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Mit Bus und Bahn nach Belval
Lokales 3 Min. 15.03.2012

Mit Bus und Bahn nach Belval

Kein Provisorium mehr: Ab sofort ist der Bahnhof Belval-Université direkte Haltestelle.

Mit Bus und Bahn nach Belval

Kein Provisorium mehr: Ab sofort ist der Bahnhof Belval-Université direkte Haltestelle.
Serge Waldbillig
Lokales 3 Min. 15.03.2012

Mit Bus und Bahn nach Belval

Es war ein symbolischer Tag in Sachen öffentlicher Transport: Gleich zwei Projekte konnten am Montag in Esch/Alzette offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden. Neben dem Busbahnhof, der bereits seit einer Woche funktioniert, hat nun auch der Bahnhof Belval-Université eine erste Pforte geöffnet.

Von Nadja Raflaski

Es war ein symbolischer Tag in Sachen öffentlicher Transport: Gleich zwei Projekte konnten am Montag in Esch/Alzette offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden. Neben dem Busbahnhof, der bereits seit einer Woche funktioniert, hat nun auch der Bahnhof Belval-Université eine erste Pforte geöffnet. Ab sofort gelangen Passagiere nicht mehr über die provisorische Fußgängerbrücke auf das ehemalige Industriegelände, sondern kommen auf direktem Weg zur Rockhal. Der Bahnhofsbau selbst befindet sich noch in der Fertigstellung und wird erst im kommenden Jahr vollendet.

Um die Wichtigkeit der Infrastruktur für den öffentlichen Transport im Großherzogtum zu betonen, kamen dann gestern auch die Ehrengäste per Bahn aus der Hauptstadt nach Esch/Alzette, um den Busbahnhof, der bereits in den 1950er- Jahren an dieser Stelle war, mit seinen zwei „Quais“ einzuweihen.

Busbahnhof überdacht

Im Gegensatz zum alten Busbahnhof, ist die neue 4,9 Millionen teure Infrastruktur überdacht, bietet Rastplätze für die Wartenden und auch höhere Sicherheitsstandards, u. a. durch eine adäquate Beleuchtung und Fußgängerüberwege. Die Busse halten an zwei „Quais“, an denen jede Linie ihren festen Stellplatz hat. Die Bürgersteige sind behindertengerecht. Des Weiteren verfügt der neue Busbahnhof über einen Informations- und Fahrkartenverkaufsschalter. Hinzu kommen noch Aufenthaltsräume für die Fahrer und Kontrolleure.

Anders ist auch die Zufahrt zum Busbahnhof geregelt. Gemeinsam mit CFL und Tice habe die Stadt Esch/Alzette die Planungen geleitet. Sowohl Eschs Bürgermeisterin Lydia Mutsch als auch CFL-Direktor Alex Kremer sprachen von der wichtigen Verzahnung der einzelnen Elemente des öffentlichen Transports sowie deren Implantierung in die bestehende Infrastruktur der Stadt. Der CFL-Direktor sprach auch das langfristige Überdenken des Verteilerkreises am Boulevard Kennedy an, der mit der Umstrukturierung am Bahnhof sein eigentliches Soll erfüllt hätte.

Hier wolle man als CFL gemeinsam mit der Stadt Esch/Alzette und der Straßenbauverwaltung nach einem einheitlichen Konzept suchen. Auch hatte man auf ein Urbanisierungsprojekt verzichtet, um den Busbahnhof großzüger gestalten zu können. Was die weitere Gestaltung angeht, im Gespräch war u. a. die Einrichtung einer Jugendherberge, so werde man weitere Gespräche abwarten. Da man darauf halte, den öffentlichen Transport im Hinblick auf einen nationalen Modal Split von 25/75 als alltagstauglich zu präsentieren, seien Projekte wie diese unerlässlich. Mit dem Bus ging es dann weiter nach Belval, wo das erste Teilstück des Bahnhofs Belval-Université eingeweiht wurde.

Der Bahnhof selbst wird aller Voraussicht nach erst im kommenden Jahr fertiggestellt, doch mit dem Stichdatum des gestrigen 9. November halten die Züge in regelmäßigen Abständen in Belval-Université. Das Provisorium, das seit Dezember 2007 funktionierte, ist nun überflüssig. Doch sind die Arbeiten soweit vorangeschritten, dass Passagiere bedenkenlos die Plattformen des Bahnhofs nutzen können. Von hier aus gelangen die Passagiere in einer ersten Phase bereits über eine Fußgängerbrücke zur Rockhal bzw. auf die Hochofentrasse, wo in wenigen Jahren auch die Universität Luxemburg ihre definitive Heimat finden wird. Eine weitere Passerelle wird den Bahnhof mit dem Shopping-Zentrum Belvalplaza verbinden, und auch das geplante Parkhaus mit mehreren hundert Stellplätzen in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof wird durch eine Fußgängerbrücke mit dem vom Architektenbüro Jim Clemes entworfenen Bau verbunden.

Das Innenleben des Bahnhofs, sprich die Einrichtungen von kleinen Läden, einem Ticketschalter sowie die Installation von sanitären Anlagen sowie Fahrstühlen und Rolltreppen, folgt in den kommenden Wochen. 40 Millionen Euro werden investiert, und Minister Claude Wiseler erinnerte daran, dass der Bahnhof nicht nur ein Symbol der Mobilitätspolitik sei, sondern auch ein Zeichen für Kontinuität in Belval, ein Projekt, an das die Regierung trotz vereinzelt negativer Schlagzeilen glaube.