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Nach dem Datenklau bei Yahoo!: So sollten sich Nutzer schützen
Lokales 2 Min. 23.09.2016

Nach dem Datenklau bei Yahoo!: So sollten sich Nutzer schützen

Im Hauptsitz von Yahoo in Sunnyvale herrscht derzeit Krisenstimmung.

Nach dem Datenklau bei Yahoo!: So sollten sich Nutzer schützen

Im Hauptsitz von Yahoo in Sunnyvale herrscht derzeit Krisenstimmung.
Foto: AFP
Lokales 2 Min. 23.09.2016

Nach dem Datenklau bei Yahoo!: So sollten sich Nutzer schützen

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Mindestens 500 Millionen Yahoo-Nutzer sind von dem vermutlich größten Datendiebstahl der Geschichte betroffen. Der Fall aus dem Jahr 2014 zeigt: Persönlichen Informationen müssen jederzeit geschützt werden.

(ml) - Der Mega-Klau von mindestens 500 Millionen Nutzerdaten bei Yahoo! wirft viele Fragen auf. Wer kommt für den Schaden auf? Ist Yahoo verantwortlich für die Sicherheit der Software?

Im Lebensmittelbereich oder etwa bei der Flugsicherung würden klare Spielregeln gelten, sagt Steve Clement vom "Computer Incident Response Center Luxembourg" (CIRCL) dem "Luxemburger Wort". Im Bereich der Software sei hingegen nicht geklärt, wer für den entstandenen Schaden hafte.

Auch in Bezug auf die Nutzer stellen sich derzeit noch viele Fragen. Der Hackerangriff könnte zu einem größeren Problem werden, warnen Experten. Yahoo hat zwar Maßnahmen ergriffen, damit die erbeuteten Daten nicht für Zugriffe auf Yahoo-Konten genutzt werden können. Dennoch sollte man sich nicht zu sehr in Sicherheit wähnen.

Passwörter ändern

In erster Linie sollten die Nutzer ihr Passwort jetzt rasch ändern und sich Gedanken über Sinn und Zweck der sogenannten Sicherheitsfragen machen, so Clement. Bei den Sicherheitsfragen, mit denen ein Nutzer ein Passwort zurücksetzen oder ändern kann, sollte man im Idealfall keine wahren Antworten geben, sondern willkürliche Angaben machen.

Um böse Überraschungen zu vermeiden, seien User gut beraten, beim Einloggen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung mit SMS oder einem Token zu benutzen. Ideal sei ein Token, da somit eine physische Trennung zum Angreifer herstellt werde. Bei einer Zwei-Faktor-Authentifizierung via Smartphone sei nicht auszuschließen, dass das Handy infiziert und die SMS abgefangen werde.

Flicker-Nutzer sollen sich in Acht nehmen

Clement räumt ein, dass es unbequem sei, mehrere Token zu verwalten. Bei wichtigen Informationen mit persönlichem Inhalt sollte man dennoch nicht zögern, von einem Token Gebrauch zu machen oder auf dem Handy eine App zu installieren, die eine Zwei-Faktor-Authentifizierung gewährleistet.

Auch Flickr-Nutzer sollten sich in Acht nehmen, warnt Steve Clement. Das Foto-Portal gehört zum Yahoo!-Konzern. Inzwischen loggen sich viele Menschen via Yahoo bei Flickr ein, ohne sich darüber im Klaren zu sein.

Welche Folgen hätte ein Datenklau bei Facebook?

Sich Passwörter zu merken, ist mühselig. Nutzer, die deshalb das gleiche Passwort  oder eine vereinfachte Abwandlung davon woanders benutzt haben, sollten dieses Passwort überall schnellstmöglich ändern, da in der Datenbank Passwörter nur schwach verschlüsselt seien, betont der CIRCL-Experte.

Menschen, die eine Vielzahl von Passwörtern haben, wird geraten, auf einen Passwort-Manager zurückgreifen. "Meiner Meinung nach müsste dies heutzutage so selbstverständlich sein wie eine Brieftasche zu tragen", unterstreicht Steve Clement. Der Passwort-Manager zeigt einem sämtliche Webseiten an, bei denen ein Passwort und eine Mail-Adresse angegeben wurden.

Ein Datenklau bei Facebook könnte weitaus größere Folgen haben als der Fall Yahoo, befürchtet Clement. Oft benutzen die Menschen ihr Facebook-Login, wenn sie eine Webseite betrachten.

"Das ist zwar praktisch, doch man verliert dabei schnell den Überblick", warnt der Spezialist. Deshalb sei es ratsam, regelmäßig zu säubern, damit möglichst wenige Internetseiten mit einem Facebook- oder Yahoo-Konto verknüpft sind.

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