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Mobilitätswoche: Gehen statt fahren
Lokales 4 Min. 09.09.2019

Mobilitätswoche: Gehen statt fahren

Vom 16. bis zum 22. September sollen auch die Bürger des Großherzogtums während der Europäischen Mobilitätswoche vor allem ihre Beine zur Fortbewegung nutzen.

Mobilitätswoche: Gehen statt fahren

Vom 16. bis zum 22. September sollen auch die Bürger des Großherzogtums während der Europäischen Mobilitätswoche vor allem ihre Beine zur Fortbewegung nutzen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 4 Min. 09.09.2019

Mobilitätswoche: Gehen statt fahren

Sandra SCHMIT
Sandra SCHMIT
Während der europäischen Mobilitätswoche wird auf nachhaltige Transportmittel gesetzt - auch im Großherzogtum. Eine Möglichkeit zur Fortbewegung sind da die eigenen zwei Füße.

Ob mit dem eigenen Auto, per Bus oder mit dem Fahrrad – es gibt mehrere Art und Weisen, um im Großherzogtum von A nach B zu gelangen. Ein Fortbewegungsmittel wird dabei allerdings oft vergessen: die Beine. Darauf, dass Menschen sich auch zu Fuß gut von einem Ort zum anderen begeben können, will die europäische Mobilitätswoche vom kommenden Montag, dem 16. bis zum 22. September, aufmerksam machen. Dabei handelt es sich um eine internationale Sensibilisierungskampagne, die seit 2002 von der Europäischen Kommission organisiert wird. Luxemburg nimmt seit 2005 daran teil. 

Der Transport ist immer noch für den größten Teil des CO2-Ausstoßes verantwortlich.


In diesem Jahr stehen die sieben Tage unter dem Slogan „Marchons ensemble“, wie gestern während einer Pressekonferenz vom Verkéiersverbond, dem Syndicat des villes et communes luxembourgeoises (Syvicol) und dem Mobilitätsministerium verkündet wurde. Das Motto ist nicht zufällig gewählt: „Täglich verbringen wir viel Zeit im Sitzen. Wir stehen im Stau, sitzen im Büro am Schreibtisch, oder zu Hause vor dem Fernseher. Wir bewegen uns einfach nicht genug“, stellt Mobilitätsminister François Bausch fest. Wer sich statt auf zwei oder vier Rädern lieber auf zwei Beinen fortbewegt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. 

Und nicht nur das: Er spart außerdem Geld und macht etwas für die Umwelt. „Der Transport ist immer noch verantwortlich für den größten Teil des CO2-Ausstoßes“, so François Bausch. Gerade deshalb müsse in diesem Bereich noch einiges unternommen werden. 

33 Gemeinden aus Luxemburg dabei

Die Teilnahme an der Mobilitätswoche ist eine Möglichkeit dazu. Jedes Jahr können Gemeinden und Städte in ganz Europa während dieser Tage alternative Transportwege testen. Bisher haben sich für dieses Jahr 2.792 Gemeinden und Städte aus 54 Ländern für die europäische Mobilitätswoche angemeldet – 33 davon aus Luxemburg. Im Jahr 2018 waren es 32. In diesem Jahr sollen es noch mehr werden: Denn bis zum 22. September können sich die Gemeinden auf der Website der Mobilitätswoche noch mit ihren Aktionen einschreiben: Die einen organisieren Spaziergänge, andere kurze, unter einem bestimmten Thema stehende Wanderungen und wieder andere bieten Fahrradtouren an. Zehn Gemeinden machen beim autofreien Tag am 22. September mit. 

Auch Firmen, gemeinnützige Vereinigungen und Schulen können seit 2015 durch die sogenannten Mobilityactions an der Mobilitätswoche teilnehmen. Einschreiben kann sich beispielsweise ein Unternehmen, in dem die Mitarbeiter durch konkrete Maßnahmen dazu ermutigt werden, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen. Bisher machen 13 Betriebe, Vereine und Schulen aus Luxemburg mit – weitere können sich noch anmelden. Im vergangenen Jahr hatten nur vier sich beteiligt.

Durch solche Aktionen soll nicht nur der CO2-Ausstoß reduziert werden, auch die Lebensqualität kann dadurch verbessert werden. „Jeden Tag stehen die Menschen in verstopften Straßen im Stau. Darunter leidet die Lebensqualität. Da würde es auch nichts bringen, wenn alle Fahrzeuge durch Elektroautos ersetzt werden. Die Bürger brauchen Alternativen. Durch eine Aktion wie die Mobilitätswoche kann man sie auf neue Ideen bringen“, meint François Bausch.

Alternativen schaffen 

Bei vielen Menschen wäre es nämlich kein schlechter Wille, dass sie am Auto festhalten. Sie würden nur einfach keine anderen Möglichkeiten kennen. Es müsse allerdings auch dafür gesorgt werden, dass diese Alternativen für die Nutzer attraktiv sind, so François Bausch: „Niemand hat Lust, zu Fuß zu gehen, wenn die nötigen Infrastrukturen fehlen. Beispielsweise gibt es längst nicht überall Bürgersteige.“ Derzeit würde landesweit allerdings viel in neue Transportwege investiert. 

Während der Mobilitätswoche erhalten die Bürger dann einen Vorgeschmack auf das nächste Jahr: Denn wie ab März kommenden Jahres wird von Montag bis Sonntag der öffentliche Transport in ganz Luxemburg kostenlos sein. Die Bürger werden darum gebeten, darauf zurückgreifen, um sich zu den Aktivitäten zu begeben – oder sie können zu Fuß gehen. 


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