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Ministerin Dieschbourg: "Bauschutt-Problematik auch eine Frage des Wachstums"
Lokales 2 2 Min. 18.03.2014

Ministerin Dieschbourg: "Bauschutt-Problematik auch eine Frage des Wachstums"

Die Ministerinnen für Umwelt und Gesundheit informierten vor dem abgerutschten Hang der Bauschuttdeponie in Monnerich über das weitere Vorgehen der Regierung. Die radioaktiven Schlacken der ehemaligen Casa sollen nicht gerutscht sein, hieß es.

(na/mt) - Es gebe keine Gefahr, dass ein weiterer Teil der Bauschuttdeponie abrutsche, hieß es am Dienstag am Fuß des künstlichen Berges in Monnerich. Ministerin Carole Dieschbourg erklärte, dass nach einem Standort für eine neue Bauschuttdeponie gesucht werde und nannte die Gemeinden Sassenheim und Strassen.

Ursachen des Erdrutschs noch unbekannt

Die Ursache(n) für den Erdrutsch an der Monnericher Bauschuttdeponie sind noch nicht bekannt. Zuvor müssten noch Studien durchgeführt werden. Diese sollen – im Auftrag der Betreibergesellschaft Cloos sa – ein deutsches Ingenieursbüro durchführen. Das Büro werde dann einen Vorschlag machen, wie die Abraumarbeiten durchgeführt werden könnten. Erst nach Abklärung mit den zuständigen Behörden könnten diese beginnen, erklärte am Dienstag Claude Soumer, von Cloos sa.

In diesem Zusammenhang lobte Ministerin Carole Dieschbourg die Firma Cloos sa für ihre Mitarbeit und unterstrich, dass alle vorgesehenen Auflagen vom Unternehmen immer eingehalten worden seien.

Bis zu 500 Lastwagen fuhren bislang täglich auf die Bauschuttdeponie in Monnerich, die nun nach dem spektakulären Bergrutsch vom vergangenen Donnerstag  geschlossen wurde. Ausweichmöglichkeiten könnten die Deponien in Strassen und Sassenheim werden, so die Umweltministerin Carole Dieschbourg, die am Dienstag zusammen mit der Gesundheitsministerin Lydia Mutsch über den Bergrutsch informierten.

Die Ministerin sagte dabei, dass die Bauschutt-Problematik auch an die Frage geknüpft sei, wie Luxemburg in Zukunft wachsen wolle, und wie in Luxemburg in den kommenden Jahren gebaut werden sollte.

Bauschuttdeponie: Sassenheim und Strassen im Gespräch

Sie interpretierte den Erdrutsch als „Warnsignal“ für das luxemburgische Wachstumsmodell. Luxemburg produziere 800 000 Tonnen Bauschutt pro Jahr. Nach der Schließung der Bauschuttdeponie Monnerich, müsse schnell eine andere Lösung her. In diesem Zusammenhang nannte Carole Dieschbourg die Gemeinden Sassenheim und Strassen. Beide Standortdiskussionen seien „nicht von gestern“. Dort stehe man aber ganz am Anfang der Genehmigungsprozedur. Man wolle sich aber auch mit allen anderen Alternativmöglichkeiten auseinandersetzen.

Radioaktive Schlackensteine nicht vom Erdrutsch betroffen

Gesundheitsministerin Lydia Mutsch ging ihrerseits auf die Problematik der radioaktiven Schlackensteine ein, die unter der Bauschuttdeponie vergraben sind. Dabei handelt es sich um Abfälle der Casa-Industriegesellschaft aus Beggen, die zwischen den Jahren 1975 und 1987 angefallen sind. Diese Steine strahlen natürlich eine gewisse Radioaktivität aus. Sie waren Anfangs in Beggen und Esch-Lallingen unter freiem Himmel gelagert, ehe in den neunziger Jahren entschieden wurde, sie fachgerecht einzulagern.

1995 wurden 11 000 Kubikmeter dieser Schlacken am Standort der Bauschuttdeponie in einer speziellen Behälterstruktur eingegraben. Seitdem ist deren Radioaktivität nicht mehr bis an die Oberfläche gedrungen. Infolge des Erdrutschs stellte sich aber die Frage ob der Behälter nicht beschädigt worden sei.Ministerin Lydia Mutsch konnte am Dienstag in dieser Frage Entwarnung geben.

Der Standort der Schlacken befindet sich nämlich etwa 30 Meter von der Abbruchkante entfernt.Aus Präventionsgründen seien aber eine Reihe Kontrollen, u.a. Grundwasserproben, vorgesehen. Auch soll eine mobile Messstation die Radioaktivität vor Ort messen


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