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Mordversuch am eigenen Vater: Es bleibt bei 14 Jahren Haft
Lokales 03.12.2019

Mordversuch am eigenen Vater: Es bleibt bei 14 Jahren Haft

Vor diesem Haus in Bergem versuchte der Sohn den Vater mit einer Sprengladung zu töten.

Mordversuch am eigenen Vater: Es bleibt bei 14 Jahren Haft

Vor diesem Haus in Bergem versuchte der Sohn den Vater mit einer Sprengladung zu töten.
Foto: Pierre Mousel / LW-Archiv
Lokales 03.12.2019

Mordversuch am eigenen Vater: Es bleibt bei 14 Jahren Haft

Der Appellationshof bestätigte am Mittwoch das Urteil aus erster Instanz gegen Kim Z. Wegen eines Bombenanschlags auf seinen eigenen Vater muss er für viele Jahre in Haft.

(str) - Es war eine überraschende Wendung im Prozess um einen versuchten Mord: Der Angeklagte zog seinen Antrag auf Berufung zurück. Ein Gesuch, dem der Appellationshof nun gestern stattgab. 

Die Richter bestätigten somit das Urteil aus erster Instanz, eine Haftstrafe von 14 Jahren, davon vier auf Bewährung.


In Berufung: Ein Bombenleger als tickende Zeitbombe
Im Oktober 2016 versucht ein psychisch kranker Mann, seinen Vater mit einem Sprengsatz zu töten. Am Dienstag befasst sich der Appellationshof mit dem Fall.

Der Fall war ohnehin alles andere als gewöhnlich. Zunächst die Tat: Kim Z. versucht am 1. Oktober 2016, seinen eigenen Vater vor dessen Wohnhaus im Steewee in Bergem mit einer Autobombe zu töten. Doch der selbst gebastelte Sprengsatz verfehlt sein Ziel. Der damals 69-jährige Vater überlebt den Anschlag, erleidet aber schwere Verbrennungen. 

Der Täter ist schnell identifiziert. Kurz nach der Tat stellt er sich der Polizei in Düsseldorf. Der damals 39-Jährige gesteht den Mordversuch. Diesen soll er über mehr als zwei Jahre geplant und vorbereitet haben. 

Mörderische Obsession 

Ungewöhnlich ist dann auch sein Motiv: Kim Z. war bei mehreren Erbschaften schlechter weggekommen als sein älterer Bruder. Zudem habe der Vater stets den Erstgeborenen bevorzugt. So zumindest der Eindruck des Jüngeren, der aus diesen vermeintlichen Benachteiligungen eine regelrechte Obsession entwickelt.

Der Vater soll für das erlittene Unrecht zur Verantwortung gezogen werden: Er soll sterben.


Überraschung in zweiter Instanz: Bombenleger zieht Berufungsantrag zurück
Der Berufungsprozess um einen Mordanschlag auf den eigenen Vater war am Dienstag bereits nach wenigen Minuten vorbei.

Diese Verbissenheit ist eine weitere Besonderheit in diesem Fall. Denn sie liegt fern von jeglicher Vernunft. Kim Z. ist psychisch krank, leidet unter Verfolgungswahn.

Im Prozess in erster Instanz bringt dieser Umstand die Richter dann in eine verzwickte Situation: Ein Gutachter befindet, dass die Erkrankung das Urteilsvermögen des Angeklagten zwar verzerrt, nicht aber abschafft. Die Richter können demnach vom Gesetz her keine Zwangsbehandlung der psychischen Erkrankung anordnen, obwohl diese eine schnelle Linderung der Symptome bewirken würde. 


Dossier: Der Bombenleger von Bergem
Am 1. Oktober 2016 explodiert im Auto eines Mannes in Bergem eine Rohrbombe. Das Opfer überlebt mit Verbrennungen. Der Täter ist der eigene Sohn.

Es bleibt ihnen keine andere Wahl, als eine lange Haftstrafe zu verhängen – mit einem teilweisen Strafaufschub, der ab dem Zeitpunkt der vorzeitigen Haftentlassung an eine freiwillige Behandlung geknüpft ist. 

Eine Strafe, die Kim Z. nun nach dem gestrigen Urteil in zweiter Instanz definitiv abbüßen muss.


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Die hauptstädtische Kriminalkammer hat am Mittwoch jenen Mann, der im Oktober 2016 versucht hatte, seinen Vater in Bergem mit einer Autobombe zu töten, zu einer langen Haftstrafe verurteilt.
Der Angeklagte hatte am 1. Oktober 2016 einen Sprengsatz im Wagen seines Vaters versteckt und diesen dann per Fernsteuerung gezündet.
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