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Mit Luxracines eine Zeitreise zu den Ahnen
Lokales 2 Min. 18.10.2019

Mit Luxracines eine Zeitreise zu den Ahnen

Stolz sind Cathy Meder-Dempsey und Rob Deltgen von Luxracines auf ihren neuen Großformatdrucker.

Mit Luxracines eine Zeitreise zu den Ahnen

Stolz sind Cathy Meder-Dempsey und Rob Deltgen von Luxracines auf ihren neuen Großformatdrucker.
Foto: Caroline Martin
Lokales 2 Min. 18.10.2019

Mit Luxracines eine Zeitreise zu den Ahnen

Jeff WILTZIUS
Jeff WILTZIUS
Seit mehr als 20 Jahren unterstützt Luxracines die Ahnenforschung in Luxemburg und lädt am Samstag zum Tag der Genealogie nach Walferdingen ein.

Wer sind die Urgroßeltern von Mama und Papa? Gibt es vielleicht entfernte Verwandte in Amerika? Aus welcher Gegend kommen die Vorfahren ursprünglich? 

Die Vereinigung Luxracines unterstützt seit mehr als 20 Jahren die Ahnen- und lokalhistorische Forschung in Luxemburg und lädt am Sonntag zum offenen Tag der Genealogie im Centre Prince Henri in Walferdingen ein. 

Experten aus Luxemburg, Belgien, Deutschland und Frankreich öffnen an 35 Informationsständen ihre Datenbanken und Familienbücher für die Besucher. „Wir organisieren das Treffen jetzt bereits zum 14. Mal. Viele Ahnenforscher mit unterschiedlichen Spezialgebieten werden den Interessierten von 10 bis 17 Uhr Rede und Antwort stehen“, so Rob Deltgen, Präsident von Luxracines. 

Aus Quellen und Akten 

Wer sich auf die Spuren seiner Vorfahren begibt, braucht dazu nur die Namen der Großeltern, ein bekanntes Datum – zum Beispiel der Tag der Hochzeit – und viel Geduld. 

„Alle verfügbaren Tauf-, Heirats- und Sterbeakten vor 1919 sind in unserer Datenbank zu finden. Erzielen wir bei der Suche einen Treffer, können wir nach und nach noch weitere Verwandte herausfinden. So entsteht allmählich ein persönlicher Familienstammbaum“, erklärt der Präsident. „Stammt ein Vorfahre vielleicht aus Frankreich, helfen unsere französischen Kollegen am Tag der Genealogie gerne weiter.“ 


Der Etat Civil ist nun online verfügbar.
Die etwas andere Suchmaschine
Der Etat civil, also das Einwohner-Register, ist eine riesige Quelle an Informationen. Seine Digitalisierung ermöglicht es nun, dass jeder sich von zu Hause aus online auf Ahnenforschung begeben kann.

Der Vorteil bei der Ahnenforschung von Luxracines liegt laut Rob Deltgen ganz klar auf der Arbeitsweise der Vereinigung: „Wir arbeiten nach einem internationalen Standard, welcher die Mormonen – sie begannen mit der weltweiten Digitalisierung der Akten in den 1980er-Jahren – eingeführt haben. 

Damit können wir unsere mit anderen Daten zusammenführen. Hinzu sammeln wir nicht nur Zahlen, sondern auch die dazugehörigen Dokumente.“ Die Akten erzählen viele aufschlussreiche Einzelheiten: Zeugen, Uhrzeiten – ob der Vorfahre schreiben konnte oder nur mit einem einfachen „X“ unterschrieben wurde. 

Auch Berufe wurden vermerkt. So tauchen unter anderem Tagelöhner, Köhler und Winzer in den Akten auf. 

Viele fleißige Helfer 

Ihren Sitz hat die Vereinigung seit zwei Jahren in Walferdingen. Die Räumlichkeiten stellt die Gemeinde zur Verfügung. Dort stehen in den Regalen, fein säuberlich markiert, mehr als 2.000 Bücher, davon 1.700 Familienbücher. 

Vier Computer bieten einen schnellen Zugang zum Onlinearchiv von Luxracines. Per Großformatdrucker können riesige Stammbäume produziert werden. 

Im Vereinsraum in Walferdingen stehen in den Regalen, fein säuberlich markiert, mehr als 2.000 Bücher, davon 1.700 Familienbücher.
Im Vereinsraum in Walferdingen stehen in den Regalen, fein säuberlich markiert, mehr als 2.000 Bücher, davon 1.700 Familienbücher.
Foto: Caroline Martin

Die Mitgliedschaft kostet 20 Euro im Jahr und kommt der Finanzierung des Projektes zugute. Die Arbeit läuft auf Freiwilligenbasis: „Jedes unserer 600 Mitglieder macht seine eigenen Recherchen und Datenbanken. Diese werden alle auf unserer Homepage gelistet. Insgesamt haben wir so bereits mehr als 2,5 Millionen Daten zusammengetragen“, freut sich Rob Deltgen. 

Die Auswertungen der Akten bringen immer neue Fakten ans Tageslicht: „Über 6.000 Paare aus Luxemburg haben in Paris geheiratet. Unsere Recherchen zeigen das gleiche mögliche Ergebnis für Brüssel. Die Auswertungen dauern aber noch an“, so Kassenwartin Cathy Meder-Dempsey.

Datenschutzdilemma 

Die neuen Gesetze zum Datenschutz in Luxemburg gehören zu den strengsten in der Europäischen Union. Diese machen die Arbeit der Hobbygenealogen zu einer Herausforderung, so der Präsident. 

„In Luxemburg unterliegen alle Akten einer 100-jährigen Sperrfrist. Technisch gesehen besitzen wir als Luxracines alle Daten bis 1923. Veröffentlichen dürfen wir allerdings nur alles vor 1919 – jüngere Akten fallen unter den Datenschutz“, erklärt Rob Deltgen. 

Er würde sich freuen, sollten diese Gesetze etwas gelockert werden – dies würde die Suche nach den Ahnen vereinfachen.

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