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Motorradfahren in Luxemburg: Sei schlau und schau!
Lokales 3 Min. 11.05.2015 Aus unserem online-Archiv

Motorradfahren in Luxemburg: Sei schlau und schau!

Motorradfahren in Luxemburg: Sei schlau und schau!

Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 11.05.2015 Aus unserem online-Archiv

Motorradfahren in Luxemburg: Sei schlau und schau!

„Immer diese Motorradfahrer!“ – Wer hat diese Wörter nicht schon einmal selbst in den Mund genommen? War ihr Benehmen im Straßenverkehr wirklich daneben, oder hat der Autofahrer das Erlebte nur falsch interpretiert?

(hip) - Wenn Wochenende ist und zudem das Wetter mitspielt, schwingen sich viele Motorradenthusiasten auf ihre Maschine, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Nicht selten aber kommt es zu mehr oder weniger schlimmen Verkehrsunfällen. Dies, obwohl das Miteinander auf unseren Straßen doch eigentlich so einfach wäre.

„Diejenigen, die rasen wollen und es schon immer getan haben, werden es auch weiterhin kaum unterlassen“, erklärt Marc Kirsch, Präsident der „Lëtzebuerger Moto-Initiativ“ (LMI). „Unter Motorradfahrern gibt es die unbelehrbaren schwarzen Schafe genauso wie wir sie auch unter den Autofahrern finden.“ Oft aber trüge der erste Eindruck, besonders zu Beginn der neuen Bikersaison, so Kirsch weiter.

Ein Fakt: Das motorisierte Zweirad ist leichter, schmaler und oft auch schneller als ein Auto. So kann es sein, dass der Verkehrsteilnehmer von seinem plötzlichen Auftauchen oder dem Überholtwerden überrascht wird. „Wer nicht selbst Motorrad fährt, hat oft eine falsche Sichtweise von den Bikern.“

Die Organisation versucht seit ihrer Gründung am 29. Januar 1987 nicht nur, das Negativbild des Motorradfahrers und vor allem der Clubs in der Öffentlichkeit abzubauen, sondern auch den motorisierten Zweiradnutzer an die Sichtweise eines Autofahrers zu erinnern.

Ein hilfreiches Utensil, damit beide Seiten sich besser kennen und verstehen lernen, ist die Infobroschüre des Ressortministeriums und der „LMI“, die an vielen Orten kostenlos ausliegt und auch Führerscheinneulingen vor oder kurz nach dem Examen ausgehändigt wird. Sie kann aber auch auf der Internetseite des Ministeriums heruntergeladen werden. 

Diesen Sticker klebten Autofahrer auf das Heck ihres Wagens, um den Bikern ihre Anerkennung zu zeigen. Die Aktion soll demnächst wieder aufleben.
Diesen Sticker klebten Autofahrer auf das Heck ihres Wagens, um den Bikern ihre Anerkennung zu zeigen. Die Aktion soll demnächst wieder aufleben.
Quelle: Lëtzebuerger Moto-Initiativ


Was Motorradfahrer beachten sollten:

  • Einkalkulieren: Autos haben im Kolonnenverkehr einen weitaus kürzeren Bremsweg.
  • Keine Knautschzone: An stehenden Fahrzeugen vorbeizufahren, beispielsweise im Stau, kann zu schweren Unfällen führen, auch wenn der Motorradfahrer unschuldig war.
  • Toter Winkel: Wer zu nah auffährt, riskiert, im Rückspiegel des Autos übersehen zu werden.

Was Autofahrer beachten sollten:

  • Ausschau halten: Oft sind die Bikes wegen ihrer schmalen Silhouette schwer auszumachen. Die Geschwindigkeit und Wendigkeit wird unterschätzt. Vergewissern Sie sich auch vor dem Öffnen der Autotür, dass sich nicht gerade ein Motorrad nähert.
  • Ausreichender Abstand: Der Seitenabstand zwischen Auto und Bike sollte mindestens anderthalb Meter betragen.


Die Statistikbehörde „Statec“ veröffentlichte vor kurzem eine Übersicht der Motorradunfälle in den Jahren 2012 bis 2014. In 33 Prozent der Fälle mit einem weiteren Verkehrsteilnehmer war der Biker selbst Schuld. Bei 18 Prozent traf ihn eine Mitschuld, bei 46 Prozent aber waren die anderen Verkehrsteilnehmer allein verantwortlich. In den drei letzten Jahren kamen insgesamt 21 Motorradfahrer ums Leben, 153 wurden schwer, 210 leicht verletzt.

LMI in der Vorreiterrolle

In den Fällen, in denen die Biker selbst Schuld waren, war laut Statec meist überhöhte Geschwindigkeit im Spiel. Bei Unfällen aber, in die Fahrzeuge mit vier Rädern verwickelt waren und ihre Nutzer die Hauptschuld traf, ging es um missachtete Vorfahrt. Auch wurden Motorradfahrer bei Wendemanövern oder beim Rückwärtsfahren ganz einfach übersehen.

Ungeschützte Leitplanken, rutschige Fahrbahnmarkierungen bei Nässe, eine eigene Spur bei der technischen Kontrolle oder das Versicherungswesen, auf vielen Gebieten leistete die 1 600 Mitglied starke „LMI“ eine wichtige Vorreiterrolle.

Die ersten Protektoren an Leitplanken wurden beispielsweise sogar aus eigener Kasse finanziert. Heute sind sie an besonders gefährlichen Punkten Standard. Seit etwa zwei Jahren gibt es die Motorradspur bei der technischen Kontrolle in Sandweiler.

Ideen und Projekte für die Zukunft gibt es noch viele, sei es ein engerer Austausch zwischen den Verantwortlichen der Zulassungsstellen und Kontrollstationen oder aber auch, dass die Fahrbahnmarkierungen nur noch mit dem, zwar etwas teureren, aber griffigerem und länger haltbaren Mix mit Glasgranulat aufgetragen werden. Dieser Farbenmix würde auch für mehr Sicherheit für Radfahrer auf unseren Straßen sorgen.

Info am Rande: Gefährliche Stellen, Straßenschäden oder fehlende Schutzleitplanken, unter diesem Link können Sie dem Transportministerium solche Hinweise melden.


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