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Nach dem Brand kam das Wasser
Lokales 2 Min. 02.10.2018

Nach dem Brand kam das Wasser

Mit dem Standort zwischen Jugendherberge und Baggerweiher ist der Club sehr zufrieden.

Nach dem Brand kam das Wasser

Mit dem Standort zwischen Jugendherberge und Baggerweiher ist der Club sehr zufrieden.
Foto: Chris Karaba
Lokales 2 Min. 02.10.2018

Nach dem Brand kam das Wasser

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Da das alte Vereinshaus einem Brandstifter zum Opfer fiel, musste der Club des Jeunes Remerschen auf Container ausweichen. Das Jahr ohne festen Treffpunkt hat das Vereinsleben auf die Probe gestellt.

Sie schrauben, werkeln und schleppen Möbel in die vier Container: Am Samstagabend, wenn andere ins Kino oder ins Café gehen, steht bei einem guten Dutzend Vereinsmitglieder ein Arbeitseinsatz auf dem Programm.

Nach einer Durststrecke geht es wieder aufwärts mit dem Club des Jeunes. Lange zog sich die Standortsuche hin, gefolgt von technischen Schwierigkeiten, doch mit Hilfe der Gemeinde Schengen sind die vier Container vor einigen Wochen bezugsfertig geworden.

„Unter der langen Zeit, in der wir keinen Saal hatten, hat das Vereinsleben schon ziemlich gelitten“, sagt Julie Kohll, Präsidentin des Club des Jeunes. „Die älteren Mitglieder haben sich neuen Aufgaben zugewendet und es war schwer, jüngere Mitglieder anzuziehen.“

Noch immer hat der Verein den Tiefschlag im August letzten Jahres nicht ganz verkraftet. Am Vereinshaus auf dem Kräizbierg zwischen Windrad und Wasserturm hatte ein Brandstifter neben einer Tür Feuer gelegt – an einem Freitagabend, als Vereinsmitglieder dort Fußball schauten. Nachdem das Feuer wieder von selbst erlosch, kam der Täter am Sonntag wieder und ließ diesmal das gesamte Gebäude in Flammen aufgehen.

Nach einer Durststrecke sind die Container jetzt benutzbar. Der Verein hat sie mit gespendeten Möbeln eingerichtet.
Nach einer Durststrecke sind die Container jetzt benutzbar. Der Verein hat sie mit gespendeten Möbeln eingerichtet.
Foto: Chris Karaba

„Wir haben zwar den Sachschaden von der Versicherung ersetzt bekommen“, sagt Julie Kohll. „Der größte Verlust sind aber unsere Erinnerungsstücke – Fotos, Andenken aus früheren Zeiten, selbst gemalte Schilder. Alles ist verbrannt.“

Dass der Club ein Jahr ohne festen Treffpunkt auskommen musste, liegt erst einmal an der schwierigen Standortsuche. Die Gemeinde wählte letzten Endes eine Wiese am Bréicherwee neben dem Gemeindeatelier aus, in der Nähe von Schule und Jugendherberge. Dann kaufte sie einer Baufirma vier gebrauchte Container ab. „Wir wollten kein festes Gebäude neu bauen“, erklärt Schöffe Tom Weber. „Die Kosten waren dabei nicht der ausschlaggebende Punkt. Aber mit den Genehmigungen, Ausschreibungen und der Bauzeit hätte es zu lange gedauert, bis alles fertig geworden wäre.“

Wassereinbruch sorgt für Rückschlag

Die Gemeinde griff dem Club unter die Arme und nahm die Trennwände zwischen den Containern heraus, so dass ein großer Saal entstand. Dann geschah das Unvorhergesehene: An den Verbindungsstellen drang Regenwasser ein und ließ den Holzboden aufquellen. Die Gemeindearbeiter installierten also ein Flachdach mit einer kleinen Neigung und legten den Boden neu. Demnächst soll eine Fassade aufgeschraubt werden, um dem Vereinshaus ein nettes Aussehen zu verleihen.

Tom Weber bedauert, dass es nun fast ein Jahr dauerte, bis der Club sein neues Vereinsheim beziehen kann. Auf Kritik, wie sie zum Beispiel in der letzten Gemeinderatssitzung zur Sprache kam, entgegnet er: „Die Gemeinde hat die Containerlösung zu 90 Prozent bezahlt. Weil wir nicht viele leere Gebäude haben, war es auch nicht einfach, den Jugendclub unterzubringen.“

Für Julie Kohll steht jetzt der Aufbau im Vordergrund. Bürger haben gebrauchte Möbel gespendet, dazu haben die Vereinsmitglieder für eine einfache Küchenzeile zusammengelegt. Im nächsten Jahr, wenn der Verein sein 50-jähriges Bestehen feiert, ist der Fastnachtsball „Musel am Dusel“ gesichert, die Haupteinnahmequelle für den Club des Jeunes.


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