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Mufflons: Ministerium gibt Feuer frei
Lokales 10.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Mufflons: Ministerium gibt Feuer frei

Den Mufflons geht es an den Kragen.

Mufflons: Ministerium gibt Feuer frei

Den Mufflons geht es an den Kragen.
Foto: Claude Piscitelli
Lokales 10.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Mufflons: Ministerium gibt Feuer frei

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Bei einer staatlich verordneten Abschuss-Aktion sollen die Mufflons im Echternacher Wald dezimiert werden. Durch die Jagd im Februar soll sich das geschädigte Waldstück erholen können.

Bei der Dezimierung des Mufflonbestands im Waldgebiet Haard macht das Umweltministerium Ernst. Umweltministerin Dieschbourg hat laut LW-Informationen entschieden, dass die Mufflons mit Hilfe einer staatlich organisierten Jagd („Chasse administrative“) geschossen werden sollen. Eine Sprecherin bestätigte dies. „Wir kommen nicht mehr an einer Chasse administrative vorbei. Die Entscheidung ist gefallen“, sagte Ministeriumssprecherin Monica Duarte.

Damit wäre die Abschuss-Aktion im Wald oberhalb des Echternacher Sees die erste Chasse administrative, die in Luxemburg durchgeführt wird. Erst seit dem Jagdgesetz von 2011 besteht diese Möglichkeit. Nicht vergleichbar damit sind die Abschüsse von Wildschweinen an der Grenze zu Belgien, die die Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest verhindern sollen.

Die Regierung hat Mufflons im Waldgebiet Haard zum Abschuss freigegeben.
Die Regierung hat Mufflons im Waldgebiet Haard zum Abschuss freigegeben.
Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Aktion wird bei Tageslicht als Ansitz- und als Pirschjagd ausgeführt. Bei letzterer nähern sich die Jäger langsam und lautlos dem Wild. Die Naturverwaltung organisiert eine größere Anzahl von Jägern, die Mufflons zur Strecke bringen sollen. Das erlegte Wild wird anschließend öffentlich verkauft.

Die Abschussaktion soll bereits im Februar über die Bühne gehen. Unklar war am Freitag, ob der Mufflonbestand im Waldgebiet Haard vollständig oder nur zu einem Teil geschossen werden soll. Details hierzu sollen in der kommenden Woche bekannt gegeben werden.

Kurz und schmerzlos

Im Umweltministerium diskutiert man noch über den genauen Ablauf der Aktion. „Zu klären sind noch die Modalitäten zum Tierschutz“, sagte Ministeriumssprecherin Monica Duarte. Konkret geht es dem Vernehmen nach darum, die Mufflons möglichst kurz und schmerzlos zu schießen, um unnötiges Leid zu vermeiden.


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Im Laufe der vergangenen Jahre haben sich die Mufflons in dem Waldstück unkontrolliert vermehrt. Der zuständige Förster Tom Müller geht von 200 Tieren in einem einzigen Jagdrevier aus. Diese hätten vor allem jüngeren Bäumen schon erheblichen Schaden zugefügt.

Wegen des übermäßigen Mufflonbestands – einer Tierart, die in Luxemburg nicht natürlich vorkommt – gibt es schon seit Jahren Konflikte zwischen der Forstverwaltung und den zwei Jagdpächtern des Reviers. Diese wurden wiederholt aufgefordert, mehr Mufflons zu schießen. Die Appelle blieben aber ohne Konsequenzen.


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