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Müllkugeln statt Müllkörbe: Stadt Luxemburg wagt Versuch
Lokales 27.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Müllkugeln statt Müllkörbe: Stadt Luxemburg wagt Versuch

Insgesamt stehen bislang vier "Bubbles" in der Hauptstadt. Gerade an Punkten, wo das Müllaufkommen besonders hoch ist, sollen sie sich als nützlich erweisen.

Müllkugeln statt Müllkörbe: Stadt Luxemburg wagt Versuch

Insgesamt stehen bislang vier "Bubbles" in der Hauptstadt. Gerade an Punkten, wo das Müllaufkommen besonders hoch ist, sollen sie sich als nützlich erweisen.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 27.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Müllkugeln statt Müllkörbe: Stadt Luxemburg wagt Versuch

Diane LECORSAIS
Diane LECORSAIS
Auf der Place d'Armes probiert die Gemeinde neuartige, kugelförmige Abfallbehälter aus. Auch in den Straßen von Berlin sind die "Bubbles" zu finden.

Futuristisch muten sie an, die großen, silberfarbenen Kugeln vor dem Cercle Cité auf der Place d'Armes. Doch handelt es sich bei den markanten Objekten nicht etwa um moderne Kunst, sondern um die moderne Variante eines eigentlich stinknormalen Abfallbehälters. Vor knapp einem Jahr wurde das Modell „Bubble 360“, das vom deutschen Unternehmen Lune Raummobiliar stammt und ebenfalls in Berlin das Stadtbild prägt, vereinzelt in der Hauptstadt installiert. Wie die Stadt Luxemburg auf Nachfrage hin erklärt, handelt es sich dabei um „einen Versuch“.

Der Hintergrund: An verschiedenen Punkten in der Innenstadt musste der Service hygiène in der Vergangenheit in der Hochsaison bis zu sechsmal täglich passieren, um die Behälter zu leeren. Da das Fassungsvermögen der kugelförmigen Behälter – laut Hersteller 360 Liter – sechsmal höher sei als bei einem herkömmlichen Mülleimer, müssten die Gemeindearbeiter zu diesen Exemplaren deutlich weniger oft ausrücken – „was es dem Service hygiène erlaubt, wertvolle Zeit zu gewinnen, um die Qualität und Sauberkeit im öffentlichen Raum an anderen Orten noch weiter zu verbessern“, heißt es bei der Pressestelle der Stadt Luxemburg.

Sie prägen seit rund 40 Jahren das Stadtbild in der Fußgängerzone: Die dunkelbraunen Mülleimer mit goldfarbenem Rand. Und sie werden es auch weiterhin tun. Durch die "Bubbles" ersetzt werden sollen sie nicht.
Sie prägen seit rund 40 Jahren das Stadtbild in der Fußgängerzone: Die dunkelbraunen Mülleimer mit goldfarbenem Rand. Und sie werden es auch weiterhin tun. Durch die "Bubbles" ersetzt werden sollen sie nicht.
Foto: Gerry Huberty

Die ersten Erfahrungen seien denn auch durchaus positiv ausgefallen, „sowohl in puncto Nutzung als auch beim Unterhalt und den Entleerungen“. Insgesamt wurden im Stadtzentrum bislang vier „Bubble“-Behälter aufgestellt.

In der restlichen Fußgängerzone begegnet man nach wie vor den altbewährten dunkelbraunen Abfalleimern mit goldfarbenem Rand. Diese waren dort laut Stadtverwaltung vor rund 40 Jahren im Zuge der Umgestaltung des Stadtkerns zur Fußgängerzone installiert worden.

„Bei den Abfallbehältern gibt es nicht die eine Lösung“, erläutert die Pressestelle der Stadt Luxemburg. Die Kugelbehälter würden denn auch ganz klar nicht flächendeckend installiert, um die alten Behälter zu ersetzen. Dennoch wolle man weitere Tests wagen, dies etwa bei Lyzeen.

Der Vorteil der Kugel-Behälter: Sie bieten deutlich mehr Platz für Weggeworfenes. Demzufolge müssen sie auch seltener geleert werden.
Der Vorteil der Kugel-Behälter: Sie bieten deutlich mehr Platz für Weggeworfenes. Demzufolge müssen sie auch seltener geleert werden.
Foto: Gerry Huberty

Design als „positiver Nebeneffekt“

Die „Bubbles“ würden vor allem dort Sinn machen, wo innerhalb einer kurzen Zeit ein hohes Müllaufkommen zu erwarten ist, aber auch, wo es starke, saisonale Schwankungen gibt und wo unberechenbare Faktoren, etwa das Wetter, die Situation beeinflussen. Auch könnten sie gegebenenfalls als zeitlich begrenzte Lösung eingesetzt werden.

Das Design selbst habe bei den Auswahlkriterien des hauptstädtischen Service hygiène übrigens keinen Vorrang gehabt. Entscheidend sei vielmehr die „optimale Form“ der Kugeln gewesen – und das ansprechende Erscheinungsbild somit als „positiver Nebeneffekt“ zu betrachten.


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