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Missbrauchsprävention: Eine Kultur der Aufmerksamkeit
Der Konferenzzyklus diente vor allem dem Austausch von Erfahrenswerten.

Missbrauchsprävention: Eine Kultur der Aufmerksamkeit

Foto: Judith Rupp
Der Konferenzzyklus diente vor allem dem Austausch von Erfahrenswerten.
Lokales 20.11.2015

Missbrauchsprävention: Eine Kultur der Aufmerksamkeit

Kirchliche Präventionsbeauftragte aus 14 Ländern tagten während drei Tagen in Trier und Luxemburg. In erster Linie sollten praktische Erfahrungen ausgetauscht werden.

(jag) - „In der Kirche ist kein Platz für Missbrauchstäter“, so Papst Franziskus in einem Brief zu Beginn dieses Jahres an die Bischofskonferenzen. Die Problematik wurde auch im Erzbistum Luxemburg offen angegangen. Betroffene konnten sich melden und wurden entschädigt. Je nach Sachlage wurde auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.  Die katholische Kirche ist aber weiter bestrebt, die Prävention sexueller Gewalt zu verbessern. 

In Trier und Luxemburg tagten deshalb kirchliche Präventionsbeauftragte aus 14 Ländern, dies auf Initiative der Luxembourg „School of Religion and Society“, der Fachstelle Kinder- und Jugendschutz des Bistums Trier und der Fachstelle Kinder- und Jugendschutz des Erzbistums Trier.

Kulturelle Unterschiede

In erster Linie wollte man die internationale Struktur der Kirche nutzen, um die unterschiedlichen Herangehensweisen in den verschiedenen Ländern zu belichten. Festgestellt wurde vor allem eine Diskrepanz, was die Ansätze in den einzelnen Staaten betrifft. Während einige Staaten wie Irland oder die Niederlande wegweisend sind, hinken andere Länder nach.

Jean Ehret, Leiter der „Luxembourg School of Religion and Society“, verweist auf die gesamtgesellschaftliche Aufgabe: „Kinderschutz kann sich nicht allein auf den kirchlichen Raum beschränken.“ Wichtig seien Öffnung nach außen und Austausch mit Experten. Aber auch die Kandidaten, die sich für ein Leben mit und vor allem in der Kirche entscheiden, sollen besser geprüft werden.

Mitarbeiter überprüfen

„Es ist klar, dass wir in Luxemburg die Mitarbeiter, die wir einstellen, auf ihren Hintergrund überprüfen. Das reicht vom Auszug aus dem Strafregister bis zu einem intensiven psychologischen Check. Mehr noch aber ist es wichtig, eine Kultur der Aufmerksamkeit zu schaffen, um solche Übergriffe schon im Ansatz zu verhindern“, so Jean Ehret.

Er spricht in diesem Kontext von „Null Toleranz“. Mit der Tagung fiel jetzt der Startschuss für ein europäisches Netzwerk. Dieses soll helfen, die vom Vatikan geforderte Politik des Kinderschutzes und der Prävention in den Diözesen und Orden umzusetzen.

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