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Mobilitätswoche: Ohne CO2-Emissionen in die Zukunft
Lokales 3 Min. 14.09.2020

Mobilitätswoche: Ohne CO2-Emissionen in die Zukunft

Die mBox für Fahrräder in Hesperingen.

Mobilitätswoche: Ohne CO2-Emissionen in die Zukunft

Die mBox für Fahrräder in Hesperingen.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 3 Min. 14.09.2020

Mobilitätswoche: Ohne CO2-Emissionen in die Zukunft

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Minister Bausch geht der Slogan für die europäische Mobilitätswoche nicht weit genug. Auch das Konzept müsse mal überdacht werden, findet er.

(dho) - Seit 2002 gibt es die europäische Mobilitätswoche, seit 2007 unter der Leitung des Verkéiersverbond. In der Zeitspanne vom 16. bis zum 22. September finden in zahlreichen Gemeinden des Landes Aktionen rund um das Thema Mobilität statt, um die Bevölkerung und die Entscheidungsträger für  nachhaltige und kohärente Verkehrskonzepte zu sensibilisieren. 

Volljährigkeit also für die Kampagne, die dieses Jahr unter dem Motto „Mobilität ohne Co2-Ausstoß für jeden“ stattfindet. Grund zur Freude kam deshalb aber nicht auf. Mobilitätsminister François Bausch (Déi Gréng) scheint die Aktion nämlich nicht mehr so ganz zu gefallen. „Wir müssen uns ein anderes Konzept überlegen“, meint er. Und auch der Slogan ist nicht ganz nach seinem Sinn: „Auch wenn wir keine fossilen Brennstoffe mehr benötigen, stehen wir irgendwann mit unseren Elektroautos im Stau“, betont er. Der Fokus müsse vielmehr auf Multimobilität gesetzt werden, also eine Kombination aus allen Verkehrsmitteln und aus Fußwegen. 

Weniger teilnehmende Gemeinden


Unterwegs mit Francois Bausch, im Tram, Luxtram, Vizepremierminister, Minister für Verteidigung, Mobilität und öffentliche Arbeiten. Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
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Nicht nur der Minister scheint das so zu sehen. Auch bei der Anzahl der teilnehmenden Gemeinden ist ein Negativtrend zu beobachten. Waren es im vergangenen Jahr noch 36, so konnten dieses Jahr nur 19 zu einer Teilnahme bewegt werden. Als Grund dafür werden aber Organisationsschwierigkeiten  aufgrund von Corona angeführt. Aber auch Vorzeigeprojekte bleiben eher rar. So werden etwa die Einweihungen von zwei Fahrradboxen (mBoxen) in Hesperingen und Münsbach hervorgehoben. 

Als sogenannte Golden Cities, also Vorzeigestädte, werden Bissen und Mertzig genannt. Dies, da es dort die ganze Woche über ein Programm gibt, ein nachhaltiges Mobilitätsprojekt fertiggestellt oder eingeweiht wird und da sie am Tag ohne Auto teilnehmen. 

Am 22. September sind somit eine oder mehrere Straßen in Bissen gesperrt. Am 20. September, einem Sonntag, in Merzig und in Esch/Alzette. Manche der Gemeinden begründen ihre Teilnahme an der Mobilitätswoche hingegen mit der Teilnahme am Tour du Duerf, einer Aktion bei der in Gruppen in der Gemeinde Kilometer auf dem Fahrrad gesammelt werden. Organisiert wird dieser durch das Klima-Bündnis Lëtzebuerg und den Verkéiersverbond. 

Verkéiersverbond als Impulsgeber

„Auch wenn die Gemeinden nur kleine Aktionen organisieren, ist es wichtig, dass sie sich anmelden“,betont Gilles Dostert, Generaldirektor des Verkéiersverbond. Auf europäischer Ebene werden nämlich bei Vergleichen so die Bemühungen Luxemburgs für nachhaltige Verkehrspolitik bewertet. 

“In den ersten Jahren, von 2007 bis 2012, wurden noch sehr viele Dinge auf nationaler Ebene organisiert“, sagt Gilles Dostert. Nun aber sehe man sich beim Verkéiersverbond eher als Vermittler und Impulsgeber. Es werde Ideen aus anderen Ländern über die EU-Ebene an die Gemeinden und Betriebe weitergegeben, um ein bestmögliches Mobilitätskonzept für die Menschen zu entwickeln.


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Minister Bausch und Syvicol-Präsident Emile Eicher machen dagegen den Anschein, als wollen sie das Thema Mobilität lieber doch auf nationaler Ebene  selbst in die Hand nehmen, ohne extra EU-Aufruf. Sie schwärmen vom vollen Erfolg des Vëlosummer 2020 und von der steigenden Nachfrage nach Fahrrädern, zu der die Corona-Pandemie beigetragen hat. Die Lust am Radfahren sei auch nach dem Lockdown nicht abgeklungen. 

Und auch einen weiteren Trumpf hat der Minister im Ärmel: Die Anbindung der Nord-Gemeinden an die deutsche Vennbahn, die derzeit noch in Ulflingen endet, stehe bald bevor. Er müsse auch nun schnell zu einem Treffen, bei dem es genau darum ginge, so der Minister. 


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