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Mit dem Cabriobus ins Ösling
Lokales 4 Min. 22.08.2019

Mit dem Cabriobus ins Ösling

Stimmt das Wetter, kann das Dach des Minibusses geöffnet werden. Dann haben die Gäste freie Sicht auf die vorbeiziehende Landschaft zwischen Luxemburg-Stadt und Vianden.

Mit dem Cabriobus ins Ösling

Stimmt das Wetter, kann das Dach des Minibusses geöffnet werden. Dann haben die Gäste freie Sicht auf die vorbeiziehende Landschaft zwischen Luxemburg-Stadt und Vianden.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 4 Min. 22.08.2019

Mit dem Cabriobus ins Ösling

Rosa CLEMENTE
Rosa CLEMENTE
Touristen und Wanderfreudige aufgepasst: Seit Juni gibt es eine neue Hop-on-Hop-off-Buslinie, die den Gästen eine Fahrt von der Hauptstadt bis nach Vianden anbietet.

10.20 Uhr in Kirchberg. Die Sonne scheint bei kühlen 16 Grad. Von der sonst so üblichen Hektik im hauptstädtischen Wirtschaftsviertel ist nicht viel zu sehen. Der Verkehr fließt. Auf dem Quai 1 B an der Avenue J.F. Kennedy gegenüber der Tram-haltestelle Rout Bréck-Pafendall warten neben Tourismusminister Lex Delles bereits ein Dutzend Menschen gespannt auf den grünen Minibus mit bis zu 22 Sitzplätzen, der zeitgleich über den Pont Grande-Duchesse Charlotte herannaht. 


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Bei dem kleinen Bus mit Cabriodach handelt es sich um die neue Hop-on-Hop-off-Tourbuslinie, die „Nature & Castle Line“, die im Juni in Betrieb genommen wurde und am Mittwoch offiziell vorgestellt wurde. Entstanden ist sie in Zusammenarbeit mit den regionalen Touristenbüros Müllerthal und Eisléck und wird vom Tourismusministerium unterstützt. Noch bis November nimmt die neue Sightseeing-Linie Touristen und Einwohner, die ihren Urlaub lieber daheim verbringen, auf eine Besichtigungstour bis ins Éisléck mit. 

Eine der Haltestellen liegt in Reisdorf.
Eine der Haltestellen liegt in Reisdorf.
Foto: Gerry Huberty

Ziel ist es, mit einer einzigen Buslinie sowohl Teile des Ostens als auch des Nordens des Landes besichtigen zu können. Die Passagiere können bequem aus ihren Sitzen heraus, sich unter anderem die Stadt Luxemburg, die Müllerthal-Region sowie die Städte Echternach, Befort und Vianden anschauen. Infos erhalten sie via Audioführer in vier verschiedenen Sprachen, der Auskunft über die Sehenswürdigkeiten und die jeweiligen Haltestellen gibt. 

„Das vereinfacht vielen Touristen das Leben, die sonst auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgreifen mussten, um diese Teile des Großherzogtums zu entdecken. Jetzt können sie an einem Tag mit dem kleinen Cabriobus viele attraktive Orte besuchen“, erklärt Luc Reis, Direktor des Unternehmens Moyocci, Mitglied der Sales-Lentz-Gruppe, das den Busdienst gewährleistet. 

Schlossbesichtigungen und Kajakfahrten 

Ingesamt werden seit Juni zwei Touren angeboten (siehe Karte links), die sich an mehreren Streckenabschnitten schneiden: Die erste Tour verläuft von Luxemburg-Stadt über Befort bis nach Vianden und dann über Echternach wieder zurück in die Hauptstadt. Der Bus der zweiten Tour verkehrt in entgegengesetzter Richtung – zuerst über Echternach nach Vianden, dann über Bettendorf und Befort wieder zurück nach Luxemburg-Stadt. 

Aussteigen können die Gäste an mehreren Haltestellen: So können sie im Müllerthal die Natur um den Schiessentümpel entdecken oder an der Heringer Mühle eine Pause einlegen. In Befort kann das historische Schloss besichtigt werden oder es wird Halt in Dillingen gemacht, um von dort aus mit dem Kajak über die Sauer bis nach Echternach zu paddeln. 

In drei Stunden kommt der nächste Bus

Allerdings müssen sich die Passagiere im Voraus bereits gut überlegen, wann genau sie aussteigen möchten, da es anders als bei den Hop-on-Hop-off-Bussen in der Hauptstadt bei der „Nature & Castle Line“ zu langen Wartezeiten kommen kann, bis der nächste Bus eintrifft. So muss ein Gast, der von Luxemburg-Stadt mit der ersten Tour (Befort-Vianden-Echternach) losgefahren ist und in Befort aussteigt, um das Schloss zu besichtigen, dort rund drei Stunden warten, bis der nächste Bus kommt, der dieselbe Strecke befährt. 

Alternativ kann der Reisende aber auch nach knapp anderthalb Stunden den Bus der zweiten Tour (Echternach-Vianden-Befort) nehmen. Damit würde er aber die bereits hingelegte Strecke einfach wieder zurückfahren und somit nicht bis nach Vianden kommen. 

Dieser Mangel an Flexibilität bei der Zahl der Abfahrten scheint Interessierte allerdings nicht davon abzuhalten, das neue Tourismusangebot zu nutzen. „Circa 1.100 Passagiere sind seit Inbetriebnahme der neuen Linie bereits mitgefahren. Das ist eine sehr positive Bilanz für uns, da wir uns derzeit noch in einer Testphase befinden. Es wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wie wir das Angebot noch verbessern können“, so Luc Reis. 

Bereits fest steht, dass an der angebotenen mehrsprachigen Audioführung gearbeitet werden muss, da diese teilweise noch einige technische Fehler aufweist. Alles in allem aber ist der grüne Hop-on-Hop-off-Bus mit Cabriodach eine abwechslungsreiche Alternative für jene, die ihren Horizont über die Grenzen der Hauptstadt hinaus erweitern möchten. 



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