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Mobilität im Osten: Umsteigen leicht gemacht
Parkplätze, ein Hubschrauberlandeplatz und ein 100 Ar großer Solarpark entstehen von Oktober an auf der Schleusenwiese, direkt am Moselufer.

Mobilität im Osten: Umsteigen leicht gemacht

Foto: Gerry Huberty
Parkplätze, ein Hubschrauberlandeplatz und ein 100 Ar großer Solarpark entstehen von Oktober an auf der Schleusenwiese, direkt am Moselufer.
Lokales 2 Min. 17.09.2018

Mobilität im Osten: Umsteigen leicht gemacht

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
Pünktlich zur Schulrentrée haben Politiker gestern eine Expresslinie zwischen Wecker und Luxemburg-Kirchberg eingeweiht. Für staugeplagte Pendler soll nächstes Jahr vieles besser werden.

Schüler und Berufstätige aus der Gemeinde Betzdorf und dem Umland können sich über eine neue Expressbuslinie freuen. Seit gestern verkehren Busse der Linie 465 vom Bahnhof Wecker über Betzdorf und Roodt/Syr nach Luxemburg-Kirchberg. „Bis Dezember 2019 wird der Schnellbus die weggefallenen Zugverbindungen auf der Wasserbilliger Strecke ersetzen“, erklärte Nachhaltigkeitsminister François Bausch (Déi Gréng) gestern bei einer Präsentation in Grevenmacher. Die Busse fahren morgens zwischen 6 und 8 Uhr und nachmittags von 16.42 bis 19.42 Uhr jeweils im Halbstundentakt und brauchen nur eine knappe halbe Stunde bis zu ihrem Ziel, der Luxexpo. Dort können die Fahrgäste auf die Tram umsteigen.

Einen „großen Schritt nach vorne“ für die Mobilität im Osten kündigte Minister Bausch für Ende 2019 an, wenn zusätzliche Züge auf der Wasserbilliger Strecke eingesetzt werden. Zwar werden die fünf Bahnhöfe in den Trierer Stadtteilen links der Mosel erst im Dezember 2021 fertig, doch die dafür vorgesehenen Züge erhöhen schon in gut einem Jahr das Zugangebot in Luxemburg. Sie verkehren in den ersten zwei Jahren über die gewohnte Strecke über den Trierer Hauptbahnhof.

Von der Straße auf die Schiene

„Mit der Weststrecke erschließen wir ein großes Potenzial an deutschen Grenzgängern. Jeder Pendler, der den Zug nimmt, entlastet die Straßen in Luxemburg“, sagte Bausch. Bis nächstes Jahr werden laut Minister das Viadukt Pulvermühle und der Gleisausbau bei Sandweiler fertig, dann sei der Weg frei, um deutlich mehr Züge fahren zu lassen.

Damit die Grenzgänger auf den öffentlichen Transport umsteigen und Fahrgemeinschaften bilden können, entsteht in Grevenmacher am Moselufer eine Park&Ride-Anlage mit 68 Stellplätzen. Ihr Standort befindet sich von Machtum aus kommend direkt am Ortseingang. Direkt daneben wird ein befestigter Hubschrauberlandeplatz gebaut. „Dann besteht nicht mehr die Gefahr, dass der Rettungshubschrauber im Schlamm der Wiese versinkt, wenn es lange geregnet hat“, meinte Léon Gloden (CSV), Bürgermeister von Grevenmacher.

Strom für die Autobahnen

Nur ein paar Schritte weiter wird mit der 500-Kilowatt-Solaranlage ein kontrovers diskutiertes Projekt realisiert. Die rund 1 900 Solarkollektoren produzieren ab März auf einem 100 Ar großen Teilstück der Schleusenwiese ihren Strom. Weil die Wiese in weiterer Zukunft eines Tages für den Bau einer zweiten Schleusenkammer benötigt werden könnte, ist die Anlage so konzipiert, dass sie kurzfristig abgebaut und anderswo wieder montiert werden kann. Zur Route du Vin hin wird der Solarpark durch eine hohe Hecke begrenzt, die auch als Sichtschutz dient. Auf Höhe der drei 16 Meter breiten Gassen ist die Hecke unterbrochen und lässt den Blick auf die Mosel frei. „Wenn die Kapazität ausreicht, können wir damit die Elektrizität für das gesamte Luxemburger Autobahnnetz erzeugen“, kündigte Minister Bausch an.

Ein weiterer Parkplatz für 78 Fahrzeuge am Moselufer ist bereits fast abgeschlossen.


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