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Missbrauch: Rom verbietet pensioniertem Trierer Priester den Dienst
Lokales 15.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Missbrauch: Rom verbietet pensioniertem Trierer Priester den Dienst

Der Priester, der sich bereits seit 2003 im Ruhestand befindet, darf seinen Dienst nun nicht mehr ausüben.

Missbrauch: Rom verbietet pensioniertem Trierer Priester den Dienst

Der Priester, der sich bereits seit 2003 im Ruhestand befindet, darf seinen Dienst nun nicht mehr ausüben.
Foto: Hermes Monique
Lokales 15.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Missbrauch: Rom verbietet pensioniertem Trierer Priester den Dienst

Der Priester, der sich bereits seit 2003 im Ruhestand befindet, darf seinen Dienst nun nicht mehr ausüben. Außerdem darf er in der Öffentlichkeit nicht mehr als Kleriker auftreten.

(dpa/lrs) - Wegen sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen darf ein Trierer Bistumspriester seinen Dienst dauerhaft nicht mehr ausüben. Das Verbot habe die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom Ende 2019 ausgesprochen, teilte das Bistum Trier am Mittwoch mit. Zudem dürfe der Priester, der seit 2003 im Ruhestand ist, in der Öffentlichkeit nicht mehr als Kleriker auftreten.


25 September 2018, Hessen, Fulda: Matthias Katsch, spokesman for the "Eckiger Tisch" association of victims, will speak at a press conference. Previously the German Bishops' Conference had presented the study "Sexual abuse of minors by Catholic priests, deacons and male religious in the area of the German Bishops' Conference". Katsch is a former student of the Canisius-Kolleg Berlin, a Jesuit school. Photo: Arne Dedert/dpa (Photo by Arne Dedert/picture alliance via Getty Images)
Opfer-Vertreter fordert mehr Anstrengungen im Missbrauchsskandal
Er hat am 14. Januar 2010 den Anstoß zur Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der deutschen Kirche gegeben. Zehn Jahre später ist die Aufarbeitung für Matthias Katsch noch lange nicht beendet.

Der Geistliche hatte sich in der ersten Hälfte der 1980er Jahre des sexuellen Missbrauchs an zwei Minderjährigen schuldig gemacht, darunter im Fall eines Jugendlichen unter 16 Jahren des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs. Damals war der Mann Pfarrer in einer Koblenzer Gemeinde. Der Priester hatte nach Angaben des Bistums den Missbrauch gestanden. Seit Beginn seines Ruhestandes lebt er nicht mehr im Trierer Bistum.

Mittlerweile sei gegen den Priester eine neue kirchenrechtliche Voruntersuchung vom Bistum Trier eingeleitet worden: Unabhängig von den bisher bekannten Fällen habe sich eine weitere betroffene Person beim Bistum gemeldet.

Fast 90 beschuldigte Priester im Bistum Trier

Seit Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche vor rund zehn Jahren sind im Bistum Trier 36 noch lebende Priester des sexuellen Missbrauchs beschuldigt worden. In der Regel würden gegen alle beschuldigten Priester kirchenrechtliche Voruntersuchungen eingeleitet, sagte die Sprecherin des Bistums.


ARCHIV - 16.12.2019, Rheinland-Pfalz, Trier: Der Trierer Bischof Stephan Ackermann im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Ackermann hat angesichts wachsender Unterschiede zwischen Arm und Reich in Deutschland mehr «Solidarität als Grundhaltung» gefordert. Foto: Harald Tittel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bistum Trier zahlte bislang 506.000 Euro an Missbrauchsopfer
162 Betroffene haben sich in den vergangenen Jahren gemeldet. 105 Anträge wurden bewilligt.

Bis auf vier Verfahren seien alle abgeschlossen. In insgesamt zwei Fällen seien Priester wegen Missbrauchs aus dem Klerikerstand entlassen worden. In einem weiteren Fall habe der Betroffene von sich aus um Entlassung aus dem Klerikerstand gebeten.

Neben den 36 Priestern wurden 53 bereits verstorbene Priester von Opfern beschuldigt. Das Bistum Trier hat bislang 506.000 Euro an Opfer gezahlt. Insgesamt 162 Betroffene hatten sich in den vergangenen Jahren gemeldet. Zum Bistum Trier gehören knapp 1,4 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland.


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Archbishop of Munich and Chairman of the German Bishops' Conference and Trier Bishop, Cardinal Reinhard Marx (L) and commissioner for sexual abuse issues in the ecclesiastical sphere, Stephan Ackermann give a press conference to present the results of the study on "Sexual Abuse of Minors by Catholic Priests, Deacons and Male Religious" (MHG study) on September 25, 2018 in Fulda, western Germany. - Germany's Catholic Church is due on September 25, 2018 to confess and apologise for thousands of cases of sexual abuse against children, part of a global scandal heaping pressure on the Vatican. It will release the latest in a series of reports on sexual crimes and cover-ups spanning decades that has shaken the largest Christian Church, from Europe to the United States, South America and Australia. (Photo by Daniel ROLAND / AFP)