100 Menschen jeden Tag die Tram. Im Januar waren es dann schon knapp 5.000 mehr und nun, im April, werden jeden Tag bis zu 42.000 Nutzer gezählt. „Das entspricht rund einer Million Menschen, die die Tram pro Monat befördert“, rechnet Bausch vor – trotz Lockdown. Nach der Pandemie werden täglich bis zu 80.000 Nutzer erwartet. 

Frequenz tagsüber auf Vier-Minuten-Takt erhöht 

Aufgrund dieser Zahlen wurde nun auch die Frequenz der Tramfahrten erhöht. Wochentags fährt die Straßenbahn jetzt zwischen 6 und 19 Uhr im Vier-Minuten-Takt, wo es bislang nur alle fünf Minuten eine Abfahrt gab. Darüber hinaus gebe es noch großes Ausbaupotenzial, so könne der Takt gar auf drei Minuten erhöht werden und, es könnten zu Spitzenstunden größere Fahrzeuge eingesetzt werden. Aber das ist noch Zukunftsmusik. 

Im Hier und Jetzt wird am Ausbau der Tramstrecke gearbeitet, vor allem am Tronçon C. Der führt über 1.200 Meter vom hauptstädtischen Bahnhof zwar nicht direkt zum Bonneweger Lyzeum, aber in dessen Höhe in der Rue d'Orchimont unweit der Grenze zum Howald. Hier wird bekanntlich parallel zur Tramstrecke eine neue Nationale 3 gebaut, die bereits im kommenden Jahr die Route de Thionville entlasten und mittelfristig die Stadt mit dem Hesperinger Contournement verbinden wird. 


„Die Straßenbauarbeiten am Pont Buchler sollen noch vor diesem Sommer abgeschlossen sein“, verspricht François Bausch. Und der neue 1.200 Meter lange Abschnitt in Bonneweg werde ebenso hochwertig gebaut, wie im Zentrum der Stadt. Demnach würde man vom Ausbau der Tram profitieren, um den gesamten öffentlichen Raum umzugestalten und städteplanerisch aufzuwerten. 

Gleich jenseits des Pont Buchler, dort wo bis vor kurzem die alte Güterhalle der CFL stand, kommt die erste neue Tramhaltestelle hin. Diese soll vor allem die Anbindung des Ortskerns von Bonneweg verbessern. Das Schwimmbad, das Kulturzentrum und die Kirche lägen dann immerhin ganz in der Nähe. 

Nächster Halt: „Leschte Steiwer“

Dieser Halt wird den Namen „Leschte Steiwer – Dernier Sol“ tragen, eine Bezeichnung mit Jahrhunderte alter Tradition, wie Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer (DP) hervorhebt. „Die Städter wissen, was das bedeutet“, fährt sie fort. „Das war früher einmal der Name der letzten Gaststätte vor den Toren der Hauptstadt – also die letzte Gelegenheit für Landwirte, die ihre Erzeugnisse auf den hauptstädtischen Märkten verkauft hatten, Geld auszugeben.“ Und der Steiwer, das sei nun einmal ein Geldstück gewesen. 


Chantier Pont Jean-Pierre Buchler  - Luxembourg - Ville -  - 18/03/2021 - photo: claude piscitelli
Der Pont Buchler bereitet sich auf die Tram vor
19 Meter breiter wird die Brücke zwischen Bahnhofsviertel und Bonneweg gemacht. Die Tram soll im September 2022 dort fahren.

Hinter dieser Haltstelle verberge sich im Übrigen ein neuer Bebauungsplan, der dem ganzen Viertel ein neues Antlitz verleihen würde, so Polfer. Auf Nachfrage bestätigt die Bürgermeisterin indes, dass man sich mit dem Gesundheitsministerium einig sei, „dass es die Mühe wert sei, das Abrigado zu delokalisieren“. Das Betreuungszentrum für Drogenkonsumenten liege an einer Straße, die sehr stark befahren sei, und jeder könne sich davon ein Bild machen, dass es dort täglich zu gefährlichen Situationen komme. 

„Aber noch muss ein neuer Standort gefunden werden“, fährt sie fort. „Und die Ministerin hat uns versichert, mit ihren Freunden und Kollegen in der Regierung darüber zu sprechen.“ Neuigkeiten gäbe es aber seit den Gesprächen nicht. 


Wie der Mobilitätsminister indes betont, wird es auch in Bonneweg an der Tramstrecke einen abgetrennten Radweg geben. François Bausch verrät zudem, dass man im Ministerium eine neue Idee habe, um den Radweg am Pont Buchler besser zu verknüpfen. Hier denke man darüber nach, zwei neue Bauwerke zu finanzieren und zu errichten. Details nennen will der Minister aber nicht, denn diese wolle er zunächst einmal mit dem hauptstädtischen Mobilitätsschöffen Patrick Goldschmidt (DP) besprechen. 

 Vorläufige Endstadtion bis Herbst 2023 

Die vorerst letzte Station dieses Trassenabschnitts wird „Lycée Bonnevoie“ heißen. Dieser komme als Pôle d'Echange eine entscheidende Bedeutung zu, unterstreicht Mobilitätsminister Bausch. „Sie wird zu einem großen Gewinn für die Nutzer des RGTR-Busnetzes. Denn die müssen derzeit von der Bushaltestelle Rocade über die Brücke zum Bahnhof gehen, um zur Tram zu gelangen.“ Durch den Pôle d'Echange erfolge der Übergang dann aber quasi von Tür zu Tür. 


Wie sicher ist der neue Radweg in der Avenue de la Liberté?
Seit Freitag gibt es einen durchgehenden Radweg zwischen dem Pont Adolphe und dem hauptstädtischen Bahnhof. Das LW hat die Strecke getestet.

 Zudem biete sich der neue Pôle d'Echange an, um Verstärkerfahrten auf dem Hauptstrang in Richtung Zentrum zu ermöglichen, also, um zu Spitzenzeiten weitere Tramgespanne ins Netz einzuspeisen, um auf Nutzerandrang reagieren zu können. Ende 2023, möglicherweise aber bereits im Herbst, würden dann die Haltestellen Scillas, Howald Gare, Lycée Vauban, Wasserturm und Stadion dazu kommen. 

François Bausch bestätigt darüber hinaus noch vor Dezember 2022 die Finanzierungsgesetze für den weiteren Ausbau der Tram im Ministerrat einzubringen, um sie dann dem Parlament vorzulegen. Damit werde dann der Weg geebnet, um weitere Tramstrecken über die Route d'Arlon bis zum Centre Hospitalier, durch die neuen Wohnperimeter in Kirchberg und nach Hollerich sowie auch die schnelle Tram bis nach Schifflingen bauen zu können. 

 Beim Ausbau der Tramstrecke in Richtung Findel würden am Flughafen zu diesem Zeitpunkt bereits die Vorbereitungsarbeiten laufen. Die Ausschreibung zum Bau der Brücke über die Autobahn sei indes quasi abgeschlossen. Der Bau solle noch in diesem Jahr beginnen.

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