Mobilfunkkataster

Wer strahlt wo am meisten?

Ständiger Begleiter: Der Ausbau der Mobilfunknetze soll nicht zur Gefährdung der Gesundheit werden.

(jag) -  Wer mobil surfen und telefonieren will und Funklöcher als Zumutung empfindet, braucht ein möglichst dichtes Netz an Mobilfunkantennen. In Luxemburg sind es insgesamt 750 Basisstationen und 1100 Antennen, welche die Handys der drei Anbieter Post, Tango und Orange mit 3G bzw. 4G versorgen. Immerhin gibt es in Luxemburg mehr Mobiltelefone als Einwohner. Dass damit auch die Strahlenbelastung steigt, steht außer Frage.

In Luxemburg wird bei der Genehmigungsprozedur für neue Sendeanlagen eine maximale Feldstärke von drei Voltmeter vorgeschrieben. Dies gilt für Orte, an denen Menschen leben oder sich regelmäßig aufhalten.

Grenzwerte eingehalten

Zugleich ist die Leistungsstärke der Sendeantenne von 100 auf maximal 50 Watt abgesenkt worden. „All dies entspricht sehr strengen Grenzwerten, die wir aufgrund des Vorsorgeprinzips eingeführt haben“, so Camille Gira, Staatssekretär im Umweltministerium. „Wir wollen aber nicht nur wissen, wie viel die Antenne oben abstrahlt, sondern auch, wie viel unten beim Nutzer ankommt und ob dort eventuell gefährliche Werte gemessen werden“. Seit September vorigen Jahres wird deshalb bei jeder Genehmigung oder Abänderung einer Anlage ein Messpunkt festgelegt und konkret festgestellt, welche Strahlungsstärke dort ankommt.

Rund 100 solcher Punkte konnten in der Zwischenzeit erfasst werden, bis zu 300 sollen es künftig erfasst werden. „An keiner der Messstellen wurden die Grenzwerte auch nur annähernd erreicht“, so Camille Gira. Insgesamt liegt die elektromagnetische Belastung durch solche Felder bei rund einem Prozent des europäischen Grenzwertes. „Wir wollten diese Werte aber nicht nur messen, sondern sämtliche Informationen dem interessierten Bürger zur Verfügung stellen.“

Technische Infos online

In Zusammenarbeit mit der Umweltverwaltung, der Abteilung für Landesplanung und der Gewerbeinspektion wurden deshalb Hunderte von Dokumenten über den digitalen Online-Atlas „Geoportail“ zugänglich gemacht. Dort sind auf einer Landeskarte die Standorte sämtlicher Mobilfunksender als rote Punkte ersichtlich. Zudem kann man per Mausklick Informationen über die Genehmigungsprozedur, die technische Abnahme, die erlaubte Sendestärke sowie den Betreiber abrufen.

Als blaue Dreiecke erscheinen die bisher festgelegten Messpunkte. Auch hier können die Resultate der jeweiligen Messungen im Vergleich zu den Grenzwerten eingesehen werden. „Wir sind der Meinung, dass wir dem Bürger diese komplette Transparenz schulden und damit auch unbegründeten Ängsten entgegenwirken können“, so Gira.

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