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Muttergottesoktave unter dem Motto „Bleif bei eis“
Lokales 3 Min. 11.05.2019

Muttergottesoktave unter dem Motto „Bleif bei eis“

Das Gnadenbild der Trösterin der Betrübten findet Aufstellung auf dem Votivaltar im Mariendom.

Muttergottesoktave unter dem Motto „Bleif bei eis“

Das Gnadenbild der Trösterin der Betrübten findet Aufstellung auf dem Votivaltar im Mariendom.
Foto: Anouk Antony
Lokales 3 Min. 11.05.2019

Muttergottesoktave unter dem Motto „Bleif bei eis“

Jean-Paul SCHNEIDER
Jean-Paul SCHNEIDER
Am Samstag hat die zweiwöchige Oktave in der Kathedrale von Luxemburg begonnen.

Jedes Jahr findet in den Wochen zwischen dem dritten und fünften Sonntag der Osterzeit die Muttergottesoktave in der Kathedrale von Luxemburg statt. Es handelt sich dabei um eine 16-tägige Wallfahrt – eigentlich eine Doppel-Oktav – zum Gnadenbild der Muttergottes als Trösterin der Betrübten. Das Motto der diesjährigen Pilgerzeit heißt: „Bleif bei eis! – Reste avec nous!“

Oktavprediger ist Abbé Guy Diederich, Pfarrer im Pastoralteam der neuen Pfarrei „Musel a Syr Saint-Jacques“. Zum Thema dieses Jahres schreibt der Oktavprediger: „An deene leschten zwee Jar ass an eiser Kierch villes anescht ginn, a mir sinn nach laang net um Enn domat, weder heiheem nach an der Kierch uechter d’Welt. Et ass eis Chrëschten esou, wéi wa mer munches verluer hätten, wouru mir zanter Generatioune gewinnt (esouguer etlech Mol verwinnt) waren. (...) An der Oktav 2019 probéieren ech, mat Iech ze iwwerleeën an dofir ze bieden, datt d’Haaptsaach bleift: eise Glawen un den Herrgott, esouwéi mir en am Jesus senger gudder Noriicht fannen.“

Ursprung der Oktave

Das etwa 73 cm große Gnadenbild, aus Lindenholz geschnitzt, ist eine Marienstatue, die das Jesuskind auf dem linken Arm trägt. Der rechte Fuß zertritt den Kopf der Schlange und zu ihren Füßen liegt der sichelförmige Mond. Die Statue stammt wahrscheinlich aus Montaigu in Belgien.

Die Muttergottesoktave geht zurück auf den Jesuitenpater Jacques Brocquart (1588-1660). Er hatte vor den Toren der Stadt, auf dem heutigen Glacis-Feld, ein Grundstück erworben. Hier errichtete er am 8. Dezember 1624 zusammen mit den Studenten des Jesuitenkollegs eine aus Lindenholz geschnitzte Figur Mariens, die von nun an dort verehrt werden sollte. Der Statue gab er den Namen „Trösterin der Betrübten“.

Trost- und Hoffnungsspenderin

Während des Zweiten Weltkriegs suchten besonders viele Menschen bei der „Trösterin der Betrübten“ Trost und Hoffnung. Die luxemburgische Restauratorin Muriel Prieur hat 2008 die Statue in rund 500 Arbeitsstunden in ihren Originalzustand gebracht.

Auch heute noch, mehr als dreieinhalb Jahrhunderte nach ihren Anfängen, ist die Muttergottesoktave ein Höhepunkt und fester Bestandteil des kirchlichen Lebens in Luxemburg. Sie beginnt mit der traditionellen Eröffnungsandacht heute Nachmittag, um 16 Uhr, im Mariendom, dem National-Heiligtum Luxemburgs, und endet mit einer Schlussprozession durch die Straßen der Innenstadt am dritten Oktavsonntag, dem sogenannten Schlussoktavsonntag.

Dazwischen liegen zahlreiche religiöse, spirituelle und meditative Veranstaltungen, die bereits zur Tradition der Oktave gehören, immer wiederkehrende jährliche Highlights, aber auch etliche Neuerungen, die zur Attraktivität der Muttergotteswallfahrt beitragen werden. Die Wallfahrt ist Teil des offiziellen immateriellen Kulturerbes des Landes.

Bücherzelt und Mäertchen

Neben den rein religiösen, spirituellen und meditativen Angeboten im Rahmen der Muttergottesoktave lohnt sich, wie jedes Jahr, ein Besuch im Bücherzelt der ErwuesseBildung im Innenhof der Kathedrale. Hier werden seit 20 Jahren ausgewählte Bücher und Filme in Deutsch und Französisch – rund 2 000 Titel, viele Neuerscheinungen – aus den Bereichen Religion und Spiritualität, Gebet und Meditation, Bildung und Familie, Gesellschaft, Lebenshilfe sowie Kinder- und Jugendliteratur von den haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen der ErwuesseBildung angeboten.


An den 75 Buden und Ständen auf dem Knuedler und bei der Gëlle Fra haben die Besucher die Qual der Wahl.
Mittagsstund hat Mäertchen im Mund
Für die einen ein Termin mit Tradition, für die anderen eine Erweiterung der Auswahl an Essensmöglichkeiten zur Mittagsstunde: Der Mäertchen gastiert wieder in Luxemburg-Stadt.

Ursprünglich war er rein zur Stärkung der hungrigen Pilger gedacht, die teils sehr lange Fußmärsche hinter sich hatten. Heute ist er eher ein gesellschaftliches Ereignis, ein Treff sowohl von Gläubigen als auch von Andersdenkenden, eine sicherlich mehr als angenehme Nebenerscheinung der Marienwallfahrt – der Mäertchen, der seit mehr als 200 Jahren so oder so dazugehört.

Und auch wenn die zahlreichen Marienverehrer den Mäertchen sicherlich seit Langem nicht mehr ausschließlich zum Hungerstillen brauchen, so bleibt dessen Besuch auf dem Knuedler oder der Place de la Constitution für beinahe jeden von ihnen ein willkommener jährlicher Pflichttermin.


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