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Mittelalterfest in Düdelingen-Budersberg: Edle Ritter, seltsame Gestalten und holde Mägde
Lokales 17 2 Min. 12.09.2015

Mittelalterfest in Düdelingen-Budersberg: Edle Ritter, seltsame Gestalten und holde Mägde

Mit der beschaulichen Ruhe ist es im Düdelinger Stadtteil Budersberg derzeit vorbei. Am Wochenende wird dort das Burgfest gefeiert. Wir haben erste Eindrücke gesammelt.

(rsd) – Der Düdelinger Stadtteil Budersberg fristet an sich ein ruhiges Dasein. Doch einmal im Jahr ist Schluss mit der Beschaulichkeit. Dann hält das Mittelalter Einzug. Was als Dorfmarkt begann, hat sich inzwischen zum größten Mittelalterfest in der Großregion entwickelt. Bis zu 20.000 Besucher nehmen an einem Wochenende an der Reise in düstere Zeiten teil.

Auch diesmal verfehlte das Mittelalterfest seine Anziehungskraft nicht. Tausende von Schaulustigen waren von nah und fern herbeigeströmt, um an dem Markttreiben teilzunehmen. Unter ihnen waren nicht nur Einheimische, sondern auch Gäste aus dem Reich der Teutonen, dem Königreich der Belgier und dem Land der Franken. Sogar Iberer und Bretonen, so berichtet man, waren unter der Menge.

Neben Rittern auf edlen Rössern aus den besten Gestüten des germanischen Reiches hatten sich holde Mägde unter das gemeine Volk gemischt. Für die Unterhaltung der Gäste sorgten Gaukler, Magier, Jongleure, Stelzengänger, Spielleute und Barden mit Volks- und Trinkliedern.

An 90 Ständen werden Waren verkauft

Die Kunde vom Markttreiben ward sogar bis in den hohen Norden des germanischen Reiches vorgedrungen und hatte den hässlichen Hans angelockt, der die beschwerliche Reise auf sich genommen hatte, um das Volk mit seinen Späßen zu unterhalten und um milde Gaben zu bitten.

Auch edle Leut hatten sich eingefunden, als beim zweiten Schlag der Glocke das Markttreiben eingeleitet wurde. Die Ehre erwiesen Marcellus, erster Sprecher der Volksvertretung, Danilo, seit Jahresfrist als Stadtherr der Nachbarortschaft Dudelinga in Amt und Würde, und Alexis, Fürsprecher der geknechteten Arbeiterzunft.

An 90 Ständen boten Händler ihre Waren feil. Sie waren von allererster Güte, denn wie Marktvogt Patrizius beim Verlesen der Marktregularien angekündigt hatte, drohte denjenigen, die mangelhafte oder verschimmelte Waren an ihren Ständen führten, kopfüber in ein Fass, bis an den Rand gefüllt mit Jauche, gesteckt zu werden. Diese wenig rosigen Aussichten verfehlten natürlich ihre abschreckende Wirkung nicht.

Höhepunkt ist das Ritterturnier

Auch Handwerksleut aus dem fernen Böhmen waren angereist, um der staunenden Menge ihre Künste vorzuführen. Die Gaumen der Hungrigen verwöhnten Speisehändler, die aus den entferntesten Regionen Galliens gekommen waren.

Höhepunkte bei dem mittelalterlichen Treiben waren ein Ritterturnier und das nächtliche Tavernenspektakel, bei dem zum Gesang der Barden bis zum ersten Hahnenkreisch so manches Glas Met den Weg durch die trockenen Kehlen fand.

Die Möglichkeit, Buße zu tun und den Mantel des Vergessens über die Ausschweifungen des Vortags zu hüllen, bot sich beim mittelalterlichen Gottesdienst, der in der kleinen Dorfkapelle gefeiert wurde.

Auch im kommenden Jahr wird das Mittelalter wieder Einzug in Budersberg halten. Dann, zum 15-jährigen Bestehen des Festes, soll es einen besonders glanzvollen Verlauf nehmen, wenn man den Gerüchten der geschwätzigen Marktweiber Glauben schenken darf.

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