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Modernes Belval
Auf einer Fläche so groß wie 170 Fußballfelder entsteht in Belval ein komplett neues Stadtviertel.

Modernes Belval

Foto: Agora
Auf einer Fläche so groß wie 170 Fußballfelder entsteht in Belval ein komplett neues Stadtviertel.
Lokales 3 Min. 26.06.2018

Modernes Belval

In Belval schießen neue Wohn- und Gewerbekomplexe wie Pilze aus dem Boden. Das Konzept einer modernen Stadtentwicklung scheint aufzugehen: 12 000 Menschen finden jeden Tag den Weg zum einstigen Industriestandort, um dort zu arbeiten, zu forschen und zu leben.

Von Anne  Julie Heintz

Seit 18 Jahren wird die ehemalige Industriebrache in Belval wieder aufgewertet: Auf den Gemeindegebieten von Esch/Alzette und Sanem entsteht hier auf einer Fläche von 120 Hektar ein modernes Stadtviertel. Inzwischen haben 2 400 Menschen in Belval ihr Zuhause gefunden, 180 Unternehmen und Institutionen, Geschäfte und Restaurants haben sich angesiedelt, rund 1 100 Schüler und 3 500 Studenten kommen hierher zum Lernen und Studieren sowie 1 000 Uni-Mitarbeiter und Forscher finden jeden Tag den Weg zum ehemaligen Industriegelände.


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Eine Dynamik, die das ambitionierte, städtebauliche Vorhaben der Entwicklungsgesellschaft Agora (die zu 50 Prozent dem Staat und zu 50 Prozent ArcelorMittal gehört) weiter vorantreibt. „Ziel ist es, in zehn Jahren alle Bauflächen verkauft zu haben“, sagt Frank Vansteenkiste, Präsident der Agora. Bis heute wurden rund 210 000 Quadratmeter an Büroraum geschaffen. Damit ist Belval der größte Bürostandort außerhalb des hauptstädtischen Ballungszentrums. Zudem belegt der ehemalige Industriestandort mit rund fünf Prozent Gesamtmarktanteil an allen Büroflächen in Luxemburg den 5. Platz in der nationalen Rangliste.

Das Square Mile-Viertel

Die Bauarbeiten in Belval mit dem Funktionsmix aus Arbeiten, Wohnen und Leben schreiten rasant voran. Hinter jeder Straßenecke verbirgt sich eine Baustelle, auf der ein weiteres, aufregendes Bauprojekt entsteht. Auf der Avenue des Hauts Fourneaux sind die Bauvorbereitungen für den Omnia-Wohnturm westlich des Einkaufszentrums Belval Plaza I in vollem Gange.


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Der Fokus liegt zurzeit aber vor allem auf dem Viertel Square Mile. Die Projekte Naos, Capelli-Towers, Rouden Eck und Southlane befinden sich aktuell im Bau. Parallel dazu stehen neun weitere Bauprojekte in den Startlöchern, die bis spätestens 2021 fertiggestellt werden sollen. Auch die drei Siegerprojekte des im November 2016 ausgelobten Vergabeverfahrens gehören dazu. Auf einer Fläche von insgesamt 38 000 Quadratmetern entstehen diese im Westen der sogenannten Zentralachse des Quartiers. Wohnraum für 400 Menschen soll hier geschaffen werden und Platz für 700 Arbeitsplätze.

Umgestaltung der Sinterbecken

Im Herzstück des Square Mile-Viertels wird zudem an einem weiteren umfangreichen Projekt gefeilt: Die zwei brach liegenden Sinterbecken, die dort 15 Meter in die Tiefe ragen, werden in Zukunft eine neue Funktion bekommen. Das eine Becken wird zu einem Amphitheater umgestaltet, das andere zu einem Restaurant auf der einen und zu einem Begegnungsort auf der anderen Etage. Auch das Wasser im Herzen dieses Sinterbeckens soll als dekoratives Detail erhalten bleiben. 

Es ist das Projekt des Teams Metaform Architects, das sich in dem international ausgeschriebenen Wettbewerb mit seinem innovativen Konzept durchsetzen konnte. Das Projekt soll voraussichtlich in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden. Um später den Hochofen B mit den Sinterbecken und den beiden ehemaligen Schornsteintürmen des Hüttenwerks zu verbinden, wird eine Art Zentralachse für Fußgänger – eine Fußgängerzone – geschaffen.

Die zwei Sinterbecken im Herzstück des Square Mile-Viertels werden zu einem Begegnungsort umgestaltet.
Die zwei Sinterbecken im Herzstück des Square Mile-Viertels werden zu einem Begegnungsort umgestaltet.
Grafik: Metaform Architects

Wohnen in Belval

Das Wohnviertel Belval Nord ist zum größten Teil fertiggestellt. 2009 zogen dort die ersten Bewohner ein. Der Teilbebauungsplan für den letzten Bauabschnitt im Osten des Viertels wurde genehmigt. Hier befinden sich die Bauprojekte in der Vergabe- und Konzeptionsphase. Andere stehen kurz vor Baubeginn.


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Unterdessen hat die Entwicklungsgesellschaft Agora Anfang des Jahres auch die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen für die Entstehung des zweiten Wohnviertels in Belval, dem Belval Süd, in Angriff genommen. Der Baubeginn ist für 2020/21 geplant. Bis 2027 sollen bis zu 550 Wohneinheiten hier entstehen, darunter 120 Einfamilienhäuser. 1 200 Menschen sollen dort ein Zuhause finden.

Die Liaison Micheville

Auch die Infrastrukturarbeiten, um Belval besser erreichbar zu machen, schreiten voran. Im Mai haben die Arbeiten an der 120 Meter langen Autobahnbrücke zwischen Esch und Beles, die Belval mit der A4 verbinden soll, begonnen. Ende 2019 sollen sie abgeschlossen sein. Passend zum Univiertel mit Stahlindustriehintergrund werden Stahlträger aus Differdingen verbaut. Die Brücke ist ein weiterer Teilabschnitt der Liaison Micheville die 2022 komplett fertiggestellt sein soll.

Die Autobahnbrücke für die Liaison Micheville besteht aus 16 Reihen von Stahlträgern.
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Foto: Anouk Antony



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