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Mit Streetworkern gegen Drogen, Lärm und Vandalismus
Lokales 2 Min. 07.10.2021
Projekt "Collec Diff"

Mit Streetworkern gegen Drogen, Lärm und Vandalismus

Im Park Gerlache in Differdingen dreht bereits eine private Sicherheitsfirma ihre Runden. Nun kommen dort auch Streetworker zum Einsatz.
Projekt "Collec Diff"

Mit Streetworkern gegen Drogen, Lärm und Vandalismus

Im Park Gerlache in Differdingen dreht bereits eine private Sicherheitsfirma ihre Runden. Nun kommen dort auch Streetworker zum Einsatz.
Foto: Caroline Martin/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 07.10.2021
Projekt "Collec Diff"

Mit Streetworkern gegen Drogen, Lärm und Vandalismus

Pierre MOUSEL
Pierre MOUSEL
Unter anderem im Parc Gerlache beklagen sich Besucher über unangenehme Überraschungen. Ein gemeinsames Projekt von Caritas und dem Sozialamt soll Abhilfe schaffen.

Der Park Gerlache im Zentrum von Differdingen hat sich während der vergangenen Monate immer mehr zu einem Treffpunkt von Drogenhandel und Drogenkonsum, Lärmbelästigungen und Vandalismus entwickelt – Aktivitäten, die nicht in Einklang mit den gesetzten Zielen der Entspannung, Freizeit, Spiel und Spaß stehen. Dass sich Parkbesucher und Anrainer über diese wachsenden Beeinträchtigungen ihrer Lebensqualität beschweren, ist wenig verwunderlich. Wegen Personalmangels und anderer Einsätze kann die Polizei jedoch nicht immer bei Bedarf vor Ort präsent sein. 

Angesichts eines dringenden Handlungsbedarfes wurde in einer ersten Etappe eine Sicherheitsfirma mit der Überwachung im Park beauftragt, dies allerdings mit eingeschränkten Interventionsmöglichkeiten. Auch die Beleuchtung wurde verbessert. 

Die Mannschaft von Caritas steht für soziale Betreuung.
Die Mannschaft von Caritas steht für soziale Betreuung.
Foto: Pierre MOUSEL

Parc Gerlache und Place des Alliés im Fokus

In einer zweiten Etappe sollen nun sogenannte Streetworker den Kontakt zu den Verursachern der Belästigungen suchen. Denn oft handelt es sich bei diesen Personen um Jugendliche, die im Drogenmilieu aktiv sind und denen die notwendige soziale Betreuung fehlt. Einige von ihnen haben Probleme unterschiedlichster Art und sind damit sich selbst überlassen. Mit der Unterstützung von Caritas Luxemburg und dem lokalen Sozialamt hat Differdingen nun ein Projekt für eine begleitende Betreuung durch Streetworker gestartet. Diese sollen die Nähe der Betroffenen suchen und sie bei der Lösung ihrer Probleme unterstützen. 


Gespräch mit Schöffe Robert Mangen über Kameraüberwachung in Differdingen / Interview/ Portrait / Robert Mangen / Lokales / 14.06.2019/ Foto : Caroline Martin
Differdingen setzt auf private Sicherheitsfirma
Seit Dezember ist bekannt, dass die Stadt Differdingen Kameras in ihrem Stadtzentrum installieren will. Nun werden vom 1. Juli an auch private Sicherheitsbeamte ihre Runden drehen.

In diesem Sinne sollen angepasste Freizeitaktivitäten auf sportlicher, kultureller und erzieherischer Ebene angeboten werden. Im Rahmen des Projektes unter dem Namen Collec Diff stellt Caritas Luxemburg mit Morad Iguelouzene, Catarina Laranjo, David Mallinger und Saverio Rella vier Streetworker zur Verfügung. Im September hatten diese vier Mitarbeiter Kontakte zu insgesamt 456 Männern und 67 Frauen. Mit 271 Begegnungen gab es die meisten Kontakte im Park Gerlache, gefolgt von 175 Begegnungen an der Place des Alliés. 

Ansprechpartner für alle

Bei diesen Kontakten handelt es sich am Anfang meistens um ein einfaches Kopfnicken zum Aufbau einer zwischenmenschlichen Beziehung, erklärt David Mallinger. Im September ist es demnach zu 327 einfachen Begrüßungen gekommen. Hinzu kamen 118 Unterhaltungen, 47 Aktivitäten und sieben Telefonate. 

Caritas-Direktor Marc Crochet begrüßte den Versuch, die Kommunikation zu favorisieren, statt gleich auf repressive Maßnahmen zurückzugreifen. Das Projekt sei vorerst auf zwei Jahre ausgerichtet. 

Als Anrainerin seien ihr die Probleme wohlbekannt, erklärte indes Bürgermeisterin Christiane Brassel-Rausch (Déi Gréng). 

Die Straßenarbeiter sollen Ansprechpartner für alle sein, denn auch die Anwohner hätten Fragen. Für den Präsidenten des Sozialamtes, Patrick Salvi, handelt es sich zumeist um Probleme, die die Schule, die Arbeit oder die Wohnsituation betreffen. Auch psychologische Betreuung sei angesagt. 

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