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Monnericher Deponie soll trockengelegt werden
So könnte die Monnericher Deponie nach der Sanierung aussehen. Die Gemeinde will sich dafür einsetzen, dass auch der Teil der Deponie rechts auf der Grafik, der nicht vom Erdrutsch betroffen war, ebenfalls saniert wird.

Monnericher Deponie soll trockengelegt werden

Grafik: Asmus+Prabucki
So könnte die Monnericher Deponie nach der Sanierung aussehen. Die Gemeinde will sich dafür einsetzen, dass auch der Teil der Deponie rechts auf der Grafik, der nicht vom Erdrutsch betroffen war, ebenfalls saniert wird.
Lokales 3 Min. 18.05.2018

Monnericher Deponie soll trockengelegt werden

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Vier Jahre nach dem Erdrutsch in Monnerich liegt der Sanierungsbericht vor. Daraus geht hervor, dass die Sanierungsarbeiten sich über Jahre hinweg ziehen werden.

Mehr als vier Jahren nach dem großen Erdrutsch an der Monnericher Bauschuttdeponie liegt nun der Sanierungsbericht vor. Der Experte Roland Weißmann, vom Ingenieurbüro Asmus+Prabucki aus Essen (D), hat dem Monnericher Gemeinderat am Freitagmorgen die Hauptelemente daraus vorgestellt.

Erst mussten die Ursachen des Erdrutsches ermittelt werden. Roland Weißmann betonte in dem Zusammenhang, dass der Deponiebetreiber, die Firma Cloos, zum Zeitpunkt des Erdrutsches die genehmigte Höchstkapazität an Erdlagerung noch nicht erreicht hatte. Es habe entsprechend keine bauliche Überlast zum Zeitpunkt des Rutsches gegeben.

Das deutsche Ingenieursbüro kam zum Schluss, dass die Ursachen vor allem auf die starken Niederschläge im Winter 2013-2014 zurückzuführen sind. Dadurch habe das Grundwasserniveau einen Höchststand erreicht. Wasser kam im Untergrund in Kontakt mit einer gipshaltigen Bodenschicht, die dabei ihre Scherfestigkeit verlor. Diese Schicht habe dem Druck, den die aufgeschütteten Erdmassen erzeugten, nicht mehr standgehalten. Weshalb es zum Erdrutsch kam.

Die Sanierungsmaßnahmen

Demnach müsse dafür Sorge getragen werden, dass das Grundwasser unterhalb der Deponie nicht mehr in Höhe dieser Bodenschicht gelangen könne. Weshalb das Ingenieurbüro vor allem drei größere Sanierungsmaßnahmen vorsieht:

  • Das Oberflächenwasser soll in offene Entwässerungsgräben eingesammelt werden damit es Richtung Foetz fließen kann. Nördlich und westlich der Deponie wurden bereits solche Gräben angelegt. Dies um den direkten Einstau am Deponiefuß zu beseitigen. "Das funktioniert gut", so Roland Weißman.
  • Damit kein Grundwasser unter die Deponie gelangt, soll in einer Durchschnittstiefe von vier Metern ein Drainagekanal, am Fuß der Deponie, errichtet werden.
  • Schließlich soll die Deponie mit einer wasserdichten Lehmschicht abgedichtet werden. Dies damit kein Regenwasser mehr durchdringen kann.

Anders ausgedrückt, der Deponiekörper soll trockengelegt werden. Diese Maßnahmen bedingen aber auch Arbeiten zur Seite von Foetz hin. Weil das Wasser durch die Kanäle und Drainagesysteme schneller dorthin gelangen wird, muss dort möglicherweise ein Wasserrückhaltebecken errichtet werden. Dies eventuell in Form eines Teiches.

Erwägt wird, dass später Solarpaneele auf die sanierte Deponie installiert werden.
Erwägt wird, dass später Solarpaneele auf die sanierte Deponie installiert werden.
Grafik: Asmus+Prabucki

Deponie wird abgeflacht

Außerdem soll die Böschung der Deponie abgeflacht werden. Dies auch, um sich die Möglichkeit zu geben, dort in Zukunft Solarpaneele zu errichten, wie Bürgermeister Jeannot Fürpass (CSV) es bereits im Vorfeld vorgeschlagen hatte.

Doch bis dorthin wird es ein weiter Weg. Vor allem die Abflachung und die Abdichtung der Deponie kündigen sich langwierig an. Laut einer ersten Schätzung müssten dafür etwa eine halbe Million Kubikmeter Erdmaterial die Deponie empor transportiert werden. Anders ausgedrückt, die Erdschuttdeponie wird wieder zeitweilig in Betrieb genommen. Von einer Dauer von zwei Jahren war die Rede während der Gemeinderatssitzung.

Die Kanäle leiten das Oberflächenwasser Richtung Foetz.
Die Kanäle leiten das Oberflächenwasser Richtung Foetz.
Foto: Guy Jallay

Doch beziehen sich dieses Sanierungskonzept und diese Zeitangaben nur auf den Teil der Deponie, auf dem es zum Erdrutsch gekommen ist. Der Teil der Deponie der an den Minettkompost grenzt ist davon nicht betroffen. "Wir sollten die Gelegenheit beim Schopf packen, um auch diesen zweiten Teil der Deponie ein für alle Male zu sanieren", forderte Rat Servais Quintus (Déi Gréng).

Dem stimmte Bürgermeister Jeannot Fürpass zu. Er erklärte, dass am 21. Juni eine Unterredung im Nachhaltigkeitsministerium vorgesehen sei, in der dieser Aspekt auf der Tagesordnung steht. Ministerium und Gemeinde würden in dieser Hinsicht an einem Strang ziehen, so Fürpass noch.

Laut Einschätzung des Bürgermeisters würden hier aber noch einmal gut eine halbe Million Kubikmeter Erdmaterial notwendig sein, um auch diesen Teil der Deponie abzudichten. Dies sei wichtig, weil sich in diesem Bereich auch problematische Abfälle befinden, wie Abfälle des Escher Krankenhauses oder Casa-Schlämme. Durch die Abdichtung könne verhindert werden, dass dort deponierte Substanzen in die Vorläufer der Kiemelbach gelangen, hieß es.

Die Schuldfrage

"Wer soll das bezahlen?", fragte ihrerseits Rätin Danielle Becker-Bauer (LSAP). Darauf antwortete Jeannot Fürpass, dass der Sanierungsbericht lediglich ein technischer Bericht sei. Ziel sei es, die Lage dauerhaft zu stabilisieren.

Zur Schuld- und Finanzierungsfrage verwies er auf Diskussionen die zwischen Staat, Gemeinde, Deponiebetreiber und dem Geländeeigner ArcelorMittal geführt werden. "Das Beste wäre, wenn die Gerichte sich nicht damit befassen müssten", so Fürpass. Anders ausgedrückt, er hofft, dass sich die verschiedenen Parteien untereinander einig werden können.

Öffentlich ist der Sanierungsbericht noch nicht. Er soll der Bevölkerung in Monnerich während einer Informationssitzung am 4. Juli vorgestellt werden. Der Bericht wurde von Umweltministerin Carole Dieschbourg gefordert und beauftragt. Die Kosten dafür bezahlt der Betreiber Cloos.


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