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Mit der Tram zum Flughafen
Lokales 3 Min. 31.01.2019

Mit der Tram zum Flughafen

In den kommenden Jahren wird die Tramstrecke bis zum Flughafen erweitert.

Mit der Tram zum Flughafen

In den kommenden Jahren wird die Tramstrecke bis zum Flughafen erweitert.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 31.01.2019

Mit der Tram zum Flughafen

Nadine SCHARTZ
Nadine SCHARTZ
Während die Tram sich ihren Weg langsam von der Place de l'Etoile in Richtung Bahnhof bahnt, laufen die Planungen für die Erweiterung der Strecke von der Luxexpo bis zum Flughafen Findel. Ein Vorhaben, das den Bürgern der Gemeinde Niederanven nun präsentiert wurde.

Veranstaltet eine Gemeinde eine Informationsversammlung, hält sich das Interesse der Bürger meistens in Grenzen. Es sei denn, es handelt sich dabei um ein Thema, das viele Fragen aufwirft oder die Einwohner selbst betrifft. So etwa am Mittwochabend in Niederanven, wo der Tramausbau von der Luxexpo bis zum Flughafen Findel im Fokus stand. Gleich mehrmals mussten zusätzliche Stühle im Kulturzentrum „Am Sand“ aufgestellt werden, damit auch jeder Interessierte einen Sitzplatz zur Verfügung hatte.

Trotz Schnee und Glätte war der Saal im Kulturzentrum "Am Sand" am Mittwochabend bis auf den letzten Platz belegt.
Trotz Schnee und Glätte war der Saal im Kulturzentrum "Am Sand" am Mittwochabend bis auf den letzten Platz belegt.
Foto: Serge Daleiden

Denn auch in Niederanven – wie in anderen Nachbargemeinden der Stadt Luxemburg – ist der Wunsch groß, dass die Tram irgendwann bis über die derzeit geplante Strecke von Cloche d'Or zum Flughafen hinaus fährt.

Bevor dieser Wunsch allerdings Realität werden kann, muss jedoch zuerst der Abschnitt zwischen der Luxexpo in Kirchberg in Richtung Flughafen Findel realisiert werden – was voraussichtlich nicht, wie noch im vergangenen Jahr angekündigt, im Jahre 2021, sondern erst 2022 der Fall sein soll, wie Luxtram-Generaldirektor André Von der Marck erklärte.


Der Pont Buchler nach seiner Erneuerung im Jahr 2021: Zwei Spuren für die Tram, zwei Spuren für Autos und Busse Richtung Bahnhof und vier Spuren Richtung Bonneweg. Zudem ein Fahrradweg und mehr Platz für Fußgänger.
Im September 2021 mit der Tram nach Bonneweg
Er ist einer der heiklen Abschnitte für die Tram: der Pont Buchler, der von der Place de la Gare aus über die Gleise nach Bonneweg führt. Am Dienstag sind die Arbeiten zur Erneuerung der Brücke angelaufen.

Zur Erinnerung: Nach dem Ausbau dieser Strecke wird die Straßenbahn über 3,9 Kilometer von den Ausstellungshallen über eine neue Brücke bis zum Flughafen fahren. Danach führt die Strecke zuerst entlang der Autobahn A1, um dann über den neuen Pôle d'échange Héihenhaff – wo sich die erste Haltestelle befindet – bis zum nächsten Halt am Flughafen zu gelangen.

Bis es jedoch so weit ist, muss noch einiges geschehen, wie Robert Biel von der Straßenbauverwaltung unterstrich. So muss etwa am Autobahnkreuz auf der A1 ein Anschluss an den bestehenden Kreisverkehr am Flughafen auf der Nationalstraße N1 geschaffen werden. Dabei wird diese Straße entlang des Golfplatzes von derzeit zwei auf vier Spuren ausgebaut und über eine Busspur sowie eine Fahrradspur verfügen. „Das Ganze soll aussehen wie ein moderner Boulevard mit Grünstreifen in der Mitte“, so Biel.

4.000 Stellplätze und eine Haltestelle im Innenbereich

Darüber hinaus wird dort eine Anbindung an den geplanten Boulevard Höhenhof realisiert, auf dem unter anderem die Tramgleise sowie breite Gehwege, die genügend Platz für Fußgänger und Radfahrer bieten, vorgesehen sind. Daneben soll an diesem Boulevard eine neue Verbindungsstraße an der sich derzeit im Bau befindenden Casa Ferrero in Findel entstehen.

Gleichzeitig wird das Autobahnkreuz Senningerberg komplett umgebaut, um den Verkehrsfluss auch in diesem Bereich zu verbessern.

Eine bedeutende Rolle wird dabei die Umschlagplattform Héihenhaff mit drei Busbahnhöfen spielen. Entlang der Autobahn entsteht unter anderem ein siebenstöckiges Parkhaus, das auf einer Gesamtfläche von 22.000 Quadratmetern Platz für 4.000 Autos bietet. „Damit können wir bereits dort eine Großzahl jener Fahrzeuge auffangen, die aus Richtung Trier kommen“, erklärte Robert Biel.

Über der Autobahn A1 wird eine neue, zweite Brücke gebaut.
Über der Autobahn A1 wird eine neue, zweite Brücke gebaut.
Grafik: Luxtram

 

Auf die Anmerkung eines Bürgers, dass dafür längst nicht genügend Parkplätze vorgesehen seien, unterstrich Biel, dass man ein zusätzliches Parkhaus an der Grenze in Wasserbillig plane. Ein Projekt, das allerdings auch schon einen langen Bart hat. Erstmals war nämlich schon im Jahre 2011 von einem Ausbau auf dem aktuellen Park & Ride Mesenich die Rede, später hieß es, dass dort bis 2018 insgesamt 500 zusätzliche und bis zum Jahr 2020 weitere 739 Stellplätze geschaffen würden. Aktuellen Planungen zufolge werden die Arbeiten sowohl in Wasserbillig-Gare als auch in Mesenich 2023 abgeschlossen sein.


Wirtschaft, Neujahrsempfang bei Arcelor Mittal in Bissen, Betriebsbesichtigung, Produktion,Visite guidée. Foto: Gerry Huberty/Luxemburger Wort
Schienen für die Tram von ArcelorMittal
Dass der Stahlhersteller zum Neujahrsempfang ausgerechnet nach Bissen lädt, hat fast etwas Symbolhaftes

In drei Minuten vom Héihenhaff bis zum Flughafen

Doch zurück zur Umschlagplattform Héihenhaff: Wenn die Tram erst einmal von der Luxexpo über die neue Brücke und entlang der A1 fährt, wird sie in das Parkhaus geleitet, wo sich im Innenbereich eine Haltestelle befinden wird. Eine Fahrt, die fünf Minuten und 40 Sekunden dauern soll. Von dort soll die Strecke während circa drei Minuten über den neuen Boulevard Höhenhof bis zur nächsten Haltestelle am Flughafen fortgesetzt werden.

Die Arbeiten sollen in insgesamt neun Phasen durchgeführt werden, angefangen beim Bau der neuen Verbindungsstraße und einem Teil des neuen Boulevard Höhenhof. Laut Robert Biel könnten einzelne Etappen auch parallel durchgeführt werden, damit die Arbeiten zügig voranschreiten könnten.

Zwischen den Ausstellungshallen und der Aérogare werden dann fünf Tramfahrzeuge verkehren. Derzeit verfügt Luxtram insgesamt über neun Wagen, der zehnte soll, laut Generaldirektor André Van der Marck, um den 18. März geliefert werden. Dieser wird allerdings nicht wie seine Vorgänger im spanischen Saragossa gebaut, sondern in einem französischen Werk des Herstellers CAF.


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